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Tech 3 beim Heimrennen in den Top 10: Petrucci und Lecuona glänzen im Regen

Danilo Petrucci und Iker Lecuona fahren im verregneten Le Mans ihre besten Saisonergebnisse ein und bringen Tech-3-Teamchef Herve Poncharal zum Jubeln

(Motorsport-Total.com) - Beim Grand Prix von Frankreich konnten die Tech-3-KTM-Piloten Danilo Petrucci und Iker Lecuona ihre mit Abstand besten Ergebnisse in dieser MotoGP-Saison feiern. Beide meisterten die schwierigen Bedingungen in Le Mans und drangen mit den Plätzen fünf und neun zum ersten Mal in die Top 10 vor.

Danilo Petrucci

Danilo Petrucci liegt Le Mans im Regen: Der Italiener wurde starker Fünfter Zoom

"Ein fantastischer Abschluss des Wochenendes hier in Le Mans beim Großen Preis von Frankreich", jubelt Herve Poncharal über den Teamerfolg beim Heimrennen. "Wir waren uns ziemlich sicher, dass es während des Rennens einen Regenschauer geben würde, also bereiteten wir uns auf das Flag-to-Flag-Verfahren vor."

"Wir entschieden uns für beide, Danilo und Iker, mit der härtesten verfügbaren Mischung rauszugehen, also Medium vorne und hinten, und obwohl es in den ersten Runden etwas schwierig war, weil es sehr nass und sehr kalt war, denke ich, dass es sich am Ende ausgezahlt hat", resümiert der Teamchef zufrieden.

Tech 3 in Le Mans mit bisher bestem KTM-Ergebnis

"Wir wurden mit unserer Wahl belohnt und haben gesehen, dass sowohl Danilo als auch Iker viele Fahrer abfangen konnten und zwei KTMs als Erste ins Ziel zu bringen, ist ein großer Stolz und eine große Ehre." Das KTM-Werksteam kam mit Brad Binder nicht über Platz 13 hinaus, Miguel Oliveira schied gestürzt aus.

Petrucci aber behielt trotz einiger Probleme die Nerven. "Es war ein schwieriges Rennen bei kniffligen Bedingungen. (...) Ich konnte ein paar Plätze gutmachen, als es anfing zu regnen, denn ich riskierte viel. Beim Bikewechsel hatte ich leider Probleme, den ersten Gang einzulegen, da sind ein paar Plätze verloren gegangen."


Fotos: Danilo Petrucci, MotoGP: Grand Prix von Frankreich (Le Mans) 2021


"Die ersten Runden (im Regen; Anm. d. R.) fuhr ich wie auf Eis, weil die Reifen noch nicht auf Temperatur waren. In Kurve 8 ist mir ein kleiner Fehler passiert und ich musste die Linie verlassen. Aber ich blieb ruhig und konnte Boden gutmachen." Zwischenzeitlich hielt der Italiener sogar einen Podestplatz für möglich.

Petrucci erklärt: Woher kommt die Stärke im Regen?

"Bei noch 15 Runden dachte ich mir, dass ich es vielleicht sogar aufs Podium schaffen kann. Es wäre mein viertes Podium in Folge auf dieser Strecke gewesen", weiß Petrucci, der das Regenrennen in Le Mans 2020 gewann - damals mit Ducati. "Auch wenn es nicht fürs Podest gereicht hat, ist das ein gutes Resultat für uns."

Denn zum ersten Mal war der 30-Jährige bester KTM-Fahrer in einem Rennen. Auf seine Stärke im Regen angesprochen, hält er fest: "Ich denke, ich bin einer der besten Fahrer im Regen. Ich weiß nicht genau, warum das so ist. Vielleicht, weil ich bis 16 keine Straßenmotorräder, sondern nur Offroad-Bikes gefahren bin."

"Im Regen ist alles etwas langsamer und sanfter, mein Gewicht spielt da nicht so eine große Rolle. Im Nassen habe ich etwas mehr Traktion, der Nachteil ist kleiner und vielleicht habe ich manchmal sogar einen Vorteil. Ich fahre gerne im Nassen. Und es war schön, im Warm-up mal wieder ganz vorne zu liegen nach so langer Zeit."

Petrucci sucht nach optimaler Trockenabstimmung

Mit seiner Bestzeit im Aufwärmtraining am Sonntagmorgen hatte der Tech-3-Pilot bereits angedeutet, dass bei Regen mit ihm zu rechnen sein würde. "Auf nasser Strecke haben wir das Problem auf der Bremse und am Kurveneingang nicht. Wir können die Stärken des Bikes besser ausspielen", analysiert Petrucci.

Im Trockenen fehlt ihm aber weiterhin etwas: "Leider hatten wir bis auf Katar wenig Gelegenheiten zu testen. Fakt ist, dass ich schwerer bin als andere. Die Gewichtsverteilung ist anders und deshalb brauchen wir eine eigene Basis. Vor allem im letzten Teil der Bremsphase haben wir Probleme, für die es bisher keine Lösung gibt."

Iker Lecuona

Iker Lecuona zeigte nach einem Ausrutscher eine starke Aufholjagd Zoom

Teamkollege Lecuona erkannte bei sich sowohl auf trockener als auch auf nasser Strecke Fortschritte. "Ich fühlte mich das ganze Wochenende sehr stark, ich war schnell und in jeder Session nahe an den Top 10. Im Warm-up war es das erste Mal komplett nass und ich fühlte mich großartig", rekapituliert der Spanier.

Lecuona trotz Sturz nach Bikewechsel in den Top 10

Ich wusste für das Rennen, dass ich wahrscheinlich einige Runden brauche, um die Spitzengruppe einzuholen, aber ich war mir sicher, dass ich das schaffen und in den Top 10 ins Ziel kommen könnte. In den ersten Runden konnte ich viele Fahrer überholen, dann kam der Regen und ich musste in die Boxengasse."

Was im TV nicht zu sehen war: Zurück auf der Strecke stürzte Lecuona auf seiner Outlap. "Leider habe ich nicht genug Temperatur in die Reifen gebracht, als ich wieder rausging. Ich machte einen Fehler, fuhr ins Kiesbett, konnte das Motorrad aber schnell wieder aufrichten. Ich lag nur auf Platz 17", erklärt der Tech-3-Fahrer.

Danach arbeitete sich Lecuona sukzessive nach vorn, kassierte in der Schlussphase noch die beiden Yamahas von Valentino Rossi und Maverick Vinales und heimste so Platz neun ein. "Ich bin sehr glücklich und möchte mich meinem Team danken. Sie haben mir sehr geholfen. Es tut mir leid für den Fehler, aber ich habe viel gelernt."

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