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MotoGP-Sprint in Austin: Bagnaia siegt souverän, Rins behauptet Platz zwei

Francesco Bagnaia gewinnt das Sprintrennen vor Alex Rins und Jorge Martin - Fabio Quartararo stürzt - Marco Bezzecchi bleibt dank Platz sechs WM-Leader

(Motorsport-Total.com) - Francesco Bagnaia hat sich nach seinem Sturz in Argentinien eindrucksvoll zurückgemeldet: Im Sprintrennen der MotoGP in Austin ließ der Ducati-Pilot die Konkurrenz am Ende deutlich hinter sich und feierte seinen dritten Sieg der Saison.

Titel-Bild zur News: Francesco Bagnaia

Francesco Bagnaia siegt über die kurze Distanz mit einigem Vorsprung Zoom

"Dieser Sprint hat mir natürlich besser gefallen als der in Argentinien, wo ich große Probleme hatte. Ich hatte einen guten Start und wollte einfach pushen und mein Tempo gehen", erklärt Bagnaia. "Das hat gereicht, um einen Abstand herauszufahren. Die Bedingungen waren heute ziemlich knifflig, weil es so warm war."

Alex Rins egalisierte sein starkes Qualifying-Ergebnis und sicherte Honda als Zweiter das erste Podium des Jahres. Auf Platz drei fuhr Pramac-Ducati-Fahrer Jorge Martin.

Rins attackiert Bagnaia um die Führung

Pünktlich zum Start des Sprintrennens herrschten in Austin die bisher heißesten Bedingungen an diesem Wochenende. Das Thermometer war auf 31 Grad geklettert, der Asphalt hatte fast 47 Grad. Angesetzt waren nur zehn Runden, da der Circuit of The Americas zu den längsten Strecken im Kalender zählt.

Bagnaia ging von der Pole ins Rennen und behauptete den Spitzenplatz am Start, nachdem Rins Kurve 1 zu optimistisch angegangen war. Dahinter reihten sich Aleix Espargaro (Aprilia) und Fabio Quartararo (Yamaha) ein. Luca Marini (VR46-Ducati) büßte aus Reihe eins viele Plätze ein. Auch Alex Marquez (Gresni-Ducati) fiel zurück.

Noch im Verlauf der ersten Runde attackierte Rins Bagnaia im Kampf um die Führung, behielt diese allerdings nur für wenige Kurven. Nach einem Fehler verlor Rins im zweiten Umlauf eine weitere Position an Espargaro und war nur noch Dritter.

Quartararo verliert Positionen und stürzt

Quartararo hielt sich auf Rang vier, bekam aber Druck vonMartin, der auf der Geraden schließlich vorbeizog. Damit saß dem Franzosen jetzt Marquez im Nacken. Dahinter klaffte zu Johann Zarco (Pramac-Ducati) auf Platz sieben die erste größere Lücke im Feld.

Nach drei Runden hatte sich auch Bagnaia an der Spitze etwas Luft verschaffen können. Sein Vorsprung auf Espargaro lag bei etwas mehr als einer halben Sekunde.

Im Verfolgerfeld wurde weiter hart gekämpft. Quartararo duellierte sich mit Rins, verbremste sich jedoch und fiel auf Platz sechs zurück. Zu Beginn der fünften Runde stürzte der Yamaha-Pilot dann in Kurve 1. Er fuhr zwar weiter, lag aber mit dem ebenfalls gestürzten Michele Pirro (Ducati) am Ende des Feldes.

Duell Martin-Espargaro bis zum Rennende

Zur Halbzeit war der Vorsprung von Bagnaia auf über eine Minute angewachsen. Seinen Verfolgern Espargaro und Rins nahm er mit jeder Runde ein paar Zehntel ab. Beide lagen noch eng beieinander und duellierten sich um Platz zwei. Davon profitierte Martin.

Er lauerte auf Platz vier und gewann eine Position, als ein Manöver von Espargaro missglückte. Damit war der Aprilia-Pilot nur noch Vierter. Von hinten drohte aber keine Gefahr. Denn mit Marquez stürzte sein direkter Verfolger vier Runden vor Schluss. Und mit Brad Binder (KTM) lag der nächste mehrere Sekunden zurück.

Auf den Schlussrunden folgte Espargaro Martin wie ein Schatten. Zur Attacke kam es aber erst in der vorletzten Kurve der letzten Runde. Doch Espargaro war zu schnell, konnte die Linie nicht halten und Martin ziehen lassen. Da waren Bagnaia und Rins mit jeweils zwei Sekunden Vorsprung bereits im Ziel.

Rins überglücklich und Martin ausgepowert

"Dieses Rennen war unglaublich", schwärmt Rins. "In der zweiten Runde habe ich jede Menge Zeit verloren, weil ich hinter 'Pecco' große Probleme beim Bremsen hatte und von der Strecke abkam. Dann war es ein Kampf mit Aleix. Ich wollte ihn überholen, aber einfach war das nicht. Am Schluss hatte ich eine gute Pace."

Martin, der noch immer mit einer Erkältung zu kämpfen hat, verrät: "Nach drei, vier Runden konnte ich kaum noch atmen. Meine Lunge war echt am Ende. Da war es extrem schwierig, das Tempo bis zum Schluss durchzuhalten."

"Ich wusste, dass Aleix schneller ist. Also habe ich versucht, es ihm so schwer wie möglich zu machen. Das Manöver in der letzten Runde war gut. Da habe ich meine Erfahrung ausgespielt", sagt er über das Duell mit Espargaro. "Für morgen habe ich ein gutes Gefühl. Ich hoffe, dass es mir dann besser geht."

Bezzecchi behält die WM-Führung knapp

Espargaro musste sich am Ende mit Platz vier begnügen. Binder wurde dank einer starken zweiten Rennhälfte Fünfter. Diese hatte auch Marco Bezzecchi, der nach einem schwachen Start außerhalb der Top 10 lag, sich aber bis auf Platz sechs vorkämpfte.


MotoGP: Grand Prix der USA (Austin) 2023

In der WM-Tabelle behauptet der VR46-Pilot damit die knappe Führung und hat noch einen Punkt Vorsprung auf Bagnaia. Dritter ist Zarco, dem bereits 19 Zähler fehlen.

Er fiel nach seiner guten Startphase zurück und klassierte sich am Ende hinter Marini, Miguel Oliveira (RNF-Aprilia), Jack Miller (KTM) und Maverick Vinales (Aprilia) als Elfter. Da es im Sprint nur bis Platz neun Punkte gibt, ging der Franzose diesmal leer aus.

Andere Hondas abgeschlagen, Folger Letzter

Honda-Pilot Joan Mir beendete sein erstes Sprintrennen nach der Verletzungspause auf Platz zwölf. gefolgt von Markenkollege Takaaki Nakagami und Franco Morbidelli (Yamaha). Stefan Bradl (Honda) reihte sich hinter den beiden Fernandez sowie Fabio Di Giannanontio (Gresini-Ducati) auf Platz 18 ein.

Jonas Folger (Tech-3-GasGas) beendete sein erstes MotoGP-Rennen seit 2017 als Letzter. Er wurde am Ende noch von Quartararo überholt, der nach seinem Sturz - auch ohne Aussicht auf Punkte - bis zum Schluss weiterfuhr und auf Platz 19 ins Ziel kam.

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