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Pole-Position für Chevrolet!

Rob Huff und Alain Menu schlugen BMW und SEAT in Marrakesch ein Schnippchen - Kurioser Unfall zwischen Andy Priaulx und Sergio Hernández

(Motorsport-Total.com) - Sternstunde für Chevrolet: Beim dritten Saisonrennen in Marokko stürmten die beiden Cruze-Piloten Rob Huff und Alain Menu an die Spitze des Starterfeldes. Die favorisierten SEAT-Fahrzeuge kamen überraschenderweise nicht vollzählig in die Top 10, BMW brachte gar nur drei Autos ins Quali-Finale. Während Andy Priaulx und Sergio Hernández sich gegenseitig aus dem Wettbewerb nahmen, landete Privatfahrer Franz Engstler eine faustdicke Sensation: Platz acht für den deutschen Routinier!

Robert Huff

Rob Huff bescherte seinem Cruze die erste Pole-Position in der Tourenwagen-WM!

Es war die erwartet turbulente und spannende Qualifikation. Auf dem schnellen und zugleich engen Circuit de Marrakech hatten die meisten Beobachter mit einem Durchmarsch der SEAT-Armada gerechnet - doch es sollte ganz anders kommen: Chevrolet stellte schon in Q1 die Weichen für den Erfolg, während BMW noch im ersten Abschnitt in große Schwierigkeiten geriet, die schlussendlich in einen kuriosen Zwischenfall mündeten.#w1#

Missverständnis zwischen Priaulx und Hernández

Bei nur noch wenigen Sekunden auf der Uhr absolvierten alle fünf BMW Länderteam Fahrzeuge einen letzten Versuch, um den Cut für das anschließende Top-10-Qualifying doch noch zu schaffen. Ex-Champion Andy Priaulx hängte sich hinter das BMW Team Italy-Spain Duo Alessandro Zanardi und Sergio Hernández - prompt kam es in einer der zahlreichen Schikanen zum Missverständnis zwischen Priaulx und Hernández.

Sergio Hernandez, Alessandro Zanardi, Andy Priaulx

Diese drei Herren konnten sich in Q1 nicht ganz über die Vorfahrt einig werden,,, Zoom

Der spanische Youngster verließ seine Linie und ließ Teamkollege Zanardi passieren. Hätte Priaulx nicht viel zu viel Überschussgeschwindigkeit gehabt, dieses Manöver wäre wohl geglückt. So aber schoss der britische Rennfahrer über das Kurvenziel hinaus und auch Hernández lenkte wieder zurück auf Kurs. Der unvermeidliche Knall folgte und beide BMW Piloten landeten unsanft im Reifenstapel von Marrakesch.

Für Hernández bestand ohnehin keine Hoffnung mehr - der 25-Jährige lag zu diesem Zeitpunkt schon auf P19 und damit fernab von den Top 10. Anders Priaulx: Der Tourenwagen-Weltmeister von 2005, 2006 und 2007 hatte sich für die Endrunde qualifiziert, hing aber noch immer im Reifenstapel. Zwar konnten ihn die Streckenposten wieder flott machen, doch diese Mühe war vergebens: Laut Reglement ist eine solche Hilfe nicht erlaubt.


Fotos: Rennwochenende in Marrakesch


Chevrolet wartet ab und schlägt treffsicher zu

Priaulx brachte seinen ramponierten BMW 320si noch zurück in die Boxengasse, musste dort aber endgültig aussteigen, während sich Markenkollege Hernández für die Kollision entschuldigte. So musste das BMW Duo mit ansehen, wie Chevrolet und SEAT die Qualifikation von Marokko dominierten - und wie abgezockt die Cruze-Mannschaft vorging, unterstreicht ihre zunächst sehr zurückhaltende Taktik.

Alain Menu

Alain Menu sorgte in Q1 für den ersten Höhepunkt für das Chevrolet-Team Zoom

BMW und SEAT ergingen sich schon früh in Q1 in den erwarteten Windschatten-Schlachten und rasten in Fünfergruppen um den Kurs. Chevrolet ließ einige Minuten verstreichen, ehe das weiß-blaue Trio seinerseits die Zeitenhatz in Afrika aufnahm. Ohne großes Federlesen setzten sich Alain Menu, Nicola Larini und Rob Huff an die Spitze des Feldes und düpierten die baffe Konkurrenz: Auf einmal herrschte Alarmstufe Rot bei BMW!

Jörg Müller schien schon zu ahnen, dass die Trauben für seine Marke in Marrakesch nicht gerade hoch hängen würden und trommelte während der Fahrt - enttäuscht oder wütend? - gegen sein Lenkrad. Doch der Deutsche schaffte gemeinsam mit BMW UK Pilot Priaulx den Cut. SEAT verlor in Q1 nur Rickard Rydell (12.) und war mit vier Autos in Q2 vertreten, die große Überraschung war aber Privatfahrer Franz Engstler.

