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Yamaha-Trio am Freitag vorn - Valentino Rossi fühlt sich wieder wie 30

Quartararo, Vinales und Morbidelli sorgen am MotoGP-Freitag in Misano für eine Yamaha-Dreifachführung - Valentino Rossi zeigt sich auf P6 ebenfalls erleichtert

(Motorsport-Total.com) - Nach der mageren Ausbeute in Spielberg sind die Erwartungen bei Yamaha für den Grand Prix von San Marino hoch. Die Strecke in Misano liegt der M1 erfahrungsgemäß deutlich besser. Im Vorjahr belegte der japanische Hersteller dort hinter Rennsieger Marc Marquez (Honda) die Plätze zwei bis fünf.

Valentino Rossi

Valentino Rossi war am Freitag zwar die schwächste Yamaha, aber trotzdem happy Zoom

Zum Trainingsauftakt am Freitag unterstrich Yamaha seine Ambitionen in Misano mit einer Dreifachführung. Fabio Quartararo markierte in 1:32.189 Minuten die Bestzeit. Maverick Vinales lag an zweiter Stelle nur neun Tausendstel dahinter. Franco Morbidelli komplettierte die Top 3 und hatte auch nur 0,178 Sekunden Rückstand. Valentino Rossi lag nach zwei Trainings auf dem sechsten Platz.

"Es war ein guter erster Tag", sagt der Italiener. "Das Wichtigste für uns ist, dass unser Motorrad sehr konkurrenzfähig ist und wir im Vergleich zu Österreich viel stärker sind und wir um die Spitzenpositionen kämpfen können. Das macht die Situation völlig anders. Es ist andere Art zu arbeiten, eine andere Art der Motivation."

Rossi: "Fühle mich im Vergleich zu Österreich jünger"

In Spielberg habe er sich noch wie 50 gefühlt, gesteht Rossi. "Hier in Misano fühle ich mich, als wäre ich 30 Jahre alt. Es ist also ganz anders." Dennoch war er sich vorab nicht ganz sicher, ob der Knoten in Misano tatsächlich wieder platzen würde.

Zwar sei man im Vorjahr schnell unterwegs gewesen, "aber wir mussten auf die Strecke gehen, um zu verstehen, ob wir noch gut sind, denn in der MotoGP ändert sich die technische Situation sehr schnell", hält der Yamaha-Pilot fest. "Außerdem haben die anderen Hersteller hier eine Menge getestet: Ducati, Aprilia, KTM zum Beispiel, man weiß also nie." Yamaha schickte hingegen niemanden zum Testen.

Umso zufriedener ist Rossi mit dem ersten Trainingstag. "Es sieht so aus, als ob die M1 hier konkurrenzfähig ist. Wir haben noch viel Arbeit vor uns, aber ich fühle mich im Vergleich zu Österreich jünger."

Quartararo und Vinales mit vielversprechender Pace

Im Vergleich zur direkten Markenkonkurrenz sieht der "Doctor" noch Luft nach oben: "Meine Pace ist nicht allzu schlecht, aber wenn ich um das Podium kämpfen will, muss ich mich ein wenig verbessern, denn ich verliere in einigen Kurven während der Runde einige Zehntel. Wir müssen also hart arbeiten, aber der erste Tag war positiv."


MotoGP in Misano 1

Was die Pace angeht, präsentierten sich am Freitag vor allem Quartararo und Vinales stark. Beide fuhren auf gebrauchten Reifen mittlere bis hohe 1:33er-Zeiten. Entsprechend groß war die Erleichterung bei beiden.

"Heute war ein positiver Tag, denn nach einem Monat, in dem wir uns schwer getan haben, kann ich sagen, dass wir Fortschritte gemacht haben", freut sich Quartararo. "Freilich auch, weil die Strecke besser zu unserem Motorrad passt. Ich bin glücklich, dass wir wieder vorne dabei sind. Nicht nur das Tempo auf einer Runde, aber die Rennpace war gut. Wir haben noch ein paar Dinge, die wir verbessern können."

Endlich wieder mal Erster: Quartararo kann aufatmen

Zwar fühle er sich noch nicht so gut wie in Jerez, wo der Petronas-Pilot zu Beginn der Saison beide Rennen gewann. Aber an einem Freitag mal wieder ganz oben im Tableau zu stehen, sei ein großer Motivationsschub: "Ich wollte natürlich Erster werden, denn es ist schon eine Weile her, dass ich eine Session getoppt habe."

"Es ist immer schön, seinen eigenen Namen dort oben zu sehen. Aber ich bin auch mit meiner Pace sehr zufrieden. Ich bin 25 Runden lang mit demselben Hinterreifen gefahren. Für den zweiten Run haben wir einen harten Vorderreifen aufgezogen. Damit ist uns ein großer Schritt nach vorn gelungen", erklärt der Tagesschnellste.

Fabio Quartararo

Fabio Quartararo konnte nach den Problemen in Spielberg aufatmen Zoom

Er hofft freilich, dass das erst der Anfang ist, auch wenn er zugibt: "Noch haben wir nicht das volle Paket, das ich mir wünsche. Aber ich setze volles Vertrauen in Yamaha und ich weiß, dass wir für Barcelona noch etwas in petto haben. Da geht es um nicht um neue Teile, sondern Dinge, die wir schon getestet haben." Um was genau es sich handelt, wollte Quartararo aber nicht verraten.

"Maverick ist der Favorit für dieses Wochenende"

Ohnehin liegt der Fokus jetzt erst einmal auf dem Double-Header in Misano, wo der WM-Leader maximal punkten will. Als größten Herausforderer schätzt er nach den ersten Trainings Markenkollege Vinales ein.

"Maverick ist der Favorit für dieses Wochenende", konstatiert der Franzose. "Er hat aber kurioserweise andere Reifen verwendet als wir. Insofern ist es schon lustig, dass wir mit demselben Motorrad unterschiedliche Reifen nutzen. Aber er hat einen anderen Fahrstil und verwendet oft andere Reifen als wir."

Tatsächlich stellte Vinales seine persönliche Bestzeit mit der weichen Mischung vorn und der harten Mischung hinten auf, während Quartararo mit der genau umgekehrten Kombi hard-soft fuhr. Am Ende trennte die beiden Yamaha-Piloten nur ein Wimpernschlag und auch auf der Strecke kamen sie sich einmal bedrohlich nahe.

Vinales nun auch mit neuem Bremssystem unterwegs

"Das war nur Spaß", betont Quartararo. "Es ist immer schön, wenn man mit einem anderen Fahrer kämpft und alles sauber ist. Ich habe dieses kleine Spielchen genossen." Und Vinales ergänzt: "Ich habe ihm Platz gemacht, damit er überholen kann. Ich hoffe, dass es weiter so eng zugeht und wir uns auf der Strecke miteinander messen können. Das hat mich motiviert, noch eine schnelle Runde nachzulegen."

Er habe erwartet, in Misano wieder vorne mitkämpfen zu können, sagt Vinales weiter. "Aber der neue Asphalt war eine Unbekannte für uns. Mein Gefühl war allerdings von Beginn an großartig. Ich bin sehr glücklich mit dem heutigen Tag. Wir sind viele Runden am Stück gefahren und das Gefühl war fantastisch."

Nach dem Bremsversagen in Spielberg fährt mittlerweile auch er mit dem neuen Material von Brembo und hat sich laut eigener Aussage schnell daran gewöhnt: "In den ersten Runden war das Gefühl nicht so toll, aber es wurde immer besser. Mit Sicherheit ist das Gefühl für die Bremse ein anderes, aber das Motorrad stoppt genauso."

Yamaha schluckt Bodenwellen besser als Konkurrenz

Damit haben alle Yamaha-Fahrer auf das neue Bremssystem umgestellt - und keiner klagte am Freitag über Probleme. Auch mit den viel kritisierten Bodenwellen schienen sie sich weniger schwer zu tun als die Konkurrenz.

So bekundet Vinales: "Es gibt Kurven, da ist es viel besser als im Vorjahr, und andere, da ist es immer noch schlimm. Aber für mich ist es kein Problem. Was den Grip angeht, haben sie einen guten Job gemacht." Rossi räumt ein: "Auf den Bodenwellen ist es schwierig, das MotoGP-Bike zu beherrschen. Aber es sieht so aus, als sei unser Motorrad sehr stabil, insbesondere in den schnellen Kurven sind wir stark."

Maverick Vinales

Maverick Vinales stuft die Bodenwellen als aggressiv ein, kommt aber damit zurecht Zoom

Quartararo vergleicht den Kurs zwar mit einer "Motocross-Strecke", weshalb gerade der erste Run gewöhnungsbedürftig gewesen sei. Der Franzose lobt aber die Neuasphaltierung und den dadurch gewonnenen Grip. Einzig Morbidelli äußert sich etwas kritischer: "Ich hatte nicht erwartet, die Bodenwellen so deutlich zu spüren."

Endlich wieder Fans: Für Rossi "ein gutes Zeichen"

Das könnte zu einem Sicherheitsthema werden, glaubt der Petronas-Pilot. Allerdings müsse man bedenken, dass jedes Motorrad die Bodenwellen anders absorbiert. "Ich spüre sie sehr und verstehe, dass sie gefährlich sein können. Aber das ist es immer, wenn wir auf das Motorrad steigen. Schwer zu sagen, wo das Limit ist."

Was den Vergleich zu seinen Markenkollegen angeht, hält Morbidelli fest: "Ich denke, wir sind hier nicht so stark wie in Brünn, wo wir die stärkste Yamaha und eines der stärksten Bikes auf der Strecke waren. Hier sind wir im Mix, aber uns fehlen ein paar Zehntel auf Maverick und Fabio, was die Pace angeht." Insgesamt sei die Performance aber ermutigend: "Wir können wieder um Topplätze mitkämpfen."

Dass in Misano daran endlich auch wieder ein paar Fans auf den Tribünen teilhaben können, freut vor allem die beiden Italiener im Yamaha-Quartett. "Denn die Atmosphäre ist mit Fans eine andere, egal in welchem Sport, ob MotoGP, Formel 1 oder Fußball. Schließlich sind wir für sie hier", betont Rossi.

"Und es ist ein gutes Zeichen für die Zukunft", sagt er weiter. "Denn wir alle hoffen, dass unser Leben, unser Sport so schnell wie möglich zur Normalität zurückkehren kann." In Misano dürfen täglich bis zu 10.000 Zuschauer an die Strecke.

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