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Wer letzte Nacht am schlechtesten geschlafen hat: Fabio Quartararo

Der italienische WM-Express rollt auf Fabio Quartararo zu und die Titelverteidigung wird von Rennen zu Rennen schwieriger - Die Statistik spricht gegen ihn

Fabio Quartararo

Fabio Quartararo hat nur noch zehn WM-Punkte Vorsprung Zoom

Liebe MotoGP-Fans,

zunächst möchte ich vorausschicken, dass ich heilfroh bin, dass die chaotische Startrunde in Aragon relativ glimpflich ausgegangen ist. Wir wissen, dass es extrem gefährlich ist, wenn Fahrer in der Gruppe stürzen. Die Gefahr, dass man überfahren wird, ist dabei immer hoch.

Als Fabio Quartararo gestürzt ist und anschließend Takaaki Nakagami, habe ich kurz den Atem angehalten. Zum Glück haben alle nachfolgenden Fahrer super reagiert und sind ausgewichen. Solche Szenen sind nie schön zu sehen.

Marc Marquez war bei seinem Comeback gleich wieder in wilde Szenen involviert. Aber die Situation mit Quartararo war in meinen Augen ein Rennunfall, wie er in der Startphase passieren kann.

Marquez hat einen Rutscher und geht vom Gas. Gleichzeitig gibt Quartararo Gas, um ein Überholmanöver vorzubereiten, und es kracht. Das war einfach Pech. "Shit happens" - wie man auf gut Deutsch sagt.

Marc Marquez

Marc Marquez war bei seinem Comeback in wilde Szenen verwickelt Zoom

Johann Zarco, der dahinter war, hat nach dem Rennen Marquez kritisiert. Der Franzose meinte, dass er von der Strecke hätte fahren sollen, weil Teile von Quartararos Verkleidung hinten in der Honda steckten.

Aber Marquez wusste das zu diesem Zeitpunkt nicht. Er meinte, dass sich Kurve 5 etwas merkwürdig anfühlte, aber die Situation mit Nakagami entwickelte sich erst, als er das Ride-Height-System aktivierte.

Dass ein Fahrer für ein paar Kurven weiterfährt, um zu checken, ob sein Motorrad okay ist, finde ich nicht verwerflich. Das machen eigentlich alle Rennfahrer. Daraus Marquez einen Strick zu drehen, finde ich übertrieben. "Shit happens" - Teil zwei.

Statistik spricht gegen Fabio Quartararo

Aber kommen wir nun zum eigentlichen Thema dieser Kolumne. Mit der angeschlagenen Hüfte und den Abschürfungen auf der Brust hat Quartararo bestimmt nicht gut geschlafen. Ich möchte ihm an dieser Stelle alles Gute wünschen!

Mit seinem zweiten Ausfall in dieser Saison ist sein WM-Vorsprung auf Francesco Bagnaia auf zehn Punkte geschrumpft. Ich muss gestehen, dass ich diese Aufholjagd nicht für möglich gehalten habe. Nach dem Sachsenring hatte Bagnaia 91 WM-Punkte Rückstand.

Enea Bastianini, Francesco Bagnaia

Enea Bastianini und Francesco Bagnaia bestimmen derzeit das Geschehen Zoom

Dass man unter normalen Umständen noch fast 100 Punkte - fast vier Siege - aufholen kann, daran hätte ich nicht geglaubt. Aber der Ducati-Express rollt im Eiltempo. Die Italiener werden wohl den ersten WM-Titel seit Casey Stoner 2007 feiern dürfen.

Denn werfen wir einen Blick in die Statistik, und sie sieht für Quartararo nicht berauschend aus. In diesem Jahr hat er erst eine Poleposition erobert. Das war im März in Indonesien. Außerdem startete er nur fünfmal aus der ersten Startreihe.

Zum Vergleich hatte Quartararo im Vorjahr fünf Poles und insgesamt 14 Startplätze in der ersten Reihe. Das war der Grundstein für seinen WM-Titel. Seit seinem Sieg auf dem Sachsenring war er außerdem nur einmal in Spielberg als Zweiter auf dem Podest.

Nur noch zwei gute Strecken für Yamaha

Der Trend spricht ganz klar gegen ihn und ganz klar für Bagnaia. Nun kommt mit Motegi eine Stop-and-Go-Strecke. Motegi zählt zu Quartararos Lieblingsstrecken, aber der Theorie nach kommt das Layout Ducati entgegen - wobei Ducati jetzt ohnehin auf jeder Strecke schnell ist.

Mit Buriram und Phillip Island folgen dann zwei flüssige Strecken, wo Quartararo unbedingt zuschlagen muss, wenn er seinen WM-Titel verteidigen will. In Sepang gibt es auch zwei lange Gerade und in Valencia standen im Vorjahr drei Ducati-Fahrer auf dem Podest.

Quartararos Aussichten auf eine WM-Titelverteidigung schwinden. Das gilt aber auch für Aleix Espargaro. Der Aprilia-Fahrer fährt zwar ein konstant gutes Ergebnis nach dem anderen ein. Aber ein Podestplatz in den vergangenen sieben Rennen ist zu wenig für den WM-Titel.

Enea Bastianini hat zwar immer noch 48 WM-Punkte Rückstand auf Quartararo. Aber wenn der Ducati-Express weiter so Gas gibt, dann darf Ducati in Valencia vielleicht sogar über die ersten beiden Plätze in der Weltmeisterschaft jubeln.

Ihr,


Gerald Dirnbeck

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