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  • 23.02.2012 18:02

Die Seriennähe der Superbike-WM

In der Superbike-Weltmeisterschaft kommen im Gegensatz zur MotoGP keine reinrassigen Prototypen zum Einsatz - Die Seriennähe ist im Reglement festgelegt

(Motorsport-Total.com) - An diesem Wochenende startet die Superbike-WM in die Saison 2012. Mit Aprilia, BMW, Ducati, Honda, Kawasaki und Suzuki sind sechs Hersteller in der Meisterschaft vertreten. Damit die Seriennähe der in der WM startenden Bikes sichergestellt ist, gelten für die Homologation strenge Auflagen. Ein Motorrad wird nur dann für die WM homologiert, wenn es aktuell als Serienversion in großen Stückzahlen produziert wird, international für den Straßenverkehr zugelassen und im freien Handel zu erwerben ist. Für die Homologation müssen, nach Fristen gestaffelt, festgelegte Mindest-Stückzahlen des Serienmotorrads produziert werden.

Leon Camier

Die Suzuki-Farben vertitt in der Saison 2012 das Crecent-Team mit Yoshimura Zoom

Diese Stückzahlen variieren, je nachdem ob ein Hersteller ein Motorrad erstmals homologieren lässt oder ob ein bereits für die WM zugelassenes Bike neu homologiert wird. Eine solche Neu-Homologation wird nötig, wenn von bestimmten Komponenten mindestens zwei geändert werden. Dazu zählen zum Beispiel das Kurbelgehäuse, die Zylinder und der Zylinderkopf, die Kurbelwelle, die Airbox oder die Dimension, das Gewicht und die Technologie des Rahmens. Der Weltverband FIM kann jedoch gewisse Änderungen ohne neue Homologation genehmigen.

Motorrad-Konzepte
In der Superbike-Weltmeisterschaft dürfen seriennahe Viertakt-Motorräder mit vier, drei oder zwei Zylindern an den Start gehen. Für Drei- und Vierzylinder gilt eine Hubraumbegrenzung von 1.000 Kubikzentimetern, Maschinen mit Zweizylinder-Motor haben ein Hubraumlimit von 1.200 Kubikzentimetern. Motorräder mit drei und vier Zylindern müssen mindestens 165 Kilogramm auf die Waage bringen. Für Zweizylinder gilt ein Mindestgewicht von zunächst 171 Kilogramm. Bei diesem Motorkonzept sind die Triebwerke zudem mit einem Luftmengen-Begrenzer versehen, dessen Durchlass-Durchmesser zu Saisonbeginn 50 Millimeter beträgt.

Carlos Checa

Carlos Checa hat 2011 den WM-Titel mit der Ducati gewonnen Zoom

Das Mindestgewicht der Zweizylinder kann während der laufenden Saison durch die Superbike-Kommission modifiziert werden, falls sich anhand der bisherigen Rennergebnisse herausstellt, dass zwischen den verschiedenen Motorkonzepten keine Chancengleichheit mehr gewährleistet ist. Mittels einer komplexen Formel werden die bisherigen durchschnittlichen Rennergebnisse der einzelnen Motorkonzepte ermittelt.

Sollten die Zweizylinder klar unterlegen sein, kann ihr Mindestgewicht in Drei-Kilogramm-Schritten bis auf 165 Kilogramm gesenkt werden. Im Falle einer deutlichen Überlegenheit der Zweizylinder wird ihr Mindestgewicht auf 174 Kilogramm erhöht. Sollte die "Balance of Performance" dann immer noch nicht gewährleistet sein, kann der Durchlass-Durchmesser des Luftmengen- Begrenzers in Zwei-Millimeter-Schritten verändert werden.

Antrieb
Das Motorgehäuse des Rennbikes muss mit dem des Serienmodells identisch sein. Die Form des Ölsumpfs darf ebenfalls nicht modifiziert werden, Benzinpumpen und Getriebe müssen im Wesentlichen mit der Serie identisch sein. Eine elektronische Steuerung der Drosselklappen, bekannt als Ride-by-Wire-System, kann hinzugefügt oder verändert werden. Sie darf aber keinen Einfluss auf die Funktionalität der Sicherheitssysteme haben.

