powered by Motorsport.com

Johann Zarco

Johann Zarco
Frankreich

Porträt

(Stand: Ende 2020) Johann Zarco entwickelte sich in wenigen Jahren zum erfolgreichsten Motorradrennfahrer Frankreichs. Seine Karriere begann er allerdings in Italien mit Minimoto-Rennen. 2005 war er Vizemeister der Senior Mini-Europameisterschaft und 2006 Vizemeister der European Open-Championship. Außerdem bestritt Zarco auch in der italienischen 125er-Meisterschaft einige Rennen.

Einen ersten Durchbruch erzielte der Franzose im Jahr 2007, als er den Red Bull Rookies-Cup im Rahmen der MotoGP gewann. In die 125er-WM stieg er 2009 ein, doch seine ersten beiden Jahre auf einer Aprilia waren nicht von Erfolg gekrönt. Nur sporadisch schaffte Zarco den Sprung in die Top 10. Erst mit dem Wechsel ins Derbi-Team von Aki Ajo etablierte er sich im Spitzenfeld. Zarco stand 2011 achtmal auf dem Podest, doch der erste Sieg wollte ihm nicht gelingen, Nico Terol war meist in der letzten Runde kaltschnäuziger.

Schließlich klappte es in Japan mit dem ersten Grand-Prix-Sieg. Zarco beendete 2011 als Vizeweltmeister. Anschließend führte ihn sein Weg in die Moto2, wo es wieder ein steiniger Weg wurde. 2012 war Zarco mit der Motobi meist rund um Rang zehn herum zu finden. 2013 wechselte er zu Ioda und fuhr mit der Suter zweimal auf das Podest. 2014 war er die Speerspitze im Caterham-Suter-Team, doch gute Ergebnisse und einige Podestplätze stellten sich erst in der zweiten Saisonhälfte ein.

Schließlich wechselte Zarco für 2015 ins Moto2-Team von Aki Ajo und fuhr eine Kalex. Nur die wenigsten hatten ihn für den WM-Titel auf der Rechnung, doch Zarco war wie ausgewechselt. Beim Saisonauftakt in Katar kostete noch ein technischer Defekt den Sieg, doch dann begann der Erfolgslauf. In den nächsten 13 Rennen stand Zarco immer auf dem Podest und gewann sechs Mal. Mit insgesamt acht Siegen wurde der Franzose souverän Moto2-Weltmeister 2015.

Trotzdem wählte Zarco nicht den Weg in die MotoGP, sondern versuchte als erster Moto2-Champion seinen Titel zu verteidigen. 2016 wurde eine schwierige Saison, Zarco war mit fünf Siegen zwar der bestimmende Mann, aber die Konkurrenz von Alex Rins und Tom Lüthi saß ihm im Nacken. Mit einem Sieg in Malaysia schaffte Zarco erfolgreich die Titelverteidigung und holte anschließend beim Finale in Valencia seinen siebten Saisonsieg.

Damit war Zarco der erste Moto2-Fahrer, der seinen WM-Titel erfolgreich verteidigen konnte. Außerdem war er der erste Red Bull Rookies-Cup-Champion, der in die MotoGP aufstieg. 2017 bewies er im Yamaha-Kundenteam Tech 3 sein Talent. Mit zwei Polepositions und drei Podestplätzen wurde Zarco souverän Rookie des Jahres. In manchen Rennen fuhr er auch vor den Yamaha-Werksfahrern und mischte in der Spitzengruppe mit.

2018 begann mit zwei Podestplätzen wieder vielversprechend, doch die weitere Saison gestaltete sich zäh. Zarco war kaum noch in der Spitzengruppe zu finden. Im Hintergrund schnürte er bereits seine Zukunft. Für 2019 wechselte der Franzose ins KTM-Werksteam.

Dieser Zug wurde dann aber zu einem Fiasko. Zarco kam mit der KTM nicht zurecht. Die Stimmung im Team war auch nicht optimal. Schließlich entschied sich Zarco im Sommer dazu, den Vertrag mit Saisonende aufzulösen. KTM zog Zarco schon im Herbst vor den Überseerennen ab.

Allerdings waren für den Franzosen die Türen weiterhin offen. Weil sich Takaaki Nakagami einer Schulteroperation unterziehen musste, sprang Zarco bei den letzten drei Rennen bei LCR-Honda ein. Eine Zukunft gab es für ihn bei Honda aber nicht. Schließlich überzeugte ihn Ducati und bot ihm einen Platz im Kundenteam Avintia für 2020 an.

Mit der Ducati kam Zarco besser klar als mit der KTM. Beim dritten Rennen in Brünn eroberte er die Poleposition und fuhr als Dritter auf das Podest. Für negative Schlagzeilen sorgte Zarco als Auslöser eines schweren Unfalls in Spielberg, wo mit Glück alle unverletzt davonkamen. Weitere Podestplätze gelangen 2020 nicht. Trotzdem transferierte ihn Ducati für 2021 ins Pramac-Team.