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  • 08.06.2008 · 20:45

  • von Roman Wittemeier

Tech 3 mit Gesamtergebnis zufrieden

Colin Edwards mit Bremsproblemen auf Platz fünf, James Toseland mit wenig Grip auf Rang sechs: "Hätte Vierter werden können"

(Motorsport-Total.com) - Die Tech-3-Yamahas haben ein punktreiches Barcelona-Wochenende hingelegt. Colin Edwards konnte sich lange Zeit in der vorderen Gruppe aufhalten, wurde aber im Verlauf des Rennens immer mehr von Bremsproblemen geplagt. James Toseland trauert einem möglichen vierten Rang hinterher, denn der Brite ließ in einem harten Duell mit Valentino Rossi entscheidende Zeit liegen, die er später nicht mehr wettmachen konnte.

James Toseland

Colin Edwards und James Toseland fuhren auf die Plätze fünf und sechs

Edwards war beim Start sofort weit nach vorne geschossen und schien zunächst mit den Spitzenfahrern mithalten zu können - mit Ausnahme des dominanten Rennsiegers Dani Pedrosa natürlich. "Aber ich hatte ab der zweiten Kurve plötzlich ein Problem und wir rätseln wirklich, woran das lag. Ich konnte anfangs noch gute Runden mitgehen, aber danach konnte ich das nicht halten. Ich kam beim Anbremsen in die Kurven immer quer, also musste ich wie schon in Mugello meinen Fahrstil anpassen. Ich ging in die Eisen, lenkte dann erst ein und beschleunigte dann wieder heraus. An einigen Stellen musste ich dann den dritten statt den zweiten Gang verwenden."#w1#

Edwards kämpfte mit einer stumpfen Waffe und konnte auch den konstant schnellen Andrea Dovizioso nicht entscheidend aufhalten. "Er zog dann Runde für Runde etwas weg", so der Amerikaner, der im Anschluss ein einsames Rennen auf Rang fünf zu Ende fuhr. "Ich bin ganz zufrieden. Es ist eines der besten Ergebnisse, die ich hier je hatte. Jetzt gehen wir nach Donington und Assen. Das sind zwei Strecken, die gern mag und ich möchte dort auf das Podium. Wir sind in der Meisterschaft nach wie vor auf Platz drei und das ist gut für unser Team."

Teamkollege und Hobbymusiker Toseland hatte am Samstagabend noch gut gelaunt ein Konzert für die Fans an der Strecke gegeben, doch nach dem Rennen wirkte er etwas verstimmt: "Ich werde wahnsinnig, weil ich genauso wie in Mugello das Gefühl hatte, ich könnte Vierter werden. Mein Start war okay und ich war auf Platz sieben, als Valentino kam und mich überholte. Es war ein sauberes Manöver, aber er gab die Linie erst spät wieder frei. Da bleibt einem dann nichts anderes, als erst einmal weiter außen zu bleiben. An dem Manöver gab es an sich nichts auszusetzen, aber man verliert dabei entscheidende Zeit."

Toselands Mannschaft hatte die Maschine über Nacht noch umgebaut und verwendete am Rennsonntag einen härteren Reifen. "Ich hatte anfangs wenig Grip und brauchte eine Weile, um mich daran zu gewöhnen. Ich bin mit meiner Situation eigentlich zufrieden, aber ich werde ein wenig ungeduldig, weil ich genau weiß, dass mehr möglich ist. Daher ist der sechste Platz doch ein wenig enttäuschend. Wenn nicht mehr drin gewesen wäre, okay. Aber ich bin sicher, ich hätte weiter vorne landen können. Als nächstes kommt mein Heim-Grand-Prix in Donington. Es ist schon eine Weile her, dass ich auf einer Strecke war, die ich schon kenne."

Tech-3-Teammanager Herve Poncharal bilanzierte: "Wenn mir jemand nach dem Warmup gesagt hätte, dass wir Fünfter und Sechster werden, hätte ich gesagt, dass wir mehr erwarten. Aber wenn man sich das Rennen nun anscheut, bin ich doch glücklich. Dani fuhr heute in einer anderen Welt, Gratulation an ihn. Wir sind nach sieben Rennen auf Platz drei der Meisterschaft, was eine tolle Leistung ist."