Neue Personalstruktur: Porsche nach Daytona-Sieg mit WEC-Durchbruch?

Porsche Penske Motorsport stellt sich personaltechnisch vor dem WEC-Auftakt in Katar anders auf - Gelingt nach dem Daytona-Coup endlich der erste WEC-Sieg?

(Motorsport-Total.com) - Sportlich werden sich weder Porsche noch Penske in der Langstrecken-Weltmeisterschaft (WEC) etwas vom Sieg bei den 24 Stunden von Daytona kaufen können. Doch natürlich gibt der erste Triumph des LMDh-Boliden Porsche 963 bei einem der ganz großen Rennen dem gesamten Team eine Extraportion Motivation.

Titel-Bild zur News: Der mit Zuverlässigkeits-Updates versehene Porsche 963 gilt als Favorit, die WEC-Siegesserie von Toyota zu beenden

Der mit Zuverlässigkeits-Updates versehene Porsche 963 gilt als Favorit, die WEC-Siegesserie von Toyota zu beenden Zoom

"Unser Sieg beim Saisonauftakt der IMSA-Serie in Daytona hat unserer gesamten Mannschaft auf beiden Seiten des Atlantiks einen enormen Schub gegeben", erklärt Thomas Laudenbach, Leiter Porsche Motorsport. "Wir versuchen, diesen Schwung mit in das neue Jahr der WEC zu nehmen."

Urs Kuratle, Leiter Werksmotorsport LMDh, ergänzt: "Der Triumph in Daytona stellte für uns sehr wichtige Dinge dar: Das Team hat auf operativer Seite perfekt funktioniert, der Porsche 963 war über 24 Stunden standfest und schnell. Unsere Arbeit während der vergangenen Saison und über den Winter bringt uns offenbar den erhofften Fortschritt."

"Im ersten WEC-Saisonrennen in Katar werden Mannschaft und Auto erneut auf eine harte Probe gestellt. Es geht an einem neuen Schauplatz über die Distanz von zehn Stunden. Wir müssen genauso konzentriert und entschlossen zu Werke gehen wie in Daytona."

"Nach unserem Sieg bei den 24 Stunden von Daytona ist die Vorfreude auf den Saisonstart der FIA WEC umso größer", sagt Werksfahrer Matt Campbell aus dem Porsche #5 (Campbell/Christensen/Makowiecki), der Teil der Siegercrew mit Dane Cameron, Felipe Nasr und Josef Newgarden in Daytona gewesen ist.

Porsche hat bereits Ende 2023 einen Test auf dem Losail International Circuit bei Doha absolviert, wo am Montag und Dienstag der Prolog und am 2. März der Auftakt der WEC erfolgen werden. Kuratle zufolge sind die Testfahrten dort "gut verlaufen". Allerdings hilft das ohne Konkurrenz natürlich nur bedingt weiter.

Der neue Porsche-WEC-Teamchef Jan Lange

Der neue Porsche-WEC-Teamchef Jan Lange Zoom

Kevin Estre aus dem Porsche #6 (Estre/Lotterer/L. Vanthoor) sagt: "Zum Start in unser zweites Jahr mit dem Porsche 963 sind die Erwartungen hoch. Das gesamte Team hat über den Winter hart gearbeitet, um Fahrzeug und Abläufe weiter zu optimieren. Ob es für Siege reichen wird, können wir derzeit noch nicht abschätzen."

"Unsere Crew im Cockpit der Nummer 6 bleibt unverändert. An dieser Stelle haben wir Stabilität. Uns stehen zur Saison 2024 zwei neue Ingenieure an der Seite. Das Zusammenspiel klappt schon sehr gut. Die Strecke in Katar hat ihre Eigenarten. Vor allem die optimale Nutzung der Reifen wird knifflig. Wir peilen zum Saisonstart einen Podestplatz an und wollen dann den Schwung in die folgenden Rennen mitnehmen."

Neuer Teamchef, neues Hauptquartier

Porsche hat sich für die WEC-Saison 2024 personell neu aufgestellt. Jan Lange übernimmt die Rolle als Teamchef bei der Mannschaft aus Mannheim. Er wird unterstützt von Teammanager Francis Schammo und Tobias Dürheimer, der sich in den Bereichen Business und Operations einbringt.

Das globale Einsatzteam Porsche Penske Motorsport führt weiterhin der Leitende Direktor Jonathan "JD" Diuguid. Der Amerikaner sowie sein Landsmann Travis Law (Wettbewerbsdirektor) bekleiden ihre Funktionen sowohl in der WEC als auch in der IMSA SportsCar Championship.

Kuratle bleibt als Leiter Porsche Werksmotorsport LMDh in übergeordneter Verantwortung von Porsche Motorsport. Ihm zur Seite steht Stefan Moser aus Deutschland, der als Technikdirektor im Projekt Porsche 963 fungiert.


Fotos: Porsche-WEC-Hauptquartier in Mannheim


Porsche hat auch einen Blick auf sein neues Hauptquartier in Mannheim gegeben, von dem aus die WEC-Einsätze vorgenommen werden. Das Gebäude hat für beide Parteien - Porsche und Penske - eine hohe Bedeutung, wie Diuguid erklärt: "Das Gebäude gehörte zunächst Porsche, bevor Penske es als Porsche-Zentrum genutzt hat. Der Standort besitzt also eine langjährige Tradition."

"Jetzt haben wir ihn komplett umgebaut und modernisiert. Er enthält nun alles, was wir für die Vorbereitung und die Wartung unserer Hybridprototypen Porsche 963 für die weltweiten Renneinsätze brauchen."

Mehrere Millionen Euro wurden in die Hand genommen, um den Standort Mannheim für die Einsätze fit zu machen. Der Komplex umfasst rund 4.500 Quadratmeter Nutzfläche und wurde nun auf den neuesten Stand der Technik gebracht - mit Konferenzräumen, digitaler Vernetzung, einem Foyer mit Exponaten des Porsche-Museums und modernen Büros.

Allein die Werkstatt besteht aus vier Arbeitsbereichen. Sie dienen dem Aufbau, der Wartung, sowie der Fahrwerks- und Gewichtseinstellung der Porsche 963. Hinzu kommen Abteilungen für Vormontage, Rennequipment, Carbonverbundstoff-Verarbeitung, Hochvoltsysteme, Ersatzteile sowie Lager und Logistik.

Porsche Penske Motorsport hat im Gebäude die Le-Mans-Boxengasse maßstabsgetreu nachgebildet. Hier üben die Mechaniker täglich Reifenwechsel- und Tankstopps. Ein spezielles Testfahrzeug dient als Trainingsobjekt. Ein Fitnessraum für die Crew ist direkt angegliedert. Noch im Aufbau befindet sich der sogenannte "Battle Room", aus dem heraus die Techniker an Rennwochenenden das Team an der Strecke unterstützen.

Die IMSA-Einsätze werden weiter vom Penske-Hauptquartier in Mooresville in North Carolina aus vorgenommen.

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