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Welche Entwicklungen die MotoGP-Hersteller für 2022 geplant haben

Tief in die Karten blicken lässt sich niemand, aber ein paar Anhaltspunkte, in welche Richtung es gehen soll, geben die großen Hersteller im MotoGP-Feld

(Motorsport-Total.com) - Keine zwei Monate mehr bis zum Auftaktrennen der MotoGP-Saison 2022, dem Grand Prix von Katar am 6. März. (MotoGP-Kalender 2022)

MotoGP-Action beim GP Amerika 2021 in Austin

Yamaha, Suzuki, Ducati und Co. geben Einblick in die technischen Planungen für 2022 Zoom

Zuvor gibt es noch zwei offizielle Wintertestfahrten, nämlich 5./6. Februar in Malaysia und 11. bis 13. Februar in Indonesien. Spätestens beim Saisonauftakt wird es technische Neuerungen an den Bikes geben. Die eine oder andere dürfte aber schon bei den Testfahrten ausprobiert werden. In welche Richtung wird es bei den großen Herstellern im MotoGP-Feld gehen?

"Nachdem die Entwicklung der Motoren jetzt zwei Jahre lang eingefroren war und wir somit 2020 und 2021 mit derselben Motorenspezifikation fahren mussten, denken die meisten Hersteller sicherlich über Weiterentwicklungen im Motorenbereich nach", sagt Ducati-Sportdirektor Paolo Ciabatti und schiebt hinterher: "Das gilt auch für uns."

Ducati: Was zaubert man für 2022 aus dem Hut?

"Und alles, was wir in dieser erfolgreichen Saison [2021] gelernt haben, werden wir natürlich auch für die neue Saison beherzigen", spannt Ciabatti den Bogen weg vom Motor hin zu Aerodynamik und anderen Bereichen. Gerade beim Thema Aerodynamik gilt Ducati seit Jahren als Vorreiter. Was man sich in Bologna für 2022 hat einfallen lassen, bleibt abzuwarten.

Ducati Desmosedici GP21 mit Updates für die MotoGP-Saison 2022

Neben der Aero dürfen 2022 auch die Motoren wieder entwickelt werden Zoom

Ciabatti formuliert es so: "Wenn man schon ein sehr konkurrenzfähiges Bike hat, fällt es natürlich schwer, das noch zu verbessern. Normalerweise gelingt es unseren Ingenieuren aber immer, ein paar tolle Sachen aus dem Hut zu zaubern, sodass das Bike von Jahr zu Jahr noch einen Schritt besser wird."

Yamaha: Fokus auf Motorleistung und Topspeed

Yamaha-Rennleiter Lin Jarvis sagt: "Ich glaube, der Schlüssel wird sein, die eigenen Vorteile versuchen zu behalten und das Gesamtpaket nicht zu zerstören. Es mag manchmal ein großer Schritt nach vorn gelingen, der aber die Balance des Motorrads kaputtmacht."

Yamaha YZR-M1 mit Updates für die MotoGP-Saison 2022

Der Topspeed ist seit Jahren nicht gerade die Stärke der Yamaha M1 Zoom

"Ich gehe davon aus, dass es in unserem Fall eine Evolution des Basispakets wird", so Jarvis, "wobei wir den Fokus ganz klar auf die Bereiche Motorleistung und Topspeed legen. Das kann mit einer Kombination aus Motor, Aerodynamik und Elektronik passieren. Ziel muss es einfach sein, die Schwächen zu korrigieren."

Konkret zur Motorenentwicklung, die nun wieder erlaubt ist, meint Jarvis mit einem Grinsen: "Aus Yamaha-Sicht wäre es natürlich wünschenswert, wenn Ducati den Motor für das neue Jahr etwas einbremsen würde. Das wird aber wohl nicht passieren."

Zur Erinnerung: Ducati stellt in der MotoGP-Saison 2022 ein Drittel der 24 Motorräder im Feld. Nach aktuellem Stand der Dinge wird es sich bei fünf der acht Ducati-Bikes um die neueste Spezifikation, nämlich die GP22, handeln. (Übersicht: MotoGP-Teampräsentationen 2022)

Suzuki: Ideen für bessere Performance

Suzuki GSX-RR mit Updates für die MotoGP-Saison 2022

Suzuki hofft für 2022 auf einen größeren Schritt als man ihn für 2021 erzielte Zoom

Suzuki war über weite Strecken der Saison 2021 dritte Kraft hinter Ducati und Yamaha. Was plant man im Weltmeisterteam von 2020 für die neue Saison? "Unsere Anstrengungen, um eine bessere Performance zu erzielen, haben in den vergangenen Jahren niemals nachgelassen", beteuert Shinichi Sahara.

In diesem Zusammenhang gibt der MotoGP-Projektleiter von Suzuki aber auch zu: "Ehrlich gesagt war unser Schritt von 2020 auf 2021 nicht so groß wie er ein Jahr zuvor gewesen ist. Das ist manchmal einfach so. Wir haben aber ein paar Ideen, um die Performance für die neue Saison zu verbessern."

Honda: Viel Arbeit heißt nicht automatisch großer Fortschritt

Honda-Teammanager Alberto Puig dazu: "Die Performance des Bikes zu verbessern, das ist etwas, was heutzutage nicht so einfach ist. Was es braucht, sind ganz kleine Schritte in unterschiedlichen Bereichen. Diese Schritte brauchen aber manchmal eine lange Zeit. Sie sind einfach sehr schwer umzusetzen. Und der Vorteil, den sie bringen, ist nicht gewaltig."

Honda RC213V mit Updates für die MotoGP-Saison 2022

Der 2022er-Prototyp der Honda RC213V wurde schon mehrfach getestet Zoom

"Was uns betrifft", so der Honda-Teammanager, "haben wir unsere Schwächen analysiert und wir werden natürlich daran arbeiten, sie abzustellen. Honda ist als Unternehmen seit jeher bemüht, neue Möglichkeiten zu erforschen, um das Bike als Ganzes zu verbessern."

"Es ist aber nicht so, dass die Arbeit in vielen unterschiedlichen Bereichen automatisch auch einen gewaltigen Schritt nach vorn bedeuten würde. So einfach ist das nicht", mahnt Puig und kommt zum Schluss: "Das Wichtigste ist, dein Problem zu kennen, es zu verstehen und daran zu arbeiten. Genau das versuchen wir." (Fotos: MotoGP-Test für 2022 im November 2021 in Jerez)

Bei KTM und Aprilia unterscheidet sich die Situation dahingehend von jener bei Ducati, Yamaha, Suzuki und Honda, dass KTM in der Saison 2020 noch Konzessionsvorteile genoss. Somit durfte man damals mehr testen und entwickeln als die anderen. Aprilia hatte besagte Konzessionsvorteile sogar 2020 und 2021.

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