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Öhlins: Auch die Werksteams dürfen zahlen...

Die schwedischen Federelemente sind sowohl in den Grand-Prix-Klassen als auch in der Superbike-WM heiß begehrt: Ein Blick hinter die Kulissen des Kultunternehmens

(Motorsport-Total.com) - Kenth Öhlin begann 1976 damit, Federelemente herzustellen. Im Grand-Prix-Sport sind die schwedischen Komponenten nicht mehr wegzudenken. In der MotoGP und in der Superbike-WM hat sich Öhlins beinahe eine Monopolstellung erarbeitet. Lediglich Showa hält noch energisch dagegen. Wie begehert das "Schwedengold" ist, zeigt ein Blick hinter die Kulissen. Selbst die Werksteams, die für Öhlins natürlich die beste Werbung sind, müssen für die Federelemente und den Support zahlen.

Öhlins

Alle drei MotoGP-Werksteams vertrauen auf Öhlins-Komponenten Zoom

"Wir sind ein Unternehmen und betreiben den Rennsport in erster Linie, weil wir Gewinne erzielen möchten", stellt Ola Lennström von Öhlins gegenüber 'Crash.net' klar. "Seitdem Öhlins mit dem Offroadsport begonnen hat, haben wir die Politik vertreten, niemals Produkte ohne Bezahlung oder als Sponsoring herauszugeben. Stattdessen versuchen wir, die bestmöglichen Produkte anzubieten. Wenn unsere Kunden gewinnen, dann möchten die Leute unsere Federelemente verwenden. Es ist ein klares Geschäftsmodell."

"Man wird unsere Logos nie auf den Verkleidungen sehen, weil die Leute unsere Federelemente und das Wissen kaufen. Wir geben es nicht für Werbung an die Leute heraus. Unsere Produkte müssen so gut sein, dass es sich für die Topteams lohnt, sie zu kaufen", betont Lennström selbstbewusst. "Abgesehen davon sind die Leute im Unternehmen sehr enthusiastisch, was den Rennsport angeht. Es ist Teil unserer DNA. Unsere Erfolge im Rennsport sind mehr als eine Chance, Geld zu verdienen. Das macht uns glaubwürdig."


Fotos: MotoGP-Testfahrten in Sepang


"Wir sind froh, dass wir im Grand-Prix-Sport und in der Superbike-WM führend sind", bemerkt der Öhlins-Ingenieur. Doch was erhält man bei Öhlins als Privatkunde? Kann man auf das Material der Werkspiloten zurückgreifen? "Es hängt vom Budget ab", erklärt Lennström. "In erster Linie geht es um die Hardware. Dazu zählen das Federbein, der Lenkungsdämpfer und die Gabel oder ein Cartridge-Kit, wenn man nur die Innereien der Gabel ändern darf."

Valentino Rossi

Auch an Valentino Rossis Yamaha M1 kommen Öhlins-Teile zum Einsatz Zoom

Doch nicht nur mit der Hardware hat sich Öhlins den Nummer-eins-Status erarbeitet. Vermutlich genauso wichtig ist, dass die Teams an den Rennstrecken auf die unbezahlbaren Erfahrungswerte der Schweden zurückgreifen können. "In den Grand-Prix-Teams gibt es meist einen Öhlins-Mitarbeiter, der sich um die Federelemente kümmert. In den großen Werks-Teams gibt es sogar für jeden Fahrer einen Techniker", schildert der Öhlins-Mitarbeiter.

"Diese Techniker arbeiten viele Jahre mit dem gleichen Fahrer zusammen. Die Beziehung ist sehr wichtig. Der Federelemente-Techniker macht sich mit dem Fahrstil des Piloten und seinen Feedbacks vertraut. Dadurch kann man schneller ein gutes Setup erarbeiten", berichtet Lennström und fasst zusammen: "Es sind nicht nur gute Federbeine und Gabeln. Wir liefern das passende Fachwissen dazu."

"Unsere Erfolge im Rennsport sind mehr als eine Chance, Geld zu verdienen. Das macht uns glaubwürdig." Ola Lennström

"Bei jedem Grand Prix haben wir zwei Öhlins-Trucks, in denen man Service-Arbeiten durchführen lassen oder einen Dämpfer neu aufbauen kann. Wir haben das nötige Equipment dabei und können uns auf ziemlich jede denkbare Situation einstellen", fügt Lennström hinzu. Und mit welchen Kosten muss man planen, wenn man seine Fahrer mit den goldenen Federelementen ausrüsten möchte?

Ein Serien-Federbein kostet etwa 1.200 Euro. Racing-Teile kosten etwas mehr. Was die MotoGP-Teams für die Topausstattung zahlen, lässt Lennström offen: "Für die MotoGP-Dämpfer gibt es keine Preislisten. Es sind Pakete und die Preise dafür werden mit den Teams verhandelt. Betrachtet man das Gesamtbudget der MotoGP-Teams, dann sind die Kosten für die Federelemente ein ziemlich kleiner Punkt in der Gesamtrechnung."

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