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MotoGP-Rennen in Austin: Rins siegt vor Marini und Quartararo, Bagnaia stürzt

Alex Rins triumphiert in Austin, während Francesco Bagnaia stürzt - Luca Marini erstmals auf dem Podest - Fabio Quartararo Dritter - Nur 13 Fahrer im Ziel

(Motorsport-Total.com) - Nach dem zweiten Platz im Sprintrennen konnte sich Alex Rins im Hauptrennen von Austin noch einmal steigern und Honda den ersten Sieg seit Misano 2021 bescheren. Der LCR-Pilot blieb in einem sturzreichen Rennen, in dem auch Francesco Bagnaia (Ducati) zu Boden ging, fehlerlos und wurde belohnt.

Titel-Bild zur News: Alex Rins

Alex Rins gewinnt in seinem dritten Rennen mit LCR-Honda Zoom

Für Rins ist es der erste Sieg seit seinem Wechsel zu LCR-Honda. Das Team war zum letzten Mal mit Cal Crutchlow in Argentinien 2018 siegreich. Das Podium in Austin teilte sich Rins mit Luca Marini (VR46-Ducati) und Fabio Quartararo (Yamaha).

Das Rennen über 20 Runden startete bei trockenen, aber etwas kühleren Bedingungen als am Samstag im Sprint. Diesen hatte Bagnaia vor Rins und Jorge Martin (Pramac-Ducati) gewonnen. Während Letzterer erneut von Platz zwölf ins Rennen ging, starteten Bagnaia und Rins sowie Marini aus der ersten Reihe.

Bagnaia münzte seine Pole in eine frühe Führung um. Auch Rins und Marini hielten ihre Startpositionen. Alex Marquez (Gresini-Ducati) fiel zurück und stürzte nach nur wenigen Kurven durch einen Kontakt mit Markenkollege Martin. Kurz darauf ging auch Aleix Espargaro (Aprilia) zu Boden und schied aus.

Bagnaia führt, doch Rins macht Druck

Noch im Verlauf der ersten Runde verlor Marini den dritten Platz an Jack Miller (KTM) und auch Quartararo ging vorbei. Vorne drückte Bagnaia aufs Tempo und versuchte, eine Lücke aufzumachen, doch Rins ließ nicht so leicht locker.

Miller hingegen musste etwas abreißen lassen. Nach vier Runden wuchs sein Rückstand erstmals auf über eine Sekunde an. So viel trennten auch Miller und Quartararo, der sich auf Platz vier hielt, gefolgt von den VR46-Piloten Marini und Marco Bezzecchi.

An dieser Reihenfolge änderte sich eine ganze Weile nichts, bis Miller in Runde acht stürzte. Es war bereits sein siebter Crash an diesem Wochenende. Quartararo erbte Platz drei, hatte aber mehr als zwei Sekunden Rückstand nach vorn und von hinten lauerte Marini.

In Runde acht passierte der nächste Sturz und diesmal erwischte es Bagnaia. Wie schon in Argentinien stürzte der Weltmeister erneut in Führung liegend in Kurve 2.

Damit führte Rins das Rennen vor Quartararo und Marini an. Bezzecchi hatte an vierter Stelle bereits knapp drei Sekunden Rückstand. Und von hinten rauschte Maverick Vinales (Aprilia) heran. Nach einem mäßigen Start hatte sich der Spanier in der ersten Rennhälfte nach vorn gekämpft und klopfte bei Bezzecchi an.

Zahlreiche Stürze dezimieren das Feld

Weiter hinten ging es mit den Stürzen weiter. Nach Joan Mir (Honda) gingen auch Brad Binder (KTM) und Takaaki Nakagami (LCR-Honda) zu Boden. Binder fuhr weiter und lag als Letzter sogar in den Punkten, denn es waren nur noch 14 Fahrer im Rennen.

Bei noch acht Runden nutzte Marini die Ducati-Power und zog auf der Gegengeraden an Quartararo vorbei. Der VR46-Pilot fuhr zu diesem Zeitpunkt die schnellsten Runden im Feld und begann den Rückstand auf Rins an der Spitze etwas zu reduzieren.

Für Marinis Teamkollegen Bezzecchi lief es weniger gut. Er verlor Platz vier an Vinales und fiel dann auch noch hinter Miguel Oliviera (RNF-Aprilia) zurück.

Mit Anbruch der letzten fünf Runden wuchs der Vorsprung von Rins wieder auf über zwei Sekunden an. Er war über Marinis Aufholversuch informiert worden und reagierte sofort. Der LCR-Pilot blieb bis zum Zielstrich fehlerlos und feierte damit - klassenübergreifend - seinen vierten Sieg auf der US-Strecke in Austin.

"Ich versuchte, Pecco unter Druck zu setzen", erklärt Rins. "Im zweiten und im dritten Sektor hatte ich etwas zu kämpfen, doch bei den Richtungswechseln attackierte ich sehr stark, um ihn einzuholen. Ich bin richtig happy. Ich konnte hier in der Moto3, in der Moto2, mit Suzuki und mit Honda gewinnen. Das macht mich sehr happy."

Rins triumphiert vor Marini und Quartararo

Marini lief als Zweiter ein und sicherte sich im dritten MotoGP-Jahr den lang ersehnten ersten Podestplatz. Quartararo verbuchte mit Rang drei sein bestes Saisonergebnis.

"Ich wusste, dass mein Renntempo hier gut ist", betont Marini, der sich zwischenzeitlich noch Siegchancen ausrechnete. "Nach dem Sturz von Pecco spürte ich, dass Alex das Rennen verwaltet. Ich wollte Fabio überholen und Alex einholen."

"Doch auf dieser Strecke fährt Alex sehr gut. In diesem Jahr fährt er die Honda, die hier vielleicht das beste Bike ist, weil damit viele Rennen gewonnen wurden. Es war unmöglich, ihn zu besiegen. Mit meinem Tempo und meinem Rennen bin ich sehr zufrieden. Es ist ein gutes Ergebnis für unser Team und für meine Crew."

Für Quartararo war sein Start der Schüssel: "Ich musste in den ersten Runden hart kämpfen, denn ich wusste, dass das Podium unmöglich ist, wenn ich zu Beginn Positionen verliere. Ich bin sehr happy, weil die zurückliegenden Rennen sehr schwierig waren. Es fühlt sich gut an, wieder im Parc Ferme zu stehen."


Fotos: MotoGP: Grand Prix der USA (Austin) 2023


Bradl stürzt spät, Folger als 12. mit Punkten

Die Top 5 wurde von Vinales und Oliveira komplettiert. Bezzecchi belegte Rang sechs und baute seine WM-Führung aus. Er hat nun elf Punkte Vorsprung auf Bagnaia.

Johann Zarco (Pramac-Ducati) beendete das Rennen als Siebter vor Franco Morbidelli (Yamaha) und Fabio Di Giannantonio (Gresini-Ducati). MotoGP-Rookie Augusto Fernandez (Tech-3-GasGas) feierte als Zehnter seine erste Top-10-Platzierung.

Dahinter rundeten Michele Pirro (Ducati), Jonas Folger (Tech-3-GasGas) und der gestürzte Brad Binder das Feld ab. Stefan Bradl (Honda) lag kurz vor dem Ziel noch auf dem elften Platz, schied aber am Ende der vorletzten Runde gestürzt aus.