Engstler hat in Marokko mehr als nur Freude am Fahren...

Alessandro Zanardi (11.), Augusto Farfus (13.) und Hernández (19.) waren nicht mehr dabei - aber BMW Privatier Engstler stieß als Zehnter gerade noch zum Finalfeld hinzu und sorgte damit für eine riesige Sensation, hatte doch vorher niemand mit einer solchen Energieleistung gerechnet. Doch die Fahnenstange hatte der Allgäuer damit noch nicht erreicht, denn auch Q2 hielt für die Protagonisten der WTCC noch so einiges bereit.

Rickard Rydell

Als einziger SEAT-Pilot verpasste Rickard Rydell den Einzug in das Quali-Finale Zoom

Weil Priaulx nicht mehr teilnehmen durfte und Engstler abwartete, machten sich vier SEAT-Autos, Müller und das Chevrolet-Trio auf die 15-minütige Schlussreise in der Qualifikation. Als Erster sollte Müller der schwierigen Rennstrecke Tribut zollen, denn ein missglücktes Bremsmanöver mit anschließendem Mauerkontakt beendeten die Zeitenjagd für den BMW Team Germany Piloten, der sein Auto mit Folgeschaden abstellen musste.

Dadurch war der Weg frei für SEAT und Chevrolet. Jordi Gené legte in 1:50.544 Minuten einen neuen Bestwert vor, der kurz darauf schon von Cruze-Pilot Menu unterboten wurde. 1:49.956 Minuten galt es zu schlagen, als die Topteams zu einem letzten Schlag ausholten - doch SEAT schien das Pulver schon verschossen zu haben, denn einzig Chevrolet konnte noch einmal zulegen: Huff übernahm in 1:49.789 Minuten das Kommando und die Pole-Position.

Bennani wieder mit herausragender Performance

Hinter dem schnellen Briten reihte sich Teamkollege Menu (+ 0,167 Sekunden) ein, der seinen Rennwagen kurz vor Schluss noch in die Mauern setzte. Gabriele Tarquini (SEAT) landete mit drei Zehnteln Rückstand auf P3 vor Weltmeister Yvan Muller (SEAT), der seinerseits 0,367 Sekunden Abstand auf die Spitze aufwies. Gené (SEAT; 5./+ 0,477), Larini (Chevrolet; 6./+ 0,583) und Tiago Monteiro (SEAT; 7./+ 0,981) komplettierten die Top 7.

Franz Engstler

Franz Engstler sprengte die Werksteams in der Qualifikation von Marrakesch mit P8 Zoom

Sensationsmann Engstler konnte das Pech seiner Markenkollegen ausnutzen und den achten Platz übernehmen, was dem 47-Jährigen somit auch die Privatier-Pole verschaffte. Ohne aussagekräftige Zeit wurde Müller als Neunter gewertet, Priaulx kam ganz ohne Fahreinsatz in Q2 auf P10. Dahinter die lange Reihe der Enttäuschten - und die Liste der schnellen Piloten aus der Independents' Trophy. Allen voran: Rookie Mehdi Bennani (SEAT).

Während sich viele der arrivierten Fahrer auf dem Circuit de Marrakech schwer taten, landete Lokalmatador Bennani abschließend auf dem ausgezeichneten 14. Platz und holte sich damit Startplatz zwei bei den Privatiers. WM-Leader Félix Porteiro (BMW) folgte auf P15, Tom Coronel (SEAT) auf P16, Kristian Poulsen (BMW) auf P17, Marin Colak (SEAT) auf P18 und Wiechers-Pilot Stefano D'Aste auf P20.

Nur bedingt in Szene setzen konnten sich indes die Lada-Fahrer: Jaap van Lagen, Kirill Ladygin und Viktor Shapovalov belegten wieder die hinteren Positionen und taten sich lediglich durch einige Dreher und Quersteher hervor, die im Falle von Teamleader Shapovalov in Q1 sogar einen Trainingsabbruch zur Folge hatten - mehr als die Startplätze 21 (Van Lagen), 22 (Ladygin) und 25 (Shapovalov) war für die Russen in Marrakesch einfach nicht drin...

Kurz nach 20 Uhr MESZ wurde dann die Qualifikation endgültig abgeschlossen: Die Rennleitung strich Alain Menu (Chevrolet) nachträglich sämtliche Rundenzeiten aus Q2, weil dessen Wagen nach dem Wiegen nicht mehr aus eigener Kraft angesprungen war. So startet der Schweizer von P10.

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