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Petrucci-Comeback in Buriram: "Eines der größten Geschenke für mich"

Danilo Petrucci kehrt als Suzuki-Ersatzmann in die MotoGP zurück und zeigt sich von dieser Chance sichtlich gerührt - Wie es dazu kam und was er in Buriram erwartet

(Motorsport-Total.com) - Ende 2021 zog sich Danilo Petrucci aus der MotoGP zurück und startete eine neue Karriere in der MotoAmerica, wo er am vergangenen Wochenende den Vizetitel holte. Nur eine Woche später gibt der Italiener sein Renncomeback in der Königsklasse und springt für den verletzten Joan Mir bei Suzuki ein.

Danilo Petrucci

Danilo Petrucci stieg Ende 2021 aus der MotoGP aus - jetzt kehrt er mit Suzuki zurück Zoom

"Ich bekam den Anruf vor dem Rennen am vergangenen Sonntag in Alabama, als ich noch um den Titel kämpfte", verrät Petrucci am Donnerstag in Buriram, wo die MotoGP gastiert.

"Ich sagte: 'Lass mich darüber nachdenken, denn ich bin jetzt im Ruhestand, und das Rennen in Thailand war schon hart, als ich noch voll fit war. Jetzt, wo ich ein alter Mann bin, wird es noch härter sein'", scherzt der 31-Jährige, sagte dann aber doch zu.

"Nach dem Rennen ging ich um sechs Uhr zurück ins Zelt, und der Manager sagte: 'Wir müssen uns entscheiden, denn wir haben sonst keine Zeit, um von den USA nach Thailand zu fahren.' Also sagte ich: 'Okay, wir fahren.' Von da an war es, als würde ich in eine Waschmaschine gesteckt." Denn es ging alles Knall auf Fall.

"Ich habe das Hotel am Montagmorgen um 6 Uhr in Alabama verlassen und bin erst gestern Nachmittag hier angekommen. Zum ersten Mal bin ich über den Pazifik geflogen, also von Italien in die USA und dann wieder zurück. Ich habe die ganze Welt umrundet."

Petrucci: "Das hat wohl noch niemand geschafft"

Eigentlich wollte Petrucci diese Woche in den wohl verdienten Urlaub fahren - genauso wie sein Bruder. "Ich sagte ihm: 'Nein, du gehst zurück nach Italien, weil du auf die Suzuki-Anzüge warten musst.' Er kommt jetzt hierher nach Thailand, also schulde ich meinem Bruder und seiner Freundin einen Urlaub", verrät "Petrux".

"Aber ich kann gar nicht beschreiben, wie emotional ich bin", erzählt der zweifache GP-Sieger weiter, "denn nicht einmal in einer Alfred-Hitchcock-Geschichte hätte ich die Dakar mit KTM fahren können, dann mit Ducati in die USA gehen und dann mit Suzuki hierherkommen - ich glaube, das hat noch niemand geschafft."


Fotostrecke: Die Karriere-Highlights von Danilo Petrucci

"Ich muss sagen, dass dies eines der größten Geschenke ist, die ich je in meinem Leben erhalten habe, und ich möchte mich bei der ganzen Motorradwelt bedanken - all diese Hersteller, von KTM über Ducati bis Suzuki, waren so nett zu mir", schwärmt er.

"Ich bin so glücklich, dass ich diese gute Beziehung zu all diesen Menschen habe. Abgesehen von den sportlichen Erfolgen ist es das Beste, was ich je erreicht habe."

"Ich hatte dieses Gefühl schon in Valencia, als ich aufhörte", erinnert er sich, "und als ich nach Austin zurückkam, war ich wirklich glücklich, all die Leute in der MotoGP zu sehen. Dieses Mal kann ich das Fahrerlager nicht einfach durchqueren - ich muss jedem die Hand schütteln. Das macht mich wirklich stolz."

Wie sehr muss er sich an die Suzuki anpassen?

Der sportlichen Herausforderung, die vor ihm liegt, sich Petrucci bewusst. "Ich hatte keine Gelegenheit, das Motorrad auszuprobieren, also wird es wirklich hart werden. Auch weil die Jungs am Ende der Meisterschaft stehen und so fit mit dem Motorrad sind."

"Aber zu diesem Angebot kann man nicht nein sagen", betont der Italiener und scherzt: "Ich hätte den Pazifik durchschwimmen können, um hierherzukommen und dieses Motorrad zu fahren ... wenn ich vielleicht eine Woche mehr Zeit gehabt hätte."

Etwas Zeit wird wohl auch seine Anpassung an die Suzuki in Anspruch nehmen. Denn Petrucci ist eigentlich V4-Motoren gewöhnt. "Das letzte Mal, dass ich einen Reihenmotor gefahren bin, war 2013 bei Suter-BMW. Aber das war eine andere Ära der MotoGP. Das Motorrad, die Position, die Ergonomie sind so anders."

"Ich habe mir ein paar Daten angeschaut, aber alles ist so schwierig. Ich muss das Motorrad erst einmal ausprobieren und verstehen, denn bei meiner Größe brauche ich immer etwas anderes für die Abstimmung. Wir müssen also herantasten. Ich bin einfach froh, hier zu sein, und morgen werden wir mehr wissen."

Umstellen muss sich der MotoGP-Rückkehrer in jedem Fall, was die Position der diversen Devices angeht. "Da können wir keine Änderungen vornehmen. Ich benutze normalerweise die Daumenbremse, und jetzt ist dort die Vorrichtung für das Ride Height Device."

"Es ist also sogar ziemlich gefährlich, den Knopf in dieser Ecke zu drücken, wenn ich sonst die Daumenbremse benutze. Also muss ich meinen Daumen im Zaum halten."

Gute Chancen im Regen? Das sagt Petrucci selbst

Was Petrucci zugutekommen könnte, ist das Wetter in Buriram. Denn es hat geregnet und soll nass bleiben - Bedingungen, bei denen er 31-Jährige in der Vergangenheit gut zurechtkam. Er selbst freut sich aber aus einem anderen Grund über den Regen.

"Ja, ich hoffe, dass es bis Sonntag um vier Uhr immer weiter regnet, denn dann ist das Rennen wenigstens weniger anstrengend", betont er. "Ich hatte schon Angst, als ich für die MotoGP hierherkam, weil das Rennen im Trockenen, wenn es so heiß ist, eines der schlimmsten Dinge ist, die ein Mensch versuchen kann."

"Also hoffe ich, dass es nass bleibt, denn dann ist alles weicher, leichter. Ich will einfach nur genießen und das Rennen zu Ende fahren. Ich denke, es ist schwierig, nicht auf einem Platz zu landen, der nicht der letzte ist. Aber vielleicht ist das Motorrad so gut, dass ich den Weg finde und an den anderen dranbleibe."

"Ich will einfach mein Bestes geben, aber das Ergebnis ist mir egal, auch wenn ich schnell fahren will. Das habe ich auch gesagt, als ich zur Dakar ging", hält Petrucci fest.

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