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  • 04.04.2022 · 15:51

  • von Roland Hildebrandt

Citroen BX (1982-1994): Klassiker der Zukunft?

Vor 40 Jahren debütierte der neue Citroen BX - Für Furore sorgte weniger seine Hydropneumatik, sondern seine extrem kantige Form

(Motorsport-Total.com/Motor1) - Unsere geschätzten Leser haben bestimmt schon einmal die Rubrik "Kennen Sie den noch?" studiert. Dort stellen wir Autos von früher vor, die inzwischen fast vergessen sind. Doch was ist mit den Modellen, die durchaus noch zahlreich im Straßenverkehr umherfahren? Jene Typen, die jeder kennt, die schon deutlich über 20 Jahre, teilweise aber auch viel weniger auf dem Buckel haben.

Citroen

Citroën BX Break (1985-1994) Zoom

Werden sie einmal Oldtimer? Das birgt Zündstoff für kontroverse Diskussionen. Einige dieser Modelle wollen wir in unserer Reihe "Klassiker der Zukunft?" vorstellen.

Der von 1982 bis 1994 hergestellte Citroën BX als Nachfolger des GS/GSA schrieb trotz ? oder vielleicht gerade wegen ? seiner recht pragmatischen Optik ein Kapitel der Erfolgsgeschichte. So setzte die Mittelklasselimousine mit hydropneumatischer Federung neue Akzente in puncto Aerodynamik, Karosseriebau und Wirtschaftlichkeit.

Eine besondere Innovation war der Leichtbau der Karosserie: Bei den Stoßstangen, der Motorhaube, der Heckklappe und der C-Säulenverkleidung wurden Kunststoffe eingesetzt. Zudem war die Karosserie die erste bei Citroën, die am Computer geplant und entwickelt wurde.

Am 23. September 1982 wurde der BX erstmals unter dem Eiffelturm vorgestellt. Wenige Tage später öffnete der 69. Pariser Automobilsalon auf dem Messegelände an der Porte de Versailles seine Pforten. Dort wurde BX am 1. Oktober 1982 (dem Tag, an dem Helmut Kohl Bundeskanzler wurde) der breiten Masse präsentiert. Der BX, der in den Werken Rennes La Janais in der Bretagne und Vigo in Spanien gebaut wurde, war ein voller kommerzieller Erfolg und wurde mehr als 2,3 Millionen Mal verkauft, bevor die Produktion im Juni 1994 endete.


Fotostrecke: Citroen BX (1982-1994): Klassiker der Zukunft?

Für die Gestaltung der Karosserie wandte sich Citroën an den berühmten italienischen Karosseriebauer Bertone. Der Designer Marcello Gandini schlug daraufhin eine originelle Form vor, die besonders kantig war. Aber nicht unbedingt neu: Gandini und Bertone hatten in den Jahren zuvor bereits mit dem Volvo Tundra, dem Mazda MX-81 und dem Reliant FW11 von 1977 ähnliche Entwürfe gezeigt.

Wie auch immer: Das Design stach in der damaligen Automobillandschaft hervor und wurde zum Wahrzeichen des BX. Der zunächst angebotene BX mit Fließheck war 4,23 Meter lang, 1,35 Meter hoch und 1,68 Meter hoch. Radstand? Üppige 2,65 Meter.

Das vom CX inspirierte Armaturenbrett wies Citroën-typisch eigenwillige Elemente auf, wie etwa die Satellitensteuerung auf beiden Seiten des Lenkrads und den beleuchteten Drehzahlmesser. Mit seinen Motoren (62 PS und 72 PS bei 1360 ccm, 90 PS bei 1580 ccm) war der BX schon bei seiner Einführung überraschend dynamisch.

Grund war der Leichtbau der Karosserie: Bei den Stoßstangen, der Motorhaube, der Heckklappe und der C-Säulenverkleidung wurden Kunststoffe eingesetzt. Neue Maßstäbe setzte der besonders sorgfältige Korrosionsschutz unter Verwendung von galvanisiertem Stahl und Zinkbeschichtung. Zudem war die Karosserie die erste bei Citroën, die am Computer geplant und entwickelt wurde. So wog das Basismodel nur 885 kg.

Die Hinterachse war mit gezogenen Längslenkern und längs liegenden Federelementen ausgestattet. Die geschickte und platzsparende Achsaufhängung ermöglichte einen ebenen Kofferraum. Eine besondere Neuigkeit im Innenraum war das Armaturenbrett mit seinem Lupentacho, in das die Bedienungssatelliten integriert waren.

Ab April 1984 war der Citroën BX mit einer 1,9 Liter Dieselvariante mit 64 DIN-PS erhältlich. Im November folgte der Citroën BX GT mit 1.891 ccm und 105 PS, wenig später dann das Sondermodell BX Digit mit vollständig digitaler Instrumenteneinheit.

Ab 1985 stellte Citroën drei Kombiversionen (4,40 Meter lang) vor: den BX 16 RS Break, den BX 19 TRS Break und den BX 19 RD Break. 1986 wurde der Citroën BX überarbeitet und erhielt große weiße Blinker und breite Kotflügel, neue Stoßstangen und ein neu gestaltetes Armaturenbrett mit konventionellen Rundinstrumenten- und Bedienungselementen.

Zudem folgten 1987 beziehungsweise 1988 zwei weitere besondere Motoren: der 1,9 Liter GTi 16V mit 158 PS (ab 1988 mit 147 PS) als erster in Großserie produzierter französischer 16V-Motor mit serienmäßigem ABS; ein Jahr später dann der 1,8 Liter Turbodiesel mit 90 PS. Von der zivilen Version des Rennwagens BX 4 TC der Gruppe B (2141 ccm, 200 PS, 220 km/h) wurde sogar eine auf 200 Exemplare limitierte Serie angeboten.

Vom Citroën BX wurden in den Jahren 1982 bis 1994 insgesamt 141.228 Fahrzeuge in Deutschland verkauft. Ende 1985 kostete der Basis-BX 16.320 DM, ein 105 PS starker BX 19 GT 22.230 Mark, der RD 19 Break mit 65 Diesel-PS lag bei 22.700 DM.

Weltweit wurde der Citroën BX exakt 2.315.739 Mal produziert. Im Laufe der Karriere des BX gab es auch zahlreiche limitierte Editionen (Tonic, Image, Calanque, Leader,und so weiter)

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