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Jorge Lorenzo

Spanien

Porträt

(Stand: Ende 2021) Der auf Mallorca geborene Spanier Jorge Lorenzo zählte zu den größten Talenten in der MotoGP. In seiner Debütsaison unterstrich er seine Fähigkeiten mit einem Sieg schon im dritten Rennen.

Lorenzo kam 2008 als zweifacher 250er-Weltmeister ins Yamaha-Werksteam, in welchem er mit Valentino Rossi gleich den Superstar und vielfachen Weltmeister als Gegner hatte. Aufgrund unterschiedlicher Reifenmarken blieben die Berührungspunkte der beiden Yamaha-Piloten sehr klein. In seinem zweiten Jahr bei Yamaha kam er Rossi mit vier Siegen bereits wesentlich näher und wurde am Ende Vizeweltmeister.

2010 wurde schließlich das große Jahr von Lorenzo. Er befreite sich von ablenkenden Betätigungsfeldern (unter anderem Schauspielausbildung) und lieferte eine perfekte Saison ab. Am Ende stand nach neun Saisonsiegen der erste WM-Titel für den Spanier fest. Der Wert dieses Titels wurde öffentlich jedoch infrage gestellt, denn Teamkollege Rossi plagte sich über die gesamte Saison mit Verletzungen und kam nie richtig in Schwung.

2011 hielt Lorenzo lange Zeit trotz der unterlegenen Yamaha mit dem späteren Weltmeister Casey Stoner (Honda) mit, doch ein Sturz im Training zum Grand Prix von Australien, bei dem sich Lorenzo am linken Ringfinger schwer verletzte, beendete seine Saison vorzeitig - und damit auch die Hoffnung auf eine erfolgreiche Titelverteidigung.

Dafür schlug Lorenzos große Stunde im Jahr 2012. Er legte eine unglaubliche Konstanz an den Tag. Sechs Siege und zehn zweite Podestplätze lautete die Ausbeute. Lorenzo kam nie schlechter als als Zweiter ins Ziel! Lediglich bei zwei Rennen schaffte er nicht die Distanz: In Assen wurde er beim Start von einem Konkurrenten abgeräumt und in Valencia stürzte er auf feuchter Strecke bei einem Überrundungsversuch gegen einen CRT-Fahrer.

Lorenzo kämpfte in der ersten Saisonhälfte gegen Stoner und in der zweiten gegen Pedrosa. Mit seiner Konstanz macht Lorenzo alles richtig und holte sich verdient den zweiten WM-Titel. Damit räumte der Spanier alle Zweifel beiseite. 2013 bekam er erneut Rossi als Teamkollegen. Der Altmeister konnte aber nicht an die Performance von Lorenzo anknüpfen. Mit acht Siegen verpasste Lorenzo erst beim Saisonfinale seinen dritten Titel knapp.

2014 wurde schließlich eine schwierige Saison mit lediglich zwei Siegen, aber 2015 präsentierte sich Lorenzo als stärkster Fahrer im Feld. Auf dem Weg zu seinem dritten WM-Titel feierte er sieben Siege und musste nach anfänglichem Rückstand auf seinen Teamkollegen Rossi aufholen. Die Entscheidung fiel beim Finale in Valencia. Lorenzo gewann von der Poleposition, Rossi konnte vom letzten Startplatz nur Vierter werden.

Bereits im Alter von vier Jahren fuhr Jorge Lorenzo sein erstes Minicross-Rennen. Als Zehnjähriger wechselte er in den Straßensport, wo er so überzeugend war, dass er 2002 von Derbi das Angebot bekam, in die Weltmeisterschaft einzusteigen. Die ersten beiden Rennen musste er wegen der Altersuntergrenze von 15 Jahren noch auslassen, dennoch sammelte er gleich in seiner Premierensaison immerhin 21 WM-Punkte.

2003 und 2004 folgten - immer noch auf Derbi und immer noch in der 125er-Klasse - die ersten vier Siege, ehe er 2005 in die 250er-WM aufstieg und in einer sieglosen Saison Gesamtfünfter wurde. 2006 und 2007 sicherte er sich zwei WM-Titel - jeweils als klar dominierender Fahrer im Feld. 2008, seinem ersten MotoGP-Jahr, kam Lorenzo mit einem Sieg auf den vierten Gesamtrang.

Im Fahrerlager bringt man ihm wegen seines unbestrittenen Könnens viel Respekt entgegen, so beliebt wie ein Rossi war er aber nicht. Viele legten Lorenzo sein schier grenzenloses Selbstbewusstsein als Arroganz aus. Es ist allerdings festzuhalten, dass Lorenzo in der jüngeren Vergangenheit der einzige Fahrer war, der Rossi auf gleichem Material regelmäßig besiegen konnte.

Mit dem WM-Finale 2015 war das Verhältnis der beiden nachhaltig getrübt, Lorenzo entschied sich im Frühling 2016 zum Wechsel zu Ducati, wo er ab 2017 das versuchte, was Rossi mit der italienischen Marke nicht gelang - Weltmeister zu werden.

Das Abenteuer Ducati gestaltete sich für Lorenzo schwierig. Die erste Saison wurde zu einer Enttäuschung, während sein Teamkollege Andrea Dovizioso Vizeweltmeister wurde. 2018 begann ähnlich kompliziert, aber dann legte Lorenzo den Schalter um. Er gewann überlegen in Mugello und gleich darauf in Barcelona. Im Sommer folgte ein dritter Sieg in Spielberg. Der Herbst war dann von Verletzungen geprägt.

Zu diesem Zeitpunkt stand aber schon lange fest, dass Ducati nicht mehr auf die Dienste des Spaniers vertrauen wollte. Schon vor seinem ersten Sieg in Mugello wurde intern festgelegt, in Zukunft auf Danilo Petrucci zu setzen. Lorenzo trat die Flucht nach vorne an, ging auf Honda zu und einigte sich mit dem japanischen Werksteam.

Er unterschrieb für 2019 und 2020 als Teamkollege von Marquez. Allerdings kam Lorenzo mit der RC213V nie zurecht. Zudem startete er mit Nachwirkungen einer Verletzung in die Saison. In Assen verletzte er sich bei einem Sturz einen Rückenwirbel und musste drei Rennen auslassen. In der zweiten Saisonhälfte verpasste er dann vier Rennen hintereinander die WM-Punkteränge.

Schließlich verkündete Lorenzo beim Saisonfinale in Valencia seinen Rücktritt. Er hatte Honda um Auflösung des Zweijahresvertrages gebeten. In seiner einzigen Honda-Saison schaffte er kein einziges Top-10-Ergebnis. Lorenzo verabschiedete sich aber nicht in den Ruhestand, sondern wechselte zurück zu Yamaha als Testfahrer.

Die Coronavirus-Pandemie durchkreuzte aber die Pläne für Testfahrten und Wildcards. Letztendlich bestritt Lorenzo nur zwei Tests. Yamaha verlängerte den Vertrag nicht. Damit war die Karriere des Spaniers endgültig zu Ende.

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