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Kälte, Regen, Stürze: MotoGP-Fahrer wünschen anderen Termin für Le Mans

Am Frankreich-Wochenende wurden klassenübergreifend 117 Stürze gezählt - Selbst ohne Regen war es in Le Mans Mitte Mai zu kühl für die Rennreifen

(Motorsport-Total.com) - Wetterkapriolen beeinflussten das gesamte Wochenende beim Grand Prix von Frankreich. Von den 20 in Le Mans gefahrenen MotoGP-Rennen, wurden elf entweder im Regen gestartet oder es fing im Laufe des Rennens zu regnen an. Das sorgte für Diskussionen, ob man für den Grand Prix nicht einen anderen Termin im Kalender suchen sollte.

Marc Marquez, Alex Rins

Das Wochenende in Le Mans wurde in allen Klassen zu einer Sturzorgie Zoom

Bei komplett trockenen Verhältnissen wurde in den Jahren 2004, 2010, 2011 und von 2014 bis 2019 gefahren. Der Regen sorgte auch für eine Sturzorgie. Klassenübergreifend wurden am vergangenen Wochenende 117 Stürze gezählt. Das ist in den vergangenen sieben Jahren der dritthöchste Wert nach Valencia 2018 und Misano 2017.

"Man redet ständig über die Sicherheit, aber dann darf man nicht zu dieser Jahreszeit nach Le Mans kommen", findet Aleix Espargaro deutliche Worte. "Bei zwölf Grad Asphalttemperatur funktionieren die Reifen von Michelin und Dunlop nicht."

"Für manche ist es vielleicht lustig, wenn wir so viel stürzen, aber für uns ist es das nicht. Sind wir alle Idioten? Nein