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KTM verpasst erste Startreihe knapp: "Wäre mehr drin gewesen"

Gelbe Flaggen bremsen Miguel Oliveira und Brad Binder im MotoGP-Qualifying von Barcelona aus - Trotzdem reicht es bei Oliveira für den besten Startplatz der Saison

(Motorsport-Total.com) - Nur fünf Hundertstel fehlten Miguel Oliveira auf die erste Reihe. Mit Startplatz vier verbuchte der KTM-Pilot in Barcelona dennoch sein bisher bestes Qualifying-Ergebnis in dieser MotoGP-Saison und bestätigte damit den allgemeinen Aufwärtstrend, seit KTM mit neuem Chassis und Rennbenzin unterwegs ist.

Miguel Oliveira

Miguel Oliveira wurde zum Schluss noch von Startplatz drei verdrängt Zoom

"Es war ein positiver Tag. Für uns ist es der beste Startplatz des Jahres", resümiert der Portugiese zufrieden. "Auch im dritten Freien Training am Morgen lief es gut." Diese beendete Oliveira auf Rang drei mit nur 0,122 Sekunden Rückstand.

"Am Nachmittag waren die Bedingungen etwas schwieriger. Aber wir konnten die Rundenzeit wiederholen. Ohne die gelbe Flagge in Kurve 10 hätte ich noch etwas schneller fahren können. Aber wir können mit Startplatz vier zufrieden sein."

Gelbe Flaggen bremsen KTM-Fahrer aus

Der Grund für die gelben Flaggen war ein später Sturz von Honda-Pilot Pol Espargaro in Kurve 10, der mehrere Fahrer dazu zwang, ihre Runde abzubrechen - so auch Oliveiras Teamkollegen Brad Binder, der auf der Strecke nur wenige Meter vor ihm fuhr. Er beendete das Qualifying als Achter und war etwas enttäuscht.

"Im ersten Run ist mir keine wirklich gute Rundenzeit gelungen", erklärt der Südafrikaner. "Im zweiten Run fühlte ich mich besser und die Zeit war okay. Auf meiner schnellsten Runde hatte ich leider gelbe Flaggen, sodass ich abbrechen musste."

"Im letzten Versuch habe ich dann noch mal gepusht, aber erwischte keine perfekte Runde. Die Startposition ist nicht so schlecht, aber es wäre mehr drin gewesen." Am Ende fehlten Binder 0,490 Sekunden auf die Polezeit von Fabio Quartararo.

Brad Binder im FT4 mit Gripproblemen

Ein Überholmanöver von Johann Zarco, der sich in Kurve 10 an ihm vorbeipresste, sieht Binder gelassen: "Es war ohnehin nicht meine beste Runde. Ich war also dabei, meine Zeit zu verbessern. Zum Glück habe ich ihn rechtzeitig bemerkt und mein Bike aufgestellt, denn sonst hätte das auch schiefgehen können."

Brad Binder

Brad Binder weiß, dass für ihn im Qualifying mehr drin gewesen wäre Zoom

Etwas Sorgen bereitet Binder sein viertes Freies Training, das er nur auf Position 16 abschloss. "Keine Ahnung, was da los war. Ich hatte so wenig Grip wie das ganze Wochenende nicht. Das werden wir uns anschauen, um den Grund herauszufinden."

"Ich hatte am Hinterrad keinerlei Grip und konnte das Bike weder richtig verlangsamen noch gut ans Gas gehen", beschreibt er seine Probleme. Die Session bestritt mit dem harten Vorder- und Hinterreifen. Auf welche Michelin-Mischung seine Wahl im Rennen fallen wird, kann der KTM-Pilot noch nicht genau sagen.

Oliveira will sich Rennen clever einteilen

"Ich habe noch keine finale Entscheidung getroffen, aber eine ungefähre Idee. Wir werden uns die Daten noch einmal genau ansehen und im Team diskutieren, was die beste Wahl für uns ist. Es wird natürlich auch vom Wetter abhängen und davon, wie warm die Bedingungen sind." Morgen startet die MotoGP schon um 13 Uhr.

Als großer Favorit geht Quartararo ins Rennen. Er spulte im vierten Freien Training als einziger hohe 1:39er-Zeiten ab. "Er war schon das ganze Jahr über stark. Wenn er sich gut fühlt, ist er in der Lage, superschnelle Runden abzuspulen", sagt Binder.

"Ich erwarte ihn mit Sicherheit sehr stark. Wenn er die Pace hat, um davonzufahren, wird es wichtig sein, sich gleich zu Beginn dazwischen zu schieben und es für die Yamahas ein weniger schwerer zu machen." Denn in der Startaufstellung stehen mit Franco Morbidelli und Maverick Vinales zwei weiteres Yamahas vor ihm.


Fotos: MotoGP: Grand Prix von Katalonien (Barcelona) 2021, Qualifying


Oliveira weiß: "Es wird ein langes und hartes Rennen für die Reifen werden. Normalerweise gewinnt hier derjenige, der über die Distanz am wenigsten verliert und den Verschleiß der Reifen gut managen kann. Man muss sich das Rennen clever einteilen. Genau das werden wir versuchen, um ein starkes Ende zu haben."

Aber natürlich bleibt auch der Start wichtig: "Das ist er in dieser Kategorie immer", sagt Oliveira. "Sich von Anfang an in einer guten Position auf der Strecke zu befinden, hilft natürlich auch dabei, nicht in so viele Kämpfe verwickelt zu sein."

"Das schont die Reifen und man muss weniger aggressiv fahren. Aber das ist nur die Theorie. Wir hoffen, dass wir die richtigen Entscheidungen treffen, wenn die Ampel ausgeht." Binder ist überzeugt: "Im Rennen werden wir stärker sein als heute."

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