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KTM-Chef Pierer rechnet mit Honda und BMW ab

Im Rahmen der Präsentation der MotoGP-Maschine lässt sich KTM-Chef Stefan Pierer zu gewagten Aussagen hinreißen und sagt Erzfeind Honda den Kampf an

(Motorsport-Total.com) - "Wir lieben den Rennsport und wir lieben es, japanische Hersteller zu besiegen", stellt KTM-CEO Stefan Pierer im Rahmen der Präsentation für die Grand-Prix-Saison 2017 und später bei den Kollegen von 'ServusTV' klar. Bereits vor dem ersten MotoGP-Rennen sagt der ehrgeizige Manager Erzfeind Honda den Kampf an. KTM hat für die Zukunft klare Ziele. Die MotoGP dient dabei nicht nur zum Ausleben der Rennsportbegeisterung sondern ist auch Mittel zum Zweck.

Stefan Pierer

KTM-Chef Stefan Pierer verzichtet auf Diplomatie und geht in die Offensive Zoom

"Wir sind mittlerweile ein global aufgestelltes Unternehmen und generieren mehr als 50 Prozent des Umsatzes außerhalb von Europa. Natürlich ist der US-Markt für uns am wichtigsten. Er macht 20 Prozent aus. Das MotoGP-Projekt ist natürlich für die Märkte in Südostasien und Lateinamerika sehr wichtig. Dort sind die Fans sehr rennsportbegeistert. Die durch das MotoGP-Projekt erzeugte Aufmerksamkeit ist sehr hilfreich. Das ist das eine Thema. Zum anderen haben wir vor, die Nummer drei zu werden", betont Pierer kämpferisch.

Pierer belächelt BMW

In Europa ist KTM bereits der größte Hersteller. "BMW haben wir bei den Zulassungszahlen ja schon vor drei Jahren überholt. Im Rennsport war das schwierig, denn sie machen ja keinen", kommentiert Pierer und setzt damit einen empfindlichen Seitenhieb in Richtung München. Aber der deutsche Hersteller ist für KTM ohnehin keine Orientierung mehr.

Gleiches gilt für Aprilia in der MotoGP. KTM möchte die Italiener schnell überholen. "Wir sind nicht irgendwer. Wir sind der größte Hersteller in Europa. Wir beschäftigen über 5.000 Mitarbeiter, davon über 3.000 hier im Stammsitz. Wir haben im Motorsport 320 Mitarbeiter. 65 Mitarbeiter kümmern sich um das MotoGP-Projekt. Wir spielen in der Champions League. Deswegen möchte ich, dass wir nach oben verglichen werden und nicht nach unten", erklärt Pierer, der sich lieber an Suzuki orientieren möchte.


Fotos: KTM-Präsentation in Munderfing


"Es gibt eine Benchmark für uns, einen japanischen Mitbewerber, der gute Arbeit geleistet hat. Die Rede ist von Suzuki. Wenn man sich anschaut, wo sie vor drei Jahren waren und wo sie jetzt stehen, dann bin ich der Meinung, dass sie eine gute Messlatte sind", bemerkt der KTM-Geschäftsführer, der langfristig Honda und Yamaha herausfordern möchte: "Es gibt nichts Schöneres, als Japaner im Wettbewerb zu schlagen. Das motiviert", betont der Österreicher.

KTM setzt auf Konsequenz

Das Konzept der KTM RC16 ist in der MotoGP außergewöhnlich: Die Österreicher verwenden als einziger Hersteller einen Stahlrahmen. Zudem hat man mit den hauseigenen WP-Federelementen ein weiteres Alleinstellungsmerkmal. Und sollte Erzfeind Honda in der bevorstehenden Saison mit dem neu entwickelten Big-Bang-V4-Motor antreten, dann ist auch der Screamer-V4 der RC16 in der MotoGP einmalig.

