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Hintergrund: Die Punktevergabe in der Tourenwagen-WM

Fahrer, Teams und Privatiers - wer bekommt denn nun eigentlich Punkte für welche Wertung? 'Motorsport-Total.com' erläutert die Punktevergabe

(Motorsport-Total.com) - Wie in jeder anderen Rennserie, so werden auch bei der Tourenwagen-Weltmeisterschaft (WTCC) im Anschluss an jedes Rennen WM-Punkte verteilt. Die bestplatzierten Fahrer erhalten dabei einige Zähler gutgeschrieben und auch die Hersteller gehen nicht leer aus. Für die Privatfahrer im Starterfeld gilt wiederum eine eigene Wertung und ihre Rennställe wollen ebenfalls mit Trophy-Punkten bedacht werden. Wer bekommt aber nun in welcher Wertung wie viele Punkte? 'Motorsport-Total.com' klärt auf.

Andy Priaulx, Curitiba, Curitiba Circuit

In der Tourenwagen-WM wird zwischen Werkspiloten und Privatiers unterschieden Zoom

Grundsätzlich muss in der WTCC zwischen der Weltmeisterschaft und der Independents' Trophy unterschieden werden. Während sich die Werkspiloten der vier Hersteller BMW, Chevrolet, Lada und SEAT also um die WM-Titel bei den Fahrern und bei den Konstrukteuren balgen, tragen die Privatiers in den WTCC-Läufen ihre eigenen Rennen aus. Die dort eingefahrenen Punkte werden der Privatfahrerwertung und der dazugehörigen Teamwertung angerechnet - doch hinter all diesen Tabellen stecken unterschiedliche Systeme...#w1#

Die Fahrerwertung:
Die Fahrerwertung der Tourenwagen-WM folgt dem Beispiel der meisten Rennserien und verteilt die Punkte jedes Rennens nach dem inzwischen weit verbreiteten 10-8-6-5-4-3-2-1-System. Dieser Modus wird auf beide Sprintrennen eines Wochenendes angewandt, sodass ein Pilot an einem Event maximal 20 WM-Zähler abstauben kann. Diese werden seinem persönlichen Punktekonto gutgeschrieben. Wer am Saisonende die meisten Punkte gesammelt hat, erhält den Titel "Tourenwagen-Weltmeister".

Bislang konnten sich lediglich BMW Fahrer Andy Priaulx (2005-2007) und SEAT-Pilot Yvan Muller (2008) die WM-Krone aufsetzen - aber nur nach einem spannenden Fight, der jeweils erst in den Straßen von Macao sein Ende fand. Insofern ist klar: In der WTCC sorgt dieses Punktesystem nicht nur für ereignisreiche Positionskämpfe im Starterfeld, sondern auch für eine späte Meisterschaftsentscheidung, bei der meistens noch viele Piloten Chancen auf den Titelgewinn haben.

Die Herstellerwertung:
Analog zur Fahrermeisterschaft erhalten auch die Konstrukteure WM-Punkte nach dem Schlüssel 10-8-6-5-4-3-2-1. Allerdings sind für die Punktevergabe in einem Rennen nur die zwei bestplatzierten Rennwagen eines Herstellers maßgebend - alle anderen Fahrzeuge dieser Marke werden ignoriert und die Autos der anderen Konstrukteure rücken entsprechend auf. Demnach kann eine Marke pro Rennen maximal 18 Punkte und pro Wochenende höchstens 36 WM-Zähler einfahren.

Weil aktuell vier Hersteller mit jeweils drei oder mehr Rennwagen am Start sind, wird jede Marke in jedem Rennen automatisch mit Punkten bedacht - auch wenn die Fahrer ihre Autos eigentlich nicht in den Top-8-Positionen platzieren konnten. Damit soll einerseits eine zu große Dominanz eines Herstellers unterbunden werden und zum anderen ein Ausgleich dafür geschaffen werden, dass manche Konstrukteure weniger Rennwagen an den Start bringen als ihre Konkurrenz.


Fotos: Die Helme der WTCC-Fahrer 2009


Die Privatfahrerwertung:
Wer ohne Werksunterstützung an der Tourenwagen-WM teilnimmt, der geht als Privatfahrer in der Independents' Trophy an den Start. Unabhängig vom Rennverlauf der WM-Fahrer tragen die Privatiers im selben Lauf ein eigenes Rennen aus. Nur wer als Privatfahrer registriert ist, kann dabei Punkte für diese spezielle Gesamtwertung sammeln, die am Jahresende den Bestplatzierten mit dem Privatier-WM-Titel belohnt. Doch bei den Privatfahrern gelten besondere Punkteregeln.

In 22 der insgesamt 24 Rennen erfolgt die Vergabe der Zähler nach dem herkömmlichen 10-8-6-5-4-3-2-1-Schema - einzig Macao bildet dabei eine Ausnahme: Auf dem schwierigen "Guia Circuit", der schon seit 2005 das WM-Finale darstellt, werden die Piloten der Independents' Trophy mit der doppelten Punktzahl und einem 20-16-12-10-8-6-4-2-Modus belohnt. Dementsprechend besteht am letzten Rennwochenende sogar die Möglichkeit, bis zu 40 Punkte abzustauben.

Zusätzlich können sich die Privatfahrer seit 2009 auch noch weitere Zähler sichern. So bekommt der bestplatzierte Privatier in der Qualifikation einen Extrapunkt und auch die schnellsten Rennrunden der Independents' Trophy werden mit einem gesonderten Zähler bedacht. Fährt ein Privatfahrer in einem Lauf gar in die Top 8, so wird jeder WM-Punkt mit drei Zählern für die Privatier-Wertung vergolten. Damit sollen außergewöhnlich gute Leistungen noch besser entlohnt werden.

Die Privatteamwertung:
Auch unter den Privatteams herrscht ein strenger Wettbewerb, schicken die meisten Rennställe doch zwei Fahrer an den Start. Deren Ergebnisse werden addiert und zu einer Summe zusammengefasst - die persönlichen Zusatzpunkte um schnellste Rennrunden, Pole-Positions oder Top-8-Bonitäten finden dabei allerdings keine Berücksichtigung. Für die Teamwertung wird also lediglich das 10-8-6-5-4-3-2-1-System herangezogen - sowie die doppelte Bewertung der Ergebnisse von Macao.

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