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Tony Stewart: Der ganz normale Champion

Die NASCAR-Experten glauben eher an Jimmie Johnson und Carl Edwards, die Konkurrenz ist gewarnt: Kann Tony Stewart seinen Erfolg wiederholen?

(Motorsport-Total.com) - Knapp zwei Wochen vor dem Daytona 500 laufen in den USA die Tipps für die anstehende Sprint-Cup-Saison 2012 auf Hochtouren. Der allgemeine Titel-Favorit unter den Experten ist Jimmie Johnson (Hendrick-Chevrolet), der im Vorjahr zum ersten Mal seit 2006 nicht zu Meisterehren kam. Sein hartnäckigster Verfolger heißt Carl Edwards im Roush-Ford. Aber wo bleibt der Titelverteidiger Tony Stewart?

Tony Stewart

Homestead 2011: Tony Stewart feiert seinen dritten NASCAR-Titel Zoom

Natürlich trauen die meisten Experten dem Stewart/Haas-Boss den erneuten Sprung in den Chase zu, doch ganz an der NASCAR-Spitze wird der 40-Jährige nicht gewettet. Es ist eine Parallele zur Saison 2011: Weil Stewart an den ersten 26 Rennwochenenden kaum auffiel und die Playoffs nur mit Mühe und Not erreichte, hatte ihn niemand auf der Rechnung. Der Rest ist bekannt: Fünf Siege in zehn Chase-Rennen und Titel Nummer drei.

Seit Alan Kulwicki im Jahr 1992 wurde Stewart damit als erster Owner/Driver wieder zu einem NASCAR-Champion. In Zeiten, in denen die großen Mehrwagenteams wie Hendrick, Roush, Gibbs oder sogar Childress die NASCAR-Szene dominieren, nur ein purer Zufall? Vielleicht. Vielleicht aber auch nicht, denn Stewart/Haas operiert mittlerweile auf einem ähnlichen Level wie Gibbs, Roush oder Childress.

Mit Danica Patrick hat Stewart/Haas ab sofort ein drittes Team am Start. Die Sprint-Cup-Rennen, die die 29-Jährige nicht fährt, übernimmt David Reutimann mit Tommy Baldwin Racing im Rücken. Natürlich ist die Patrick-Saison 2012 genauso voll durchfinanziert wie das Stewart-Jahr. Auch für die Mannschaft um Ryan Newman kamen einige neue Sponsoren an Bord. Unter dem Strich verfügt Stewart/Haas also bereits über drei Teams. 2013 wird Danica Patrick dann eine komplette Sprint-Cup-Saison fahren - aller Wahrscheinlichkeit nach in der Stewart-Mannschaft.

Respekt bei der Konkurrenz

Tony Stewart

Tony Stewart: Im Hendrick-Kundenchevy zum Titel Zoom

Mit anderen Worten: In Zeiten, in denen Roush und Childress große Schwierigkeiten haben, ein viertes Auto an den Start zu bringen, hat Stewart/Haas aufgerüstet. Gegen den Trend. Der größte Unterschied zu Roush und Co.: Stewart/Haas Racing verfügt nicht über einen eigenen Motorenshop. Sie vertrauen auf die bärenstarken Hendrick-Kundenchevys. Auch die Chassis stammen aus der Hendrick-Produktion, werden im Stewart/Haas-Shop aber noch feingetunt.

Bei der Konkurrenz gibt hingegen es gehörigen Respekt vor Stewart. Für den gleichaltrigen Jeff Gordon (beide sind Jahrgang 1971) ist der Stewart-Triumph gleichbedeutend mit einem Motivationsschub, endlich seinen fünften Titel zu holen. Als Dale Earnhardt Jr. im November 2011 wieder einmal zum "Most Popular Driver" der Saison gewählt wurde, gab er zu Protokoll, dass das Ergebnis wohl anders ausgefallen wäre, wenn die Abstimmung nach dem sensationellen Homestead-Finale stattgefunden hätte.

"Er hat vor dem Rennen die nötige Verbalschlacht abgeliefert und seine Sprüche dann auf der Strecke untermauert", sagte Earnhardt. "Damit hat er sich ganz sicher sehr viele neue Fans gemacht." Der dreifache NASCAR-Champion Darrell Waltrip ist sogar der Meinung, dass Stewart heute einen starken Gegenpol zum immer stärker werdenden Einfluss der Großkonzerne darstellt: "Die Beispiele der Gebrüder Busch haben deutlich gemacht, dass die Fahrer und Teams der NASCAR mittlerweile komplett von den Sponsoren a la M&M oder Shell-Pennzoil dominiert werden", sagte Waltrip.

Der Junge von nebenan

"Tony ist hingegen noch echt. Er ist in den vergangenen Jahren zwar etwas ruhiger geworden, aber er kann es sich immer noch leisten, das zu tun und zu sagen, was er will. Dinge, mit denen andere heute nicht mehr durchkommen." Und genau dies macht ihn auf seine alten Tage zu einem neuen Liebling der NASCAR-Massen.


Am 26. Februar geht es los: Das Daytona 500

Stewart selbst sagt auch heute noch über sich: "Ich bin immer noch ein ganz normaler Junge. Ich trage Jeans, Turnschuhe und T-Shirts. Das war immer so und wird immer so bleiben." Und er hat einen harten Weg hinter sich, den viele andere auch gehen mussten, den Stewart aber nicht vergessen hat. "Ich musste Jobs annehmen, die ich nicht wollte. Ich musste jede Menge Opfer erbringen und kann mich deshalb genau in die Menschen hinein versetzen, die in ihrem Leben jeden Tag Opfer bringen müssen."

Für die NASCAR-Experten wird Stewart in der anstehenden Sprint-Cup-Saison 2012 also nicht die erste Geige spielen können. Seine Konkurrenz traut nach den Ereignissen der Playoffs 2011 dem Braten nicht so recht. Im Lager der Fans sieht die Sache vermutlich etwas anders aus: Sie hätten sicherlich nichts dagegen, wenn "Smoke" den Favoritenteams ein zweites Mal eine lange Nase zeigen könnte...

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