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Oak zieht die Reißleine: Kein LMP1-Start in Silverstone

Nach schier endlosen Problemen mit dem Judd-Motor wird Oak in Silverstone nicht in der LMP1-Kategorie antreten - Verhandlungen mit Honda weit fortgeschritten

(Motorsport-Total.com) - Oak hat die Konsequenzen aus der Pannenserie des Judd-Motors gezogen und wird beim vierten Lauf der Langstrecken-Weltmeisterschaft (WEC) in Silverstone nicht in der LMP1-Klasse antreten. Stattdessen werden Dominik Kraihamer und Bertrand Baguette vorläufig den Morgan-Nissan des Teams in der LMP2-Klasse fahren. "Das Team hat entschieden, dass weitere Einsätze mit dem Judd-Motor in der LMP1-Klasse sinnlos sind. Die Probleme waren zu gravierend. Wir haben bisher noch kein Rennen beendet", sagt Kraihamer auf Nachfrage von 'Motorsport-Total.com'.

Dominik Kraihamer, Bertrand Baguette, Franck Montagny

Der Oak-Oreca wird vorläufig nicht mehr in der LMP1-Klasse starten Zoom

Damit dürfte das Schicksal von Judd als Motorenhersteller in der LMP1 besiegelt sein. Vor Oak hatte schon Henri Pescarolo wegen der anhaltenden Probleme mit dem Treibwerk seinen Pescarolo 03 aus der WEC zurückgezogen. Der Judd-Motor hatte sich seit Beginn der Saison als nicht konkurrenzfähig erweisen. "Wir haben leider Zuverlässigkeitsprobleme und zu wenig Leistung", hatte Kraihamer bereits im Mai gesagt.

Nun hofft der junge Österreicher, in der LMP2 endlich um Siege fahren zu können. "In der LMP2-Klasse sind die Aussichten deutlich besser. Der Morgan-Nissan gehört zu den schnellsten Autos in der Klasse." Dies hatte das Auto zuletzt mit dem Gesamtsieg beim ELMS-Lauf in Donington unter Beweis gestellt. "Damit rechnen wir uns gute Chancen aus", sagt Kraihamer. Wer neben ihm und Baguette als dritter Fahrer auf dem Auto sitzen wird, steht noch nicht fest.

Morgan-Nissan ein Siegauto

Bertrand Baguette

Der Morgan-Nissan von Oak gewann das ELMS-Rennen in Donington Zoom

Kraihamer betont jedoch, dass der Rückzug aus der LMP1 nur vorübergehend sei: "Wir haben die LMP1 noch nicht aufgegeben und hoffen, dass wir spätestens bei den letzten beiden Saisonrennen wieder antreten können." Dann soll statt des Judd- ein Honda-Motor im Heck des Oreca seine Arbeit verrichten. Unter dem neuen Sportdirektor Olivier Quesnel, der nach dem Aus von Peugeot vor kurzem zu Oak gewechselt war, kommen die Verhandlungen mit HPD offenbar gut voran.

"Die Gespräche sind schon weit fortgeschritten, es sieht ganz gut aus", sagt Kraihamer. Knackpunkt dürfte hierbei das liebe Geld sein, denn die Honda-Motoren sind deutlich teurer als die Judd-Agregate. Doch offenbar hat Qusenel seinen neuen Arbeitgeber davon überzeugt, dass eine solche Investition notwendig ist, um in der LMP1 zu bestehen. "Die Chancen, dass es klappt, sind größer als die, dass es nicht klappt", schätzt Kraihamer den Stand der Verhandlungen ein.

Für das 6-Stunden-Rennen von Silverstone am 26. August, dem vierten Lauf der WEC haben 37 Autos ihre Teilnahme zugesagt. Neben 23 Prototypen werden 14 GTE-Autos das Rennwochenende in Angriff nehmen. Im Mittelpunkt wird das Duell in der LMP1-Klasse zwischen den Werksteams von Audi und Toyota. Mit Spannung wird erwartet, ob es zu einer Neuauflage des spannenden Zweikampfs von Le Mans kam, den durch den Unfall von Anthony Davidson und technische Probleme am Toyota mit der Startnummer sieben früh zugunsten von Audi entschieden wurde.

Audi vs. Toyota - Runde zwei

Die Le-Mans-Sieger wollen auch in Silverstone wieder gewinnen Zoom

Audi-Speerspitze sind die Le-Mans-Sieger Andre Lotterer, Marcel Fässler und Benoit Treluyer, denen beim Saisonhöhepunkt im R18 e-tron quattro der historische erste Sieg eines Autos mit Hybrid-Antrieb in Le Mans gelungen war. Audi setzt ab dem Rennen in Silverstone nur noch zwei Fahrzeuge in der WEC ein, daher müssen die WM-Führenden Tom Kristensen und Allan McNish, der nach dem Rücktritt ihres Partners Dindo Capello ab sofort zu zweit fahren, vom Hybrid- in den Leichtbau-R18 ultra umsteigen.

Auch Toyota hat sind Programm im Vergleich zu Le Mans halbiert, den TS030 Hybrid mit der Startnummer sieben werden in Silverstone Alex Wurz, Nicolas Lapierre und Kazuki Nakajma. Die drei Werksfahrer hoffen, an die starke Leistung von Le Mans anzuknüpfen, als Toyota aus dem Stand heraus ein würdiger Gegner der Audi war und sogar kurzzeitig die Führung übernehmen konnte.

Neben den drei Werksautos ist auch das Schweizer Rebellion-Team wieder mit zwei Lola-Toyota am Start. Nicolas Prost und Neel Jani fahren die Startnummer zwölf, Harold Primat und Andrea Belicchi die Nummer 13. Nick Heidfeld wir wie vereinbart keine weiteren Rennen zur WEC bestreiten. Neben Rebellion treten die britischen Privatteams Strakka mit Danny Watts/Jonny Kane/Nick Leventis sowie JRM mit David Brabham/Karun Chandhok/Peter Dumbreck an. Beide Teams setzten auf einen HPD ARX-03a.

Stärkste Klasse wird in Silverstone die LMP2 sein. Nach dem Klassensieg in Le Mans will das Starworks-Team mit Stephane Sarrazin, Enzo Potolichio und Ryan Dalziel (HPD ARX-03b) nun auch vor heimischen Publikum siegen. Doch auch die Fahrzeuge von Oak sowei die beiden Zytek-Nissan von Greaves gehören zum Kreis der Favoriten. Im Auto mit der Startnummer 42 wird dabei wieder Ex-Formel-1-Pilot Martin Brundle mit seinem Sohn Alex fahren. Dritter Fahrer ist der Spanier Lucas Ordonez.

Liuzzi im Lotus

Vitantonio Liuzzi

Vitantonio Liuzzi gibt in Silverstone sein WEC-Debüt Zoom

Lotus hat wieder zwei Lola-Coupés gemeldet. Neben der Stammbesatzung Thomas Holzer, Mirco Schultis und Luca Moro, werden im zweiten Auto Kevin Weeda und James Rossiter vom ehemaligen Formel-1-Piloten Vitantonio Liuzzi verstärkt. Pierre Kaffer fährt wie gehabt zusammen mit Soheil Ayari und Luis Perez Compac den Oreca-Nissan des Pecom-Teams.

Erneut relativ schwach besetzt ist die GTE-Pro Kategorie, in der nur fünf Autos gemeldet sind. Neben drei Ferrari 458 (zwei von AF Corse, einer von Luxury) treten in dieser Klasse die Porsche-Werksfahrer Marc Lieb und Richard Lietz (Felbermayer) sowie das Aston-Martin-Trio Stefan Mücke, Adrian Fernandez und Daran Tunrer an.

Die GTE-Am-Kategorie hat es die Labre-Corvette mit der Startnummer 50 mit acht Konkurrenten zu tun. Das britische JWA- und das deutsche Felbermayr-Team setzten einen Porsche 911 ein, hinzu kommen zwei Aston Martin Vantage, eine weitere Labre-Corvette sowie die Ferrari 458 von Krohn, Luxury und AF-Corse-Waltrip.

"Die sechs Stunden von Silverstone sind der letzte europäische Lauf zu WEC 2012. Ich freue mich, dass wir im Vergleich zu Sebring ein größeres Starterfeld haben", sagt Gerard Neveu, Geschäftsführer der WEC. "Die britischen Hersteller spielen eine wichtige Rolle im Langstreckensport, wir haben nicht weniger als sechs britische Teams und 16 britische Fahrer, denen die Fans am 26. August zujubeln können."

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