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Keine großen Rivalitäten mehr: Warum sich die MotoGP laut Rossi verändert hat

Beinharte Rivalitäten haben die MotoGP-Fans über Jahre elektrisiert - Heute gibt es das nicht mehr - Valentino Rossi nennt Gründe, warum sich das verändert hat

(Motorsport-Total.com) - Rivalitäten auf und abseits der Rennstrecke haben in der Motorrad-WM unzählige Schlagzeilen geschrieben und die Fans weltweit elektrisiert. In den vergangenen 20 Jahren war Valentino Rossi meist einer der Beteiligten.

Valentino Rossi, Max Biaggi

Valentino Rossi gegen Max Biaggi: Ein großes Duell der MotoGP-Historie Zoom

Die Feindschaft zwischen Max Biaggi und Rossi ist legendär. Es folgte der Zweikampf Rossi gegen Sete Gibernau. Die Fahrer wurden mit der Zeit jünger, Rossi blieb als Gegner. Zunächst nahm es Casey Stoner mit der italienischen Rennlegende auf, dann Jorge Lorenzo und schließlich Marc Marquez.

In jüngerer Vergangenheit nahmen diese Rivalitäten im MotoGP-Feld ab. Marc Marquez und Andrea Dovizioso lieferten sich auf der Strecke enge Duelle. Es blieb immer fair. Abseits der Rennstrecke herrschte zwischen beiden Respekt. Es gab keine schmutzigen Worte.

Generell pflegen die Fahrer ein kollegiales Verhältnis. Eine große, erbitterte Rivalität und Feindschaft auf und neben der Strecke gibt es zwischen zwei Fahrern nicht mehr. Zumindest nicht im Ausmaß wie man es zum Beispiel aus den Jahren rund um die Jahrtausendwende kannte.

"Ich habe das alles selbst miterlebt, weil ich schon so lange Rennen fahre", sagt Rossi dazu. Warum hat sich das verändert? "Es hat sich geändert, weil es jetzt viel mehr Kameras gibt. Von außen gibt es auch viel mehr Druck."


Fotostrecke: MotoGP Jerez 2005: Rossi rempelt Gibernau in der letzten Kurve weg

Damals wurde ausschließlich mit echten Fotoapparaten fotografiert und nicht jeder hatte einen für einen schnellen Schnappschuss in der Tasche. Internet gab es nicht, schon gar nicht auf dem Mobiltelefon - wenn man überhaupt eines besaß.

Social Media und die rasche Verbreitung von Bildern beziehungsweise Informationen haben die Welt nachhaltig verändert. "Man kann sich nicht mehr so wie damals verhalten", meint Rossi. Die MotoGP-Stars dürfen sich auch abseits der Strecke kein Fehlverhalten erlauben.

"Wenn man solche Dinge wie in den 1990ern machen würde, würden dich solche Kontroversen nach wenigen Wochen auslaugen. Man muss politisch korrekt sein, oder das zumindest vorgeben. So funktioniert die Welt heute", meint Rossi und seufzt: "Ich befürchte, die alten Tage werden nie zurückkommen."