KTM RC16

KTM RC16: Stahlrahmen, WP-Federelemente & V4-Screamer Zoom

"Unser großer Vorteil gegenüber den Konkurrenten ist, dass wir eine hohe Fertigungs- und Entwicklungstiefe haben. Wir bestimmen die leistungsbestimmenden Komponenten. Das ist die Grundvoraussetzung, um kompetent ein Sportmotorrad auf die Welt zu bringen. Wir haben jahrzehntelange Erfahrung im Rennsport", schildert Pierer. "Wir müssen nicht nach Spanien oder Italien. Bei uns ist das Zentrum der Kompetenz."

"Für den Erfolg ist es wichtig, einen konsequenten Weg zu gehen. Nur so kommt man ganz an die Spitze", stellt der 60-Jährige klar. "Wir dominieren in anderen Bereichen. Deswegen sind die Erwartungen hoch. Uns ist aber klar, dass das erste Jahr ein Lernjahr sein wird. Im zweiten Jahr soll es besser laufen und im dritten Jahr möchten wir um Podestplätze kämpfen."

Dakar-Kontroverse hallt nach

Stefan Pierer Pit Beirer

KTM-Geschäftsführer Stefan Pierer und KTM-Motorsportchef Pit Beirer Zoom

"Wir haben eine langjährige Erfahrung, wie lange etwas dauern kann. Wir haben bei der Dakar sieben Jahre gebraucht, um sie zum ersten Mal zu gewinnen. Beim Supercross in den USA waren es drei Jahre. Wir wissen, dass Geduld nötig ist und die Bäume nicht in den Himmel wachsen. Dennoch haben wir gewisse Erwartungen", berichtet Pierer. "Bei der Dakar haben wir auch gezeigt, wie das geht. Mittlerweile sind es trotz aller Tricks der Mitbewerber 16 Jahre in Folge", spielt er die Kontroverse der diesjährigen Dakar an.

Hintergrund: Honda versucht seit Jahren, KTMs Siegesserie zu beenden. Bei der diesjährigen Dakar tankte Honda illegal nach. Die Honda-Piloten erhielten Zeitstrafen. Und auch in der Moto3 herrscht seit Jahren ein erbitterter Zweikampf. Während KTM negativ auffiel, als die Motoren ungleichmäßig verteilt wurden, machte Honda mit einem nicht exakt arbeitenden Drehzahlbegrenzer auf sich aufmerksam und erntete heftige Kritik aus Österreich.

Finale Abrechnung mit "Hass-Gegner" Honda

Durch KTMs MotoGP-Einstieg herrscht in der Grand-Prix-Kommission ein ausgeglichenes Verhältnis zwischen japanischen Herstellern (Honda, Yamaha, Suzuki) und europäischen Herstellern (Ducati, Aprilia, KTM). "Wir können nun dagegenhalten", betont Pierer kämpferisch und schießt erneut gegen Honda: "Honda versucht alles. Einerseits mit Geld, indem sie den Promoter mit Geld zuschütten und wenn das nicht hilft, wird eben rumgetrickst. Jetzt ist es ausgeglichen in der Grand-Prix-Kommission. Das ist schon wichtig."

Bradley Smith

Klare Zielsetzung für 2017: Aprilia soll für KTM kein Maßstab sein Zoom

KTMs Einstieg in die Moto2 kam auf den ersten Blick überraschend. Die Österreicher wehrten sich jahrelang gegen den Gedanken der Einheitsmotoren und treten 2017 mit den vorgeschriebenen Honda-Motoren an. "Die Moto2 ist günstiger als die Moto3, da es Einheitsmotoren gibt. Diese kommen von unserem größten Hass-Gegner, Honda. Doch damit habe ich kein Problem damit", bemerkt Pierer.

"Wir haben kein Interesse daran, die Moto2-Motoren zu liefern. Wir sollten uns nicht überschätzen. Wir bauen nur die Fahrgestelle", stellt der KTM-CEO klar. "Ich hörte, dass Triumph in der Zukunft die Motoren liefert. Die Dreizylindermotoren klingen dann vielleicht besser", schießt er gegen die Klang der CBR600-Motoren. Pierers Abneigung gegen Honda ist riesig. "Honda ist der große Gigant. Zudem versucht Honda immer, zu betrügen", wiederholt er im Rahmen der Medienveranstaltung in Munderfing und erntet dafür großen Applaus.

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