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Bradl-Teamchef: "Wesentliche Veränderungen" nach der Pause

In der Superbike-Saison 2017 musste Honda bisher nicht nur sportliche Rückschläge verkraften, doch Ronald ten Kate verspricht "wesentliche Veränderungen am Bike"

(Motorsport-Total.com) - Wie die MotoGP befindet sich auch die Superbike-WM derzeit in der Sommerpause. Als nächstes macht die Rennserie vom 18. bis 20. August auf dem Lausitzring Station. Bei seinem Heimrennen hofft Honda-Pilot Stefan Bradl auf gute Ergebnisse. Zuletzt fuhr er in Laguna Seca zweimal einen elften Platz ein. Für ihn und das Team von Ronald ten Kate war es ein besonders emotionales Rennwochenende.

Stefan Bradl

Stefan Bradl müht sich in seinem Debütjahr auf einer unterlegenen Honda ab Zoom

Denn auf dem Mazda Raceway Laguna Seca wurde Lokalheld Nicky Hayden schmerzlich vermisst. Der US-Amerikaner war am 22. Mai an den Folgen eines schweren Radunfalls gestorben. Wenn ten Kate auf die bisherige Saison zurückblickt, dann überschattet diese Tragödie alles: "Der größte Rückschlag in der Saison war der Tod von Nicky Hayden. Das war für uns alle sehr schwer - genauso wie für die Fans", sagt er am 'WSBK'-Mikrofon.

Doch auch sportlich erlebte das Honda-Werksteam ein kompliziertes Jahr. "Die Probleme begannen schon mit der späten Ankunft des Motorrads. Dadurch sind wir ins Hintertreffen geraten", erklärt ten Kate die Startschwierigkeiten. "Es kam spät an. Deshalb mussten wir viel Arbeit nachholen, die man normalerweise über den Winter erledigt. Es war schwierig, das während der Rennwochenenden zu tun. Durch das Testverbot konnten wir nicht testen, wie wir wollten."

Honda-Update soll Steigerung bringen

Dennoch sieht der Niederländer Fortschritte, "auch wenn diese nicht immer sofort auf der Strecke sichtbar werden". Er zeigt sich zuversichtlich, noch vor dem Ende der Saison "wieder ein konkurrenzfähigeres Motorrad" zu haben. In der Sommerpause seien einige Tests geplant. Danach werde es "einige, wesentliche Veränderungen am Motorrad" geben, insbesondere was die Elektronik angeht. "Das sollte uns weiter nach vorn bringen", hofft ten Kate für den Rest der Sasion.


Fotostrecke: Die Karriere-Highlights von Stefan Bradl

Dann soll auch Superbike-Rookie Bradl sein Potenzial besser ausschöpfen und können. "Bisher konnten wir noch nicht sehen, wie stark er wirklich ist, weil das Paket so schlecht ist", gesteht der Honda-Teamchef im Interview mit 'Motorsport-Total.com'. "Er ist ein sehr guter Fahrer, er ist wirklich sehr gut", sehe sich aber wie die meisten Fahrer, die die aus der MotoGP in die Superbike-WM kommen, denselben Probleme ausgesetzt.

"Denn die Philosophie des Motorrads ist anders, die Reifen sind anders. Aber er meistert das ganz gut und macht mit Sicherheit Fortschritte, aber das muss uns eben auch mit dem Motorrad gelingen, sodass er auf dem Level fahren kann, das wir erwarten. Das ist momentan nicht der Fall", gesteht ten Kate. Was die fahrerischen Unterschiede angeht, habe sich Bradl aber schon umgestellt. Denn der Stil ist nicht so extrem wie in der MotoGP.

"Ja, das Motorrad muss anders gefahren werden", bestätigt Superbike-Urgestein ten Kate. "Jonathan (Rea, Anm. d. R.) ist hier mit einem vergleichsweise altmodischen Fahrstil sehr schnell und schleift nicht mit den Ellbogen, während in der MotoGP die Ellbogen eher am Boden sind als die Knie. Das ist auf die Reifen und die damit verbundene Haftung zurückzuführen." Einige Fahrer wie Leon Camier oder Lorenzo Savadori nutzen den Ellbogen aber dennoch.

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