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"Keiner wollte nachgeben": Pol Espargaro "nur" Dritter

Pol Espargaro verpasst selber den ersten Heimsieg für KTM, den Miguel Oliveira einfährt, weil sich Espargaro in der letzten Kurve mit Jack Miller beharkt

(Motorsport-Total.com) - Für Pol Espargaro hatte der Grand Prix der Steiermark in Spielberg buchstäblich zwei Seiten. Obwohl erstmals von der Pole-Position gestartet, kam der KTM-Werkspilot im ersten Teil des zweigeteilten Rennens nicht über die vierte Position hinaus. Im zweiten Teil verbuchte er dann fünf Führungsrunden und kämpfte um seinen ersten MotoGP-Sieg.

Pol Espargaro, Jack Miller

Der Zweikampf Pol Espargaro vs. Jack Miller in der letzten Kurve in Spielberg Zoom

Eingangs der letzten Runde lag Espargaro in Führung. Auf seiner Boxentafel zeigte man ihm als Abstand zu Verfolger Jack Miller (Pramac-Ducati) '+0' an. Aus diesem Grund bremste Espargaro die enge Kurve 3 in der letzten Runde extrem spät und weit innen an, um sich gegen einen möglichen Angriff Millers zu verteidigen. Mit diesem Manöver aber gab er dem Australier überhaupt erst die Chance, noch einmal in Führung zu gehen.

Denn Espargaro kam schlecht aus Kurve 3 heraus und verlor in Kurve 4 prompt die Spitzenposition an Miller, der innen vorbei zog. Aus Kurve 7 aber kam dann Miller schlecht heraus und Espargaro konnte in Kurve 9 (der vorletzten Kurve) noch einmal kontern. Eingangs der letzten Kurve lag er außen, als Miller innen hineinstach. Beide verloren Schwung. Der lachende Dritte war Tech-3-KTM-Pilot Miguel Oliveira, der seinen ersten MotoGP-Sieg abstaubte.

Miguel Oliveira, Jack Miller, Pol Espargaro

Wiel Espargaro und Miller beide die Linie verpassten, kam Oliveira vorbei und siegte Zoom

Espargaro, der im Zweikampf mit Miller in der letzten Kurve keine andere Chance hatte, als neben die Strecke zu fahren, kam letztlich "nur" als Dritter ins Ziel. Weil er aber ohne die Unterbrechung des Rennens und den Neustart das Podest wohl verpasst hätte, ist der Spanier trotzdem happy. Nach Valencia 2018 (damals bei Regen die Podestpremiere für KTM) ist es für Espargaro der zweite Podiumsplatz seiner MotoGP-Karriere.

"Als ich eingangs der letzten Runde '+0' auf meiner Boxentafel sah, wusste ich nicht genau, wie viel Vorsprung ich auf Jack hatte. Deshalb dachte ich mir, dass ich auf jeden Fall die innere Linie [in Kurve 3] blocken muss. Vielleicht habe ich dabei ein bisschen übertrieben. Das mag sein. Anschließend ging es dann darum, wer von uns beiden heißer auf den Sieg war. Letzten Endes aber hat keiner von uns beiden gewonnen", lacht Espargaro.

"Das Wichtigste aber ist, dass es einschließlich der letzten Kurve ein toller und sauberer Kampf war. Diese letzte Kurve ist knifflig. Er hat mich derart geblockt, dass wir beide weit gingen und Miguel innen noch durchwischen konnte. Letzten Endes wollte keiner nachgeben. Wir haben es aber genossen und ich denke, die Zuschauer zu Hause haben es auch genossen. Darum geht es doch", so der KTM-Werkspilot.


Fotos: MotoGP in Spielberg 2, Rennen


Und nach zuletzt zwei Stürzen aufgrund von Kollisionen (mit Johann Zarco in Brünn und Oliveira beim ersten der beiden Spielberg-Rennen) ist Espargaro jetzt mit seinem ersten Podestplatz der Saison in die Top 10 der MotoGP-Gesamtwertung 2020 vorgestoßen. So kann es seiner Meinung nach weitergehen.

"Natürlich ist es unser Ziel, jetzt weitere Podiumsplätze einzufahren. Ob das möglich sein wird, wird sich zeigen. Wichtig ist vor allem, dass wir ein bisschen ruhiger agieren als zuletzt. Dann wird alles einfacher", ist Espargaro überzeugt und blickt auf den Double-Header im September voraus: "Jetzt geht es nach Misano. Dort haben wir getestet. Ich glaube, wir sollten dort ganz gut dabei sein."

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