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Muller mit Bestzeit im turbulenten zweiten Freien Training

SEAT hat den Circuit de Marrakech fest im Griff: Yvan Muller im zweiten Freien Training vorneweg - SEAT-Quintett geschlossen an der Spitze

(Motorsport-Total.com) - Wie schon in der morgendlichen Session, so hatte SEAT auch im zweiten Freien Training in Marrakesch die Nase vorn. Titelverteidiger Yvan Muller (SEAT) setzte sich in 1:50.462 Minuten durch, war dabei allerdings deutlich langsamer als die bisherigen Topzeiten auf dem Circuit de Marrakech. Auf den weiteren Plätzen folgten seine Teamkollegen - SEAT-Privatier Tom Coronel komplettierte den spanischen Trainingerfolg auf P6. Erst dahinter reihten sich - zum Teil unerwartete - Konkurrenten ein.

Mit den beiden Chevrolet-Piloten Alain Menu und Rob Huff landeten erneut zwei Cruze-Fahrzeuge in den Top 10, wo vor allem ein Deutscher kräftig für Furore sorgte: Privatier Franz Engstler (BMW) mischte munter mit im Konzert der Großen und sicherte sich abschließend in 1:51.604 Minuten den neunten Gesamtrang im zweiten Freien Training - noch vor Jörg Müller im besten BMW Werksauto auf Rang zehn.#w1#

Yvan Muller

SEAT landete wieder einmal mit allen fünf Werksautos an der Tabellenspitze...

Muller führt den SEAT-Express an

Die zweite Session des Tages stand allerdings auch im Zeichen von Roten Flaggen. Gleich zweimal sah sich die Rennleitung dazu gezwungen, den Fahrbetrieb auf dem Circuit de Marrakech nach Zwischenfällen komplett einzustellen. Insgesamt fiel die Zielflagge zum zweiten Freien Training so über 20 Minuten später als ursprünglich veranschlagt. Doch dieser Umstand schien die fünf SEAT-Werkspiloten keineswegs zu stören.

Gabriele Tarquini

SEAT kommt im Leitplankenkanal von Marrakesch bislang hervorragend zurecht Zoom

Während Muller das Geschehen am oberen Ende der Zeitentabelle über weite Strecken der Session sicher kontrollierte, rutschten seine Teamkollegen nach kurzen Ausflügen ins Mittelfeld immer wieder nach vorn. Den Weltmeister konnten sie allerdings nicht gefährden - mit 0,165 Sekunden Vorsprung sicherte sich Muller in Marrakesch die Bestzeit vor Gabriele Tarquini (SEAT). Damit blieb der Franzose aber knapp eine Sekunde hinter dem Rekordwert.

Diesen hatte am Vormittag Rickard Rydell (SEAT; + 0,581 Sekunden) aufgestellt, der in der zweiten Trainingssitzung aber nicht über P5 hinauskam. Dazwischen klassierten sich Jordi Gené (3./+ 0,263) und Tiago Monteiro (4./+ 0,363), dahinter platzierte sich der erneut stark aufgeigende Tom Coronel (SEAT; 6./+ 0,770) - der Niederländer machte zum wiederholten Male deutlich, dass mit ihm in Marokko zu rechnen sein wird.


Fotos: Rennwochenende in Marrakesch


Chevrolet wieder vor BMW

Während Menu und Huff für Chevrolet die Top-10-Kohlen aus dem afrikanischen Feuer holten, verpasste Nicola Larini (Chevrolet; 11./+ 1,284) den Sprung in die zehnköpfige Spitzengruppe nur knapp. Die BMW Werkspiloten lagen hingegen wieder weiter zurück. Hinter Müller auf P10 folgten Andy Priaulx (12./+ 1,360), Alessandro Zanardi (13./+ 1,399) und Augusto Farfus (14./+ 1,422) mit minimalen Abständen aufeinander.

Sergio Hernandez

Sergio Hernández konnte in den Trainings nicht mit den BMW Kollegen mithalten Zoom

Einzig BMW Team Italy-Spain Pilot Sergio Hernández (+ 2,987) musste etwas abreißen lassen und kam abschließend nur auf P18. Damit landete der junge Spanier sogar noch hinter dem besten der drei Lada-Fahrer: Jaap van Lagen (17./+ 2,098) rückte die teaminternen Verhältnisse im zweiten Freien Training wieder zurecht und verwies Viktor Shapovalov (21./+ 3,738) und Kirill Ladygin (22./+ 4,043) auf die weiteren Ränge.

Während sich Coronel - und nun auch Engstler - für die Qualifikation als Favoriten auf die Pole-Position der Independents' Trophy herauskristallisiert haben, zeigten auch Wiechers-Pilot Stefano D'Aste (BMW; 15./+ 1,591) und Neuling Mehdi Bennani (SEAT; 16./+ 1,686) wieder eine sehr ansprechende Leistung. Dahinter klassierten sich Kristian Poulsen (BMW; 19./+ 3,022) und Marin Colak (SEAT; 20./+ 3,258) auf den Plätzen.

SEAT als Topfavorit im Qualifying

Ganz hinten indes ein total ungewohntes Bild: Das Proteam-Trio - seit diesem Wochenende mit drei Autos in der Startaufstellung vertreten - holte geschlossen die rote Laterne. George Tanev behielt als 23. noch die Oberhand im Kellerduell, WM-Leader Félix Porteiro konnte mit P24 nur noch Teamkollege Vito Postiglione (alle BMW) hinter sich lassen. Mit über vier Sekunden Rückstand war das Proteam aber mehr als abgeschlagen.

Felix Porteiro

Noch ist Félix Porteiro noch nicht auf die Siegerstraße von Marrakesch eingebogen Zoom

Nach drei spannenden Trainingssessions scheint SEAT das Maß aller Dinge auf dem Circuit de Marrakech zu sein. Drei Bestzeiten sowie jeweils souveräne Mannschaftsleistungen lassen auf ein erfolgreiches Abschneiden im Zeittraining hindeuten. Chevrolet profitiert offenbar vom Kompensationsgewicht und fährt sicherlich um Positionen in den Top 10 - BMW könnte in der Qualifikation in Schwierigkeiten geraten.

Bislang hatte es den Anschein, als ob die Länderteams der Münchener mit dem in Marrakesch erstmals eingesetzten Zusatzgewichten zu kämpfen haben. Aber auch bei den Privatiers gibt es eine klare Hackordnung: Coronel war konstant schnell, ebenso D'Aste, Engstler und Überraschungsmann Bennani. Einzig Porteiro konnte bislang nicht wirklich überzeugen. Reißt die Siegesserie des BMW Piloten also ausgerechnet in Afrika?