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  • 03.04.2022 · 13:08

  • von Christopher Smith, Übersetzung: Manuel Lehbrink

Ford baute 1955 einen Thunderbird mit Boeing-Gasturbinenmotor

In den 1950ern experimentierte Ford mit Gasturbinenmotoren und baute 1955 einen Thunderbird mit einem kleinen Düsentriebwerk von Boeing

(Motorsport-Total.com/Motor1) - Fast jeder Autoenthusiast kennt das Chrysler Turbine Car. Falls nicht, finden Sie weiter unten den Link zu dem entsprechenden Artikel. Aber fast alle Fahrzeuge, die Chrysler baute, wurden zerstört. Aber wussten Sie, dass auch Ford in die Welt der Turbinen eingetaucht ist?

Ford

Ford Thunderbird Gas Turbine Engine Zoom

Werfen wir gemeinsam einen Blick auf einen sehr kuriosen Ford Thunderbird von 1955. Normalerweise würde man hier einen 4,8-Liter-V8 unter der Haube finden, der knapp 200 PS leistet. Aber wie der gigantische Auspuff im Kotflügel dieses Donnervogels vermuten lässt, sitzt etwas ganz anderes in dem langen Blechkasten vor der Windschutzscheibe. Tatsächlich handelt es sich um eine kleine Gasturbine, die von Boeing geliefert wurde.

I think the world would have been a cooler place with a Thunderbird powered by a Boeing gas turbine engine! Well, we almost got it. See the testing notes. uiltFordTough #TreasuresFromTheFordArchives #IHaveTheBestJobInTheWorld pic.twitter.com/hgLsaXXprT
? Ted Ryan (@tedryan64) March 31, 2022

Der Ford-Archivar Ted Ryan hat das Bild dieses Prototyps auf Twitter geteilt. Zusammen mit einem Schnappschuss eines Dokuments, in dem das Programm beschrieben wird. Das Triebwerk wird als Boeing 8c ausgewiesen und soll 175 PS leisten. Vermutlich erzeugt die Turbine auch eine Geräuschkulisse, die bei jedem Menschen im Umkreis von einem Häuserblock Kopfschütteln garantiert.

Während das Chrysler-Turbinenauto eine Auspuffanlage hatte, die nach hinten austrat, werden die Abgase bei diesem Ford-Prototyp hinter dem Vorderrad entsorgt. In dem Dokument wird die "Unerwünschtheit des vorderen Auspuffs" zusammen mit einer beträchtlichen Verzögerung bei der Anfahrbeschleunigung als Nachteil der Konstruktion genannt. Wir können uns nur vorstellen, welchen Lärm und welche Hitze der Fahrer in diesem Jet-Auto erlebte.

Das Dokument erwähnte auf der positiven Seite aber auch eine gute Beschleunigung bei mittleren Geschwindigkeiten, einen reibungslosen Betrieb und ein günstiges Leistungsgewicht. Und da die Turbine im Vergleich zu einem Kolbenmotor einfacher konstruiert ist, fällt weniger Routinewartung an. Mit etwas zusätzlicher Entwicklung hätte ein Thunderbird mit Düsenantrieb also vielleicht sogar Realität werden können.

Ford zahlte 188.000 US-Dollar, um dieses Einzelstück auf der Grundlage einer bereits bestehenden Fahrzeugplattform zu entwickeln. Klingt wenig. Aber wir sprechen hier von 1955. Würde er heute gebaut werden, würde er fast 2 Millionen US-Dollar (1,8 Millionen Euro) kosten. Ein hoher Preis für einen Motortausch.

Die gewaltigen Produktionskosten waren schließlich ein wesentlicher Faktor, der auch das Aus für die Turbine bei Chrysler bedeutete. Es ist möglich, dass Ford damals zu einem ähnlichen Schluss gekommen ist. Dennoch gefällt uns die Vorstellung, dass ein Thunderbird tatsächlich ein wenig hörbaren Donner von sich gibt.

Quelle: Ted Ryan via Twitter

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