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Quartararo kritisiert MotoGP-Qualifying auf halbnasser Strecke mit Slicks

MotoGP-Weltmeister Fabio Quartararo stuft die Bedingungen beim Qualifying in Mugello als sehr gefährlich ein - Aprilia-Pilot Aleix Espargaro teilt diese Meinung

(Motorsport-Total.com) - Nachdem die Piloten der MotoGP beim Trainingsauftakt in Mugello sommerliche Bedingungen vorfanden, gab es am Samstagnachmittag einen Wetterumschwung. Dunkle Wolken brachten Regen. Im Laufe des FT4 zog ein Schauer über den Kurs. Die beiden Qualifying-Durchgänge wurden zu einem Poker.

Fabio Quartararo

Fabio Quartararo beendete das Qualifying auf Position sechs Zoom

Im Q1 war es zu Beginn feucht und trocknete später ab. Die mutigen Piloten wurden belohnt. Weltmeister Fabio Quartararo (Yamaha) beendete das Qualifying auf Position sechs und kritisierte, dass man überhaupt bei diesen Bedingungen fuhr.

"Die Bedingungen waren sehr gefährlich. Es war keine gute Entscheidung, zu fahren. Es ist nicht normal, auf der schnellsten Strecke nicht zu wissen, was einen erwartet", kommentiert der Yamaha-Pilot, der als Sechster bester Nicht-Ducati-Pilot war.

Fabio Quartararo

Fabio Quartararo hätte lieber auf komplett trockene Bedingungen gewartet Zoom

"Es war keine gute Entscheidung, bei diesen Bedingungen zu fahren. Doch wir müssen es akzeptieren. Es ist ein langer Kurs. Es kann an einigen Stellen nass sein, während es an anderen trocken ist", nennt Quartararo die Gefahr. "Es ist kein gutes Gefühl, die Bedingungen nicht zu kennen, wenn man bei 200 km/h in eine Kurve einbiegt."

Im Qualifying behaupteten sich mit Fabio di Giannantonio (Gresini-Ducati), Marco Bezzecchi und Luca Marini (beide VR46-Ducati) drei Außenseiter in der ersten Reihe. "Es sind neue Fahrer an der Spitze. Es wird interessant", so Quartararo.

Warum Fabio Quartararo weit von der Form aus dem Vorjahr entfernt ist

Einfach wird das Rennen für den Vorjahressieger nicht. Auf den Geraden sind die Ducatis klar schneller. Überholen dürfte für Quartararo kaum möglich sein. Im Vergleich zum Vorjahr hat der Franzose kein gutes Gefühl für seine Yamaha M1.

Im FT3 zitterte er sich als Zehnter hauchdünn ins Q2. "Am Morgen war ich nicht zufrieden, weil ich kein gutes Gefühl für das Motorrad aufbauen konnte. Ich konnte keine gute Rundenzeit fahren. Für den Nachmittag machten wir eine Änderung am Motorrad", berichtet Quartararo.

Fabio Quartararo

Nicht nur beim Topspeed hat Fabio Quartararo einige Probleme Zoom

Doch im FT4 verhinderten ein technisches Problem und später der Regen einen aussagekräftigen Test der neuen Abstimmung. "Im FT4 fuhr ich keine komplette Runde damit, weil es ein Problem mit der Kette gab. Doch ich spürte bereits, dass es besser ist. Wir trafen die Entscheidung, mit diesem Motorrad ins Qualifying zu gehen. Platz sechs war ein gutes Ergebnis für uns", bilanziert er.

Warum ist Yamaha in diesem Jahr nicht so stark wie im Vorjahr? Liegt es erneut am Topspeed? "Es ist das erste Mal, dass ich mich über den Topspeed beschwere, weil mir in anderen Bereichen viel mehr fehlt", so Quartararo. "Im vergangenen Jahr fuhr ich 1:45.1. Damals hatten wir ein sehr gutes Paket. Diese Mal hatte ich aber kein gutes Gefühl in den Kurven. Deshalb machten wir die Änderung. Es war ein bisschen besser."

Auch Aleix Espargaro kritisiert die Bedingungen im Qualifying

Aprilia-Werkspilot Aleix Espargaro war im Q2 nur 0,001 Sekunden langsamer als Fabio Quartararo und stellte Startplatz sieben sicher. In den Freien Trainings war Espargaro konstant an der Spitze zu finden. Mit den Bedingungen im Qualifying war der Spanier alles andere als zufrieden. "Das Qualifying war extrem gefährlich", teilt er die Meinung von Quartararo.

"Die Ducati-Piloten an der Spitze waren sehr mutig. Es wird sehr schwierig, sie morgen zu überholen. Deswegen bin ich sehr frustriert", erklärt Espargaro und fordert: "Man hätte aus Sicherheitsgründen die rote Flagge zeigen müssen. Das ist meine Meinung. Wir haben keine Intermediate-Reifen. Die ersten fünf Minuten war ich richtig verängstigt."

Aleix Espargaro

Aleix Espargaro bestätigt, dass das Qualifying eine riskante Angelegenheit war Zoom

"Man weiß nicht, was einen erwartet. Im zweiten Teil des Qualifyings regnete es so gut wie gar nicht. Das war, als die Rundenzeiten schnell waren. Doch die Marshalls schwenkten die Regenflaggen. Ich versuchte, mich auf die Kurven zu konzentrieren, sah aber immer wieder die Flaggen. Wenn ich keine Flagge gesehen hätte, dann hätte ich auf der Bremse mehr riskiert. Wenn ich eine Flagge sah, riskierte ich nicht so viel", schildert er.

"Man muss den Marshalls zu 100 Prozent vertrauen. Wenn sie die Flaggen zeigen, man dennoch Vollgas gibt und deshalb stürzt, dann ist es die eigene Schuld", bemerkt Espargaro, der kein Fan des aktuellen Formats in er MotoGP ist: "Ich weiß, dass es mit den Flag-to-Flag-Rennen sehr unterhaltsam ist. Die Show ist gut. Doch es ist gefährlich, sehr gefährlich."

"Ich sage nicht, dass man bei diesen Bedingungen nicht fahren sollte. Es sind die Regeln und wenn man sie nicht mag, dann muss man nach Hause gehen. Aber es ist sehr gefährlich", erklärt der MotoGP-Routinier.

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