Variable Vorrichtungen im Ansaugtrakt müssen bereits bei der Homologation des Motorrads eingebaut sein. Die Zylinderköpfe dürfen nach der Homologation leicht verändert werden. Zudem ist das Verdichtungsverhältnis ebenso wenig reglementiert wie die verwendeten Kolben und Pleuel.

Chassis
Auch hier ist Seriennähe Trumpf. Bei der Rennversion des Motorrads muss der gleiche Rahmen eingesetzt werden wie beim Serienmodell. Die Form der Verkleidung, der Windschutzscheibe und des Sitzes muss erhalten bleiben. Aussehen und Lage des Tanks müssen der Homologation entsprechen. Die Form des Tanks kann jedoch unterhalb der oberen Rahmenlinie und unter dem Sitz leicht modifiziert werden, um dem Fahrer eine komfortablere Sitzposition zu ermöglichen.

Hiroshi Aoyama

2012 feiert die Honda Fireblade ihr 20-jähriges Jubiläum Zoom

Das Tankvolumen darf höchstens 24 Liter betragen. Gabel und Dämpfer sind hingegen frei gestaltbar. Die Verwendung von Titan für Rahmen, Vorderradgabeln, Lenker, Schwingen, Schwingen- und Radachsen ist verboten. Zudem ist der Einsatz von Leichtmetallen bei Radachsen nicht zulässig. Gestattet ist dagegen die Verwendung von Schrauben und Muttern aus Titanlegierungen. Elektronisch gesteuerte Dämpfungselemente sind verboten, es sei denn, sie wurden bereits beim Serienmotorrad verbaut. Der Einsatz von Kohlefaser-Bremsscheiben ist nicht gestattet.

Reifen
Seit 2003 ist Pirelli der alleinige Reifenlieferant für die Superbike-Weltmeisterschaft. Pro Veranstaltung und Fahrer dürfen für die Trainings- und Qualifikations-Sessions maximal 13 Hinter- und neun Vorderreifen eingesetzt werden. Diese Gesamtzahlen schließen Trockenreifen, Intermediates und Regenreifen ein. Ab der Saison 2012 haben jedoch die Piloten, die sich für die Superpole qualifiziert haben, einen zusätzlichen Vorderreifen zur Verfügung. Während der Rennen ist die Anzahl der Reifen nicht limitiert.

Testfahrten
Vom 1. Dezember bis zum 15. Januar des Folgejahres gilt für alle in der Superbike-WM vertretenen Hersteller und Teams ein absolutes Testverbot. Ansonsten kann außerhalb der Saison frei getestet werden. Nach Beginn der Saison sind Testfahrten auf Strecken, die im Rennkalender vertreten sind, untersagt. Es gelten aber einige Ausnahmen. So besteht die Möglichkeit, in den sechs Tagen vor jeder Veranstaltung private Tests auf dem jeweiligen Kurs zu organisieren, die allen Fahrern zugänglich sein müssen.

Außerdem darf auf den Strecken der Superbike-WM getestet werden, sobald Rennen dort absolviert wurden. Jedes Team benennt zudem vor der Saison eine Heim-Teststrecke. Dort darf bis zu sechs Tage, bevor dort eine Rennveranstaltung stattfindet, gefahren werden.

Unsportliches Verhalten
Die Fans lieben die packende Action der Superbike-Rennen. Doch alles muss im Rahmen bleiben. Die Piloten sind sowohl auf der Strecke als auch in der Boxengasse zu einer verantwortungsbewussten Fahrweise verpflichtet. Aktionen, die andere Teilnehmer gefährden, sind verboten. Verstöße können mit den unterschiedlichsten Strafen geahndet werden. Dazu zählen eine Geldstrafe, die Rückversetzung in der Startaufstellung oder im Rennen, eine Durchfahrtsstrafe, eine Zeitstrafe, die Disqualifikation oder der Entzug von WM-Punkten. Im schlimmsten Fall droht sogar eine Sperre.

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