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Mandalika-Kurs "schmutzig wie Motocross": Aber Fahrer loben Layout

Der erste MotoGP-Testtag in Indonesien wird von schmutzigem Asphalt beherrscht - Aber die Fahrer loben den Charakter und das Layout der Mandalika-Strecke

(Motorsport-Total.com) - Zum ersten Mal seit 1997 ist die MotoGP wieder auf indonesischem Boden unterwegs. Der erste von drei Testtagen auf dem neuen Mandalika-Kurs auf der Insel Lombok verlief aber nicht ideal. In der Nacht auf Freitag hat es stark geregnet. Außerdem war die Fahrbahn sehr schmutzig. Es lagen auch viele Steine auf dem Asphalt. Rund um die Strecke wird immer noch an den Tribünen und der restlichen Infrastruktur gebaut.

Mandalika-Kurs

Rund um die Strecke wird noch gebaut, weshalb der Asphalt verschmutzt ist Zoom

Einige Fahrer rückten am Morgen auf noch feuchter Strecke mit Regenreifen aus. Je trockener es wurde, desto extremer bildete sich Schmutz auf dem Asphalt. Die Motorräder kamen völlig verdreckt zurück an die Box, so als wären sie auf einer Motocross-Strecke gefahren.

"Am Anfang war es etwas crazy", schildert Brad Binder. "Der Spray von den Vorderleuten war so extrem, dass es wie beim Motocross war. Ich bin an die Box gefahren, weil ich nichts mehr sehen konnte. Alle Abreißvisiere waren verbraucht."

Schließlich wurde der Test unterbrochen und ein Meeting einberufen. In der Pause von 90 Minuten versuchten einige Reinigungsfahrzeuge den Asphalt zu säubern. Schließlich entschied man sich dazu, dass jeder Fahrer bis 15:00 Uhr Ortszeit mindestens 20 Runden drehen musste.

"Als sie mich gefragt haben", berichtet Marc Marquez, "habe ich gesagt, dass man nur mit den Motorrädern fahren müsste. Aber niemand wollte hinaus. Es war eine gute Entscheidung. Am Ende wurde es auf der Ideallinie eine normale Strecke."

Auch kritische Stimmen zu vorgeschriebenen Runden

Die Fahrer fuhren die Ideallinie also kontinuierlich sauber. Alle machten mit, aber es gab auch kritische Stimmen. "Mir hat es überhaupt nicht gefallen, dass wir alle gemeinsam fahren mussten, um die Strecke zu säubern", hält Aleix Espargaro fest. "Ich habe mich sehr darüber geärgert."

Honda schmutzige Verkleidung

Schmutzige Spuren auf der Verkleidung einer Honda Zoom

Der Aprilia-Fahrer räumt dennoch ein: "Es hat aber funktioniert. Das ist aber nicht die Lösung. Ich bin nicht hier, um eine Strecke sauber zu fahren. Erstens war es nicht sicher, zweitens kann mich nur Aprilia dazu zwingen. Und bei einem Test fahre ich, wann ich will."

Zustimmung erhält Aleix Espargaro von Luca Marini, der meint: "Etwas, das gefährlich ist, vorzuschreiben - das ist etwas seltsam. Ich respektiere diese Entscheidung, denn jeder wollte fahren, damit die Strecke in gutem Zustand ist."

"Man muss aber verstehen, ob das auch an einem Rennwochenende vorkommen würde. Denn wenn sie nicht vorbereitet sind", mahnt der Italiener die Streckenbetreiber. "Heute wäre ein Rennen unmöglich gewesen." Außerdem berichteten viele davon, dass der Vordermann Steine aufwirbelte.

Fabio Quartararo

Die Motorräder wirbelten auch viele Steine auf Zoom

Das steht beim nächsten Treffen der Sicherheitskommission auf der Agenda. "Hinter einem anderen Fahrer wurde man von vielen Steinen getroffen. Das schmerzt auf den Schultern und den Händen", sagt Marini. "Das Visier wurde auch ständig getroffen. Morgen brauche ich einen neuen Helm."

"Wir Fahrer sollten die Strecke nicht säubern", hält Routinier Andrea Dovizioso fest. "Ich war zuvor draußen und kann gar nicht erklären, wie schlimm es war. Sie hatten schon zuvor die Kurven 1 und 2 gereinigt, aber ich konnte keinen Unterschied erkennen."

"Am Ende war es aber die richtige Entscheidung. Auf der Ideallinie wurde die Strecke akzeptabel. Die Rundenzeiten wurden auch normaler. Es war die richtige Entscheidung, aber ich denke, solche Dinge sollten nicht passieren. Es war klar, dass die Strecke schmutzig sein würde."

Die Mehrheit der Fahrer befürwortete, dass sie die Strecke sauber fahren mussten. "Wenn wir das heute nicht gemacht hätten, dann hätten wir das morgen tun müssen", zuckt Jack Miller mit den Schultern. "Hoffentlich wäscht der Regen nicht den Sand wieder auf die Ideallinie."

Hauptsächlich lernten die Fahrer am Freitag die neue Strecke kennen. Sie mussten aufpassen, denn neben der Ideallinie war es sehr rutschig. Die Rundenzeiten wurden schließlich kontinuierlich schneller. Was möglich ist, wird wahrscheinlich erst der dritte Testtag zeigen.

Viel Lob für das Layout der Strecke

Vom Layout waren alle Fahrer begeistert. Die Strecke ist 4,3 Kilometer lang und hat elf Rechts- und sechs Linkskurven. Die Zielgerade ist mit 500 Metern sehr kurz. "Das Layout ist etwas seltsam, weil man außer auf der Zielgeraden ständig in Schräglage fährt", findet Dovizioso.

Eine interessante Einschätzung trifft Marc Marquez. "Mir gefallen die Sektoren 1, 3 und 4. Sektor 2 gefällt mir nicht, dort ist es zu schnell", lacht der Honda-Fahrer. "Dort gibt es auch Bodenwellen. Mit Risiko kann man dort viel Zeit holen, aber momentan muss man noch ruhig bleiben."

Pol Espargaro

Pol Espargaro stellte am Freitag die Bestzeit auf Zoom

Ihm stimmt Jack Miller zu: "Es gibt auch blinde Kuppen und eine dreifach Rechtskurve, schnelle Richtungswechsel. Es ist eine einzigartige Strecke. Es erinnert mich an Argentinien. Das Layout ist sehr cool und macht viel Spaß."

Das Layout ist nämlich sehr abwechslungsreich. "Es gibt von allem etwas - klein und technisch, und dann folgen wieder sehr schnelle Kurven. Der Abschnitt mit den Kurven 7, 8 und 9 ist surreal. Ich glaube, wir werden hier gute Rennen sehen", schätzt Miller.

Der Abschnitt von Kurve 7 bis 9 befindet sich im von Marc Marquez angesprochenem zweiten Sektor. Nach zwei schnellen Rechtskurven geht es auf die vermeintliche Gegengerade, die durch eine schnelle Rechts-Links-Schikane unterbrochen ist.

"Diese Strecke hat einen eigenen Charakter", findet Pol Espargaro. "Sie unterscheidet sich. Auf der Gegengeraden gibt es diesen schnellen Richtungswechsel, der auch körperlich anstrengend ist. Für die schnellen Kurven braucht das Motorrad eine gute Stabilität. Es gibt kaum harte Bremszonen."

Anstrengender als Sepang?

Mandalika ist ein schneller, flüssig zu fahrender Kurs. Der letzte Sektor erinnert an Termas de Rio Hondo in Argentinien, denn vor Kurve 16 gibt es noch eine letzte Möglichkeit für ein Ausbremsmanöver vor der finalen Kurve und dem Zielstrich.

Franco Morbidelli

Franco Morbidelli weist auf die Hitze und Luftfeuchtigkeit hin Zoom

Für die Fahrer wird das Rennen in Indonesien anstrengend. "Die Temperatur und die Luftfeuchtigkeit sind so hoch, dass es zwischen Mittag und 16:00 Uhr extrem schwierig zu fahren wird, weil man kaum atmen kann", meint Franco Morbidelli. "Es ist deshalb härter als Sepang."

Die meisten Fahrer sind der Meinung, dass die Fans die Action auf der neuen Strecke genießen werden. Aber Joan Mir glaubt: "Überholen wird nicht einfach. Vor Kurve 1 ist es möglich. Und wenn man in Sektor 2 die schnellen Kurven gut erwischt, dann in der folgenden Bremsphase. Es wird aber nicht einfach. Der Start wird hier sehr wichtig werden. Aber man wird schon auch überholen können."

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