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Suzuki nach produktivem Jerez-Test vor zwei Entscheidungen

Alex Rins, Joan Mir und Sylvain Guintoli lieferten beim MotoGP-Test in Jerez jede Menge Daten für Suzuki hinsichtlich Auswahl des Rahmens und des Motors für 2019

(Motorsport-Total.com) - Suzuki hat einen soliden und - so hofft man - aussagekräftigen MotoGP-Test in Jerez hinter sich. Als die Königsklasse der Motorrad-WM in dieser Woche zwei Tage lang in Südspanien testete, leiste Axel Rins mit 150 zurückgelegten Runden den Löwenanteil der Arbeit für die "Blauen". Rins' neuer Teamkollege Joan Mir brachte es trotz seines Sturzes vom Mittwoch auf zusammengerechnet 107 Runden. Zudem griff Testfahrer Sylvain Guintoli an beiden Tagen ins Geschehen ein und brummte der GSX-RR seinerseits 113 Runden auf.

Box: Team Suzuki Ecstar

Mit welchem Rahmen und welchem Motor wird Suzuki 2019 antreten? Zoom

In der kombinierten Zeitenliste der beiden Testtage landete das Suzuki-Trio in der Reihenfolge Rins, Mir, Guintoli auf P10, P15 und P22. Doch auf schnelle einzelne Runden kam es im japanischen Werksteam aus Hamamatsu nicht an. Vielmehr standen die technische Entwicklung für die Saison 2019 und parallel dazu Mirs Gewöhnung an das MotoGP-Bike im Vordergrund.

Rahmen und Motor: Entscheidung liegt beim Team

"Es waren zwei äußerst positive Tage, an denen wir quasi alles getestet haben", fasst Rins zufrieden zusammen und geht ins Detail: "Wir hatten unterschiedliche Rahmen im Einsatz, haben den neuen Motor getestet und insgesamt viele Vergleiche angestellt." Der erste der beiden Tage stand für den bei Suzuki inzwischen routinierten Spanier im Zeichen der Vergleichsfahrten zwischen dem Aluminium- und dem Carbon-Rahmen.

Alex Rins

Alex Rins brachte es beim Jerez-Test auf 150 Runden und jede Menge Daten Zoom

Am zweiten Tag stand für Rins dann der direkte Vergleich der Motoren von 2018 und 2019 im Vordergrund. "Wir haben alles das getestet, was wir aus Japan vorgesetzt bekommen haben. Die endgültige Entscheidung ist aber noch nicht gefallen", so der Spanier mit Blick auf das Aggregat, um abschließend anzumerken: "Das Team ist mit meiner Arbeit sehr zufrieden, weil mir konstante Rundenzeiten gelungen sind. Jetzt liegt es an den Ingenieuren, für Malaysia (den Sepang-Test Anfang Februar; Anm. d. Red.) den richtigen Motor und den richtigen Rahmen auszuwählen."

Als positive Aspekte des 2019er-Motors stellt Rins "mehr Leistung und eine bessere Leistungsentfaltung" heraus. Gleichzeitig merkt er aber auch an, dass "ich mit dem 2018er Motor über sehr viel Erfahrung verfüge und mit diesem gute Ergebnisse eingefahren habe". Wird die Auswahl also nicht ganz so einfach? Auf Nachfrage, was die Nachteile des 2019er-Motors sind, lässt Rins durchblicken: "Auf die negativen Aspekte möchte ich nicht eingehen. Wichtig ist, dass Suzuki intensiv arbeitet und wir für Malaysia mit neuen Dingen rechnen können."

Mir nach Sturz und mehr als 100 Runden "zerstört"

Auch Mir, seines Zeichens Moto3-Weltmeister von 2017 und nach nur einer Moto2-Saison (Gesamtrang sechs) nun in die Königsklasse aufgestiegen, hat ungeachtet seines Sturzes einen produktiven Zweitagestest in Andalusien hinter sich. "Ihr könnt euch gar nicht vorstellen, was ich hier alles getestet habe", berichtet der 21-Jährige in seiner Medienrunde nach Testabschluss und präzisiert: "So ist das nun mal, wenn man für ein Werksteam fährt. Da gibt es jede Menge neue Teile zu testen."

Joan Mir

MotoGP-Rookie Joan Mir spürt die Nachwirkungen seines Crashs Zoom

Den zweiten Testtag bezeichnet Mir als "etwas techniklastiger", weshalb die Jagd nach einer schnellen Rundenzeit noch weniger als ohnehin schon im Vordergrund stand. Wie Rins, so war auch Mir mit beiden Rahmen und auch mit beiden Motorspezifikationen unterwegs. Doch wie sein Teamkollege, so verweist auch der Rookie darauf, dass "wir derzeit noch nicht wissen, was die beste Entscheidung ist" und man diesbezüglich mit Blick auf den Malaysia-Test und somit den weiteren Fahrerplan für 2019 auf die Ingenieure in Japan vertraue.

"Fest steht nur, dass wir jede Menge Daten gesammelt haben", so Mir, der nach seinen 107 Runden an zwei Tagen gesteht: "Körperlich bin ich ziemlich zerstört. Vom Sturz habe ich hier und da noch Schmerzen. Das hinderte mich aber nicht daran, alles zu testen, was wir uns vorgenommen hatten."

Suzukis Ziel für 2019: "Siege ins Visier nehmen"

Rins zeigt sich vom soliden MotoGP-Einstand seines neuen Teamkollege nicht überrascht. "Beeindruckt bin ich nicht, denn ehrlich gesagt hatte ich damit gerechnet, dass er gut zurechtkommen wird", sagt der Routinier im Team über den Nachfolger des zu Aprilia gewechselten Andrea Iannone. Bereits vor den beiden Wintertests in Valencia und Jerez durfte Mir die Suzuki bei einem Privattest in Motegi testen.

Das im Suzuki-Team für die Saison 2019 gesteckte Ziel formuliert Rins, der 2018 fünfmal auf das Podest gefahren ist, schon jetzt, da zwei wichtige Entscheidungen noch ausstehen, mit den Worten: "Wir wollen ganz klar Siege ins Visier nehmen. Unser Bike ist gut und ich bin bereit."

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