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Stefan Bradl trotz P20: "Es fängt wieder langsam an, Spaß zu machen"

Honda-Ersatzpilot Stefan Bradl zeigt beim Trainingsauftakt am Sachsenring eine gute Steigerung, hat aber Rückstand - Der Spaß am Fahren komme langsam wieder zurück

(Motorsport-Total.com) - Für Stefan Bradl endete der Trainingsfreitag zu seinem Heim-Grand-Prix auf dem Sachsenring mit einem 20. Platz. Zwar lag der Deutsche vor dem letzten Run an zehnter Stelle, fiel im Zuge der finalen Tempoverschärfung jedoch zurück.

Stefan Bradl

Stefan Bradl sieht am ersten Trainingstag beim Heim-Grand-Prix Fortschritte Zoom

Zufrieden zeigte er sich nach den Trainings dennoch. "Ich bin mit dem heutigen Tag recht glücklich, denn uns ist ein Schritt nach vorn gelungen", resümiert Bradl. "Im FT1 hatte ich etwas zu kämpfen mit den gebrauchten Reifen. Wir versuchten, mit dem Kontingent hauszuhalten. Am Nachmittag wurde es besser."

"Ich bin zufrieden mit der Performance. Ich konnte mich auf dem Motorrad verbessern und die Veränderungen, die wir vorgenommen haben, funktionierten gut. Das einzig Negative war vielleicht mein Timing und mein Selbstvertrauen, als wir am Ende den weichen Reifen aufzogen. Da fehlt mir noch das gewisse Extra an Selbstvertrauen, um all-in zu gehen. Aber es geht Schritt für Schritt voran."

Bradl findet den Spaß am Fahren wieder

Das will er am morgigen Samstag verbessern und dann in die 1:20er-Zeiten vordringen. Am Freitag lag seine persönliche Bestzeit bei 1:21.117 Minuten. Damit war er zwar mehr als eine Sekunde schneller als am Vormittag. Der Rückstand auf die Bestzeit von Ducati-Pilot Francesco Bagnaia betrug aber 1,099 Sekunden.

Illusionen macht sich Bradl daher nicht. "Morgen werden wahrscheinlich 1:19er-Zeiten gefahren und ein weiterer Streckenrekord wird fallen. Ich habe eine Sekunde Rückstand und bin 20., also Gratulation", sagt der Deutsche mit etwas Galgenhumor.


Fotos: MotoGP: Grand Prix von Deutschland (Sachsenring), Training


Doch von Resignation kann keine Rede sein - im Gegenteil. "Es fängt wieder langsam an, Spaß zu machen", betont der 32-Jährige. "Es ist natürlich Stress und macht nicht immer Spaß, speziell wenn du jede Runde um dein Leben fahren musst. Aber langsam habe ich heute das Gefühl bekommen, dass es mir Spaß macht."

Fans am Sachsenring besonderer Antrieb

"Und es war schön zu sehen, wie, wenn ich mal eine gute Runde gehabt habe, ein Feedback von den Zuschauern kommt. Das merkst du, das siehst du. Dafür machen wir das", spricht er das Heimpublikum am Sachsenring, das schon am Freitag die Tribünen füllte, was Bradl durchaus überraschte, wie er zugibt.

"Der Andrang heute in der Früh war schon extrem gut. Auf den Tribünen war ordentlich was los. Ich glaube, der Sachsenring wird am Sonntag ganz schön ausgelastet sein", blickt er auf das Rennen voraus. Das erste Mal seit zwei Jahren sind wieder Fans vor Ort.

Angesprochen auf die Veränderungen, die er und Honda am Freitag an der RC213V vorgenommen haben, verrät er nur so viel: "Wir arbeiten mit dem, was wir haben. Bei der Elektronik probieren wir im Hintergrund ein paar Dinge aus. Mit den Anpassungen am Set-up bin ich zufrieden. Morgen werden wir am Feintuning arbeiten."

Was die Bedingungen angeht - für das restliche Rennwochenende werden noch einmal höhere Temperaturen als am Freitag erwartet -, sagt Bradl: "Heute war es perfekt. Alles, was darüber hinausgeht, wird es stressiger machen - für die Reifen, für das Motorrad und für die Fahrer. Könnte ich es mir aussuchen, würde ich Bedingungen wie heute bevorzugen. Aber am Ende ist es für alle gleich."

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