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RNF-Yamaha gibt zu: Entscheidung für Darryn Binder "auch ein Risiko"

Razlan Razali will MotoGP-Rookie Darryn Binder Zeit geben - Der Südafrikaner selbst ist überzeugt, dass er den Umstieg von der Moto3 in die Königsklasse schaffen kann

(Motorsport-Total.com) - Darryn Binder steht vor der größten Chance und Herausforderung seines Lebens. Der jüngere Bruder von Brad Binder wird in der MotoGP-Saison 2022 für RNF-Yamaha an den Start gehen. Binder überspringt die Moto2 und wechselt direkt von der Moto3 in die Königsklasse.

Darryn Binder

Darryn Binder fährt eine Yamaha Jahrgang 2021 Zoom

Dass sich das Nachfolgeteam von Sepang Racing für den Südafrikaner entschieden hat, rief auch Kritik hervor. Die sportlichen Zahlen sind eindeutig. Von 117 Moto3-Rennen hat Binder eines gewonnen. Sechsmal stand er auf dem Podest. WM-Rang sieben war sein bestes Ergebnis.

Hat sich Binder selbst gewundert, warum ausgerechnet er diese Chance erhält? "Das ist eine Frage für das Management. Ich habe meine Gedanken darüber. Der ursprüngliche Plan war, mit Petronas in der Moto2 zu fahren. Dann hat sich alles verändert. Sie haben schon vorher an mich geglaubt."

"Und ich denke, sie haben dann wirklich an mich geglaubt, als sie mit mir gearbeitet haben", findet Binder. "Deshalb habe ich diese Chance erhalten. Hoffentlich kann ich beweisen, dass sie mit ihrer Entscheidung richtig gelegen sind."

RNF unterstützt Binder mit erfahrenem Personal

RNF hat für Binder ein gutes Team zusammengestellt. Sein Crewchief ist Noe Herrera, der 2021 im Ajo-Team mit Raul Fernandez den Moto2-WM-Titel knapp verpasst hat. Außerdem gibt es mit Teammanager Wilco Zeelenberg einen erfahrenen Ex-Rennfahrer.

Zeelenberg hat mit Fabio Quartararo bewiesen, dass er jungen Talenten die richtigen Ratschläge geben kann. Trotzdem sagt RNF-Teamchef Razlan Razali, dass die Verpflichtung von Binder für das Team auch "ein Risiko" darstellt.

Darryn Binder

Als Rookie darf Darryn Binder in Sepang auch den Shakedown-Test bestreiten Zoom

"Wir werden ihm Zeit geben und ihn nicht unter Druck setzen", hält Razali fest. "Natürlich zieht ein direkter Aufstieg aus der Moto3 in die MotoGP immer Kritiker an. Das ist normal. Doch wir glauben an ihn und sehen Potenzial. Ja, das Risiko ist groß für uns und besonders für Darryn."

"Doch wir haben erfahrene Leute in seinem Umfeld, um ihn richtig zu führen. Wir gehen es Schritt für Schritt und Rennen für Rennen an. Dann sehen wir, wie es sich entwickelt. Am wichtigsten ist, dass er sich gut entwickelt. Man kann sich nie sicher sein. Er könnte alle überraschen."

Darryn Binder: "Konnte das Angebot nicht ausschlagen"

Und was meint Binder selbst? "Es ist natürlich ein Risiko. Es geht nicht darum, wie schnell man in die MotoGP kommt, sondern wie lange man bleiben kann", sagt der 24-Jährige. "Dort will man sein. Es ist ein Risiko, aber ich hätte dieses Angebot nie ausschlagen können."

"Es ist schon mein ganzes Leben lang mein Traum, ein MotoGP-Bike zu fahren. Viele Leute träumen davon und erhalten nie diese Chance. Ich will mein Bestes geben. Solange ich das Gefühl habe, mein Bestes zu geben - und ich bin überzeugt, dass ich die Fähigkeit habe, es gut zu machen."

Darryn Binder, Andrea Dovizioso

Darryn Binder will auch viel von seinem Teamkollegen Andrea Dovizioso lernen Zoom

In jüngerer Vergangenheit ist Binder der erste Fahrer seit Jack Miller, der die Moto2-Klasse übersprungen hat. Aber es gab auch einige Fahrer, wie zum Beispiel Maverick Vinales und Joan Mir, die auch nur eine Moto2-Saison gefahren sind und in der MotoGP Rennen gewonnen haben.

"Auch jemand wie Raul Fernandez", verweist Binder auf einen Fahrer, der in der Moto2 mit einem größeren Bike als der Moto3 auch auf Anhieb besser zurechtgekommen ist. "Am Ende der Moto3 war Raul gut, aber bis dahin hatte er nichts Besonderes gezeigt."

"Dann ist er in die Moto2 gegangen und hat sofort unglaubliche Sachen gemacht. Ich glaube, dass ein größeres Motorrad auch besser zu mir passt, denn in der Moto3 hatte ich mit meiner Größe und meinem Gewicht Mühe", sagt Binder. "Ich glaube, dass ich es schaffen kann."

Den Winter verbrachten die Binder-Brüder bei der Familie in ihrer Heimat Südafrika. Da dort derzeit Sommer herrscht, fanden sie im Vergleich zu Europa auch optimale Trainingsbedingungen vor. Darryn Binder besorgte sich eine Yamaha R1.

Mit der Serienmaschine trainierte er auf dem Red-Star-Raceway, der sich östlich von Johannesburg befindet. "Ich konnte mehr essen, weil ich nicht so sehr auf das Gewicht achten musste", lacht Binder. "In Südafrika habe ich mit einem neuen Trainer ein neues Trainingsprogramm begonnen."

"Wir haben uns darauf konzentriert, für das schwerere Motorrad kräftiger zu werden. Außerdem habe ich mit einer R1 trainiert, um mich an ein größeres Motorrad zu gewöhnen. Ich gehe es Schritt für Schritt an und will darauf aufbauen."

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