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  • 18.07.2022 · 09:19

  • von Tobias Ebner, Co-Autor: Gary Watkins

"Peugeot ist uns wohl voraus": Toyota fuhr in Monza erstmals 2023-Differential

Toyota war in Monza erstmals mit offenem Differential unterwegs: Pascal Vasselon erklärt die Beweggründe und warum das große Änderungen nach sich zieht

(Motorsport-Total.com) - Die WEC-Saison 2022 ist noch im vollem Gange, da läuft schon das Entwicklungsrennen für 2023, wenn das Hypercar von Ferrari und die LMDh-Boliden von Porsche und Cadillac debütieren werden. Bei den 6h von Monza setzte Toyota erstmals ein neues Differential ein. Dabei handelt es sich, wie bei Peugeot, um ein offenes Differential.

Mike Conway, Kamui Kobayashi

Bei Toyota hat man jetzt schon die WEC-Saison 2023 im Visier Zoom

Auf diesen Schritt einigten sich Toyota und Peugeot im Vorfeld des italienischen WM-Laufs, wie Technikchef Pascal Vasselon gegenüber 'Autosport' verrät. Denn: "Es hat Sinn, 2022 zu experimentieren und sicherzustellen, dass es wirklich funktioniert."

Die Hypercar-Regeln für 2023 schreiben die Verwendung eines offenen Differentials im Sinne der LMH-LMDh-Konvergenz vor. Ein solches verwendeten die Franzosen bereits über weite Strecken des Testprogramms mit dem 9X8. Vasselon ist sich deshalb sicher: "Das ist eines der Elemente, bei denen Peugeot uns wahrscheinlich voraus ist."

Neues Toyota-Differential: Vor Monza nur Kurzeinsatz

Für Toyota hingegen sei es ein "Sprung ins Ungewisse" gewesen, meinte Vasselon im Vorfeld der 6h von Monza gegenüber 'Sportscar365'. Die Japaner setzten aufgrund ihres Allrad-Konzepts bisher auf ein mechanisches Sperrdifferential im GR010 Hybrid.

Allzu viel Erfahrung mit dem offenen Differential, das laut Vasselon eine "viel geringere Drehmomentübertragung" habe, hatte man bei Toyota noch nicht. Mit dem neuen Bauteil arbeitete man vor dem WEC-Rennen in Monza nur einmal kurz bei einer Testfahrt vor den 24h von Le Mans. Die Auswirkungen des Schritts sind jedoch groß.

"Die neue Regel reduziert die Sperrfähigkeit des Differentials beim Bremsen, wodurch die Bremsstabilität und die Bremsleistung beeinträchtigt werden. Wir haben im Simulator einen Leistungsunterschied [zum vorherigen Differential] gesehen. Im Grund haben wir etwas an Stabilität verloren", erklärt Vasselon.

Das ändert das offene Differential alles am GR010 Hybrid

Die Einbußen in Sachen Bremsleistung und Bremsstabilität wirken sich wiederum auf die Abstimmung des Toyota GR010 Hybrid aus. "Wir müssen die Hardware, die die Übertragung des Drehmoments von links nach rechts reduziert, ändern", so Vasselon.

"Und darüber hinaus müssen wir weitere Kontrolleinrichtungen am vorderen Motor installieren, um sicherzustellen, dass wir keine Probleme haben. Hier sind die Änderungen ziemlich groß: Hardware vorne und hinten, Steuerung und Regelung sind neu."

Nach den 6h von Monza hat Toyota in diesem Jahr noch zwei Rennen Zeit, um sich auf das neue Differential einzuschießen. Im September stehen die 6h von Fuji an, im November die 8h von Bahrain. 2023 muss der Umgang mit dem Bauteil dann sitzen.

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