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Tiemann: "Ich werde kämpfen"

Langstrecken-Pilot Marcel Tiemann treibt seine Genesung weiter voran und bedankt sich bei Fans und Freunden für die herzliche Unterstützung

(Motorsport-Total.com) - Der schwere Unfall von Marcel Tiemann liegt nun schon über ein halbes Jahr zurück, doch die Folgen des Startcrashs von Imola werden den deutschen Rennfahrer noch geraume Zeit beschäftigen. Der 36-Jährige befindet sich zwar nach wie vor auf dem Weg der Besserung, von der Rückkehr an die Rennstrecke ist er aber noch weit entfernt. Dies ist allerdings das erklärte Ziel von Tiemann.

Marcel Tiemann

Marcel Tiemann nimmt seine vollständige Genesung und ein Comeback ins Visier

Nicht zuletzt, nachdem der langjährige Porsche-Pilot von seinen Kollegen zum Fahrer des Jahres 2010 auf der Nordschleife des Nürburgrings gewählt wurde. In einer Videobotschaft wendet sich Tiemann aus diesem Anlass an seine Freunde und Fans: "Vielen Dank, dass ihr mich zum Fahrer des Jahres gewählt habt. Das war eine der schönen Erinnerungen, die ich aus 2010 mitnehme."

Im Mai 2010 war Tiemann bei einem GT-Rennen im italienischen Imola bereits beim Start schwer verunglückt, als sein Phoenix-Fahrzeug unverschuldet in einen heftigen Crash verwickelt wurde. Der Deutsche musste anschließend einen Luftröhrenschnitt, diverse weitere Operationen sowie ein künstliches Koma über sich ergehen lassen. Seither arbeitet Tiemann an seiner Rehabilitation.

"Ihr habt mir alle sehr geholfen." Marcel Tiemann

Seine Fans standen ihm dabei stets zur Seite, was dem 36-Jährigen "sehr viel bedeutet", wie er zu Protokoll gibt. "Auch dafür möchte ich mich ganz herzlich bedanken. Ihr habt mir alle sehr geholfen - in der vielleicht schwierigsten Zeit meines Lebens. Danke auch an die Teams Phoenix und Manthey für ihre Unterstützung. Ich werde mit Sicherheit einmal bei euch auf einen Besuch vorbeikommen."

Fernziel ist und bleibt allerdings eine Rückkehr an die Rennstrecke, bekräftigt Tiemann: "Ich werde kämpfen und schauen, dass ich wieder zurückkomme." Dies hänge aber von der Wiederherstellung seiner Sehkraft ab, merkt der Deutsche an und erläutert diesen Sachverhalt: "Ich habe Probleme mit beiden Augen und sehe rechts nichts mehr. Das liegt wohl an einer Blutung, die ich im Kopf hatte."

"Ich gebe die Hoffnung nicht auf." Marcel Tiemann

"Es ist unwahrscheinlich, dass es wiederkommt, aber ich gebe die Hoffnung nicht auf", hält Tiemann fest. Der Nordschleifen-Routinier verspricht, er werde "alles daran setzen, dass es irgendwann einmal passiert. Momentan kann ich allerdings leider nicht einmal im normalen Straßenverkehr von A nach B fahren, weil es einfach zu gefährlich ist. Da wieder hinzukommen, ist mein größtes Ziel", so Tiemann.

Auf dem Weg dahin unterzieht sich der 36-Jährige diversen Genesungs-Programmen. "Gedächtnis, Orientierung und Konzentration stellen nach wie vor ebenfalls Probleme dar. Ich vergleiche mich natürlich immer mit dem, wo ich vorher stand", sagt Tiemann. "Ich nehme alles an Therapien wahr, was ich machen kann, damit ich wieder im Auto sitzen und fahren kann. Drückt mir die Daumen!"