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Yamaha-Rückblick: "Es gibt keine Ausreden mehr"

Auch im zweiten Jahr nicht siegfähig: Yamaha steht im Schatten von Kawasaki und Ducati und eifert den glorreichen Zeiten des WSBK-Werksteams hinterher

(Motorsport-Total.com) - Obwohl Yamaha bisher erst einen Fahrertitel in der WSBK feiern konnte, war die Marke jahrelang eine ernstzunehmende Gefahr in der Serie und stets ein potenzieller Titelkandidat. Als die Japaner von 2005 bis 2011 mit einem reinen Werksteam vertreten waren, hatte man mit Fahrern wie Ben Spies, Noriyuki Haga, Cal Crutchlow, Troy Corser, Marco Melandri oder auch Eugene Laverty stets die Chance, Rennen zu gewinnen. Teammanager Massimo Meregalli, der seit einigen Jahren in der Box des Yamaha-MotoGP-Teams tätig ist, genoss den Kampf gegen Ducati, Honda, Suzuki und Aprilia. Die Erwartungen waren entsprechend groß, als Yamaha mit der hoch gelobten R1 RN32 zurück in die Serie kam. Doch bisher kann das von Crescent geleitete WSBK-Team keinen Sieg vorweisen.

Alex Lowes

Yamaha gelang mit der aktuellen R1 noch kein Laufsieg in der Superbike-WM Zoom

"Man will immer mehr. Wir konnten kein Rennen gewinnen", fasst Teammanager Paul Denning nach einer soliden Saison im Gespräch mit 'WorldSBK.com' zusammen. "Das Projekt entwickelte sich positiv. Vor allem in der zweiten Saisonhälfte waren wir konstanter und die Fahrer hatten ein größeres Selbstvertrauen."

Alex Lowes schaffte es 2017 drei Mal aufs Podium. Teamkollege Michael van der Mark stand zwei Mal auf dem Podest. Siege waren aus eigener Kraft nicht möglich, auch wenn van der Mark in Misano bis zum Ausfall gute Chancen hatte. Laut Denning soll sich Yamaha-Japan nach der enttäuschenden Comeback-Saison im Vorjahr stärker engagiert haben. Von einem Werks-Engagement wie bei Kawasaki und Ducati ist Yamaha aber weit entfernt.

Zu wenig Support von Yamaha?

Alex Lowes

Yamaha R1: In Suzuka kaum zu schlagen, in der WSBK nur gutes Mittelmaß Zoom

Beim prestigeträchtigen Langstreckenrennen in Suzuka demonstrierte Yamaha in den vergangenen Jahren, wozu die aktuell R1 fähig ist. In der WSBK ist die Maschine noch kein Siegmotorrad. "Yamaha ist eine Marke, die gewinnen möchte. Wir wollen es immer besser machen. Man muss aber bedenken, dass es erst das zweite Jahr war, nachdem sich Yamaha 2011 zurückzog. In der kommenden Saison haben wir keine Ausreden. Wir müssen vom Beginn der Saison Rennen gewinnen. Wir haben eine bessere Basis, um dieses Ziel zu erreichen."

Große Hoffnungen setzt das Team in van der Mark, der sich 2017 nach einem enttäuschenden Saisonstart steigern konnte. "Michael hat sich sehr gut integriert. Wir haben zwei Fahrer, die einerseits jung sind, andererseits aber Erfahrung haben. Michael musste sich erst an den Charakter der Maschine gewöhnen, der im Vergleich zu seiner alten Maschine anders ist. Alex übernahm die Rolle des erfahreneren Piloten. Er ist älter und hatte bereits ein Jahr Erfahrung mit der R1."

Neue Hoffnung für 2018

Alex Lowes, Michael van der Mark

Können Alex Lowes und Michael van der Mark 2018 regelmäßiger jubeln? Zoom

Während Ducati und Kawasaki durch die neuen Regeln etwas vom Vorsprung einbüßen dürften, schöpft Yamaha Hoffnung. Die neuen Drehzahllimits bremsen die R1 weniger ein als die Panigale und die ZX-10RR. "Die Regeländerungen sollten uns helfen, denn die Maximaldrehzahl orientiert sich jetzt stärker an der Serienmaschine. Die Philosophie der Originalmaschine steht mehr im Fokus. Im Vergleich zu ein oder zwei Konkurrenten drehen unsere Rennmotoren nicht viel höher als die Serienmotoren", berichtet Denning.

Der erfahrene Brite möchte sich aber nicht nur auf die neuen Rahmenbedingungen verlassen, um Yamaha 2018 endlich zu Siegen zu führen: "Es werden nicht nur die neuen Regeln eine Rolle spielen sondern auch die Fortführung der Entwicklung seitens Yamaha-Europa und Yamaha-Japan", betont der ehemalige MotoGP-Manager, der hofft, dass Yamaha den Vertrag mit der Crescent-Crew verlängert. Ende 2018 läuft der vereinbarte Dreijahresvertrag aus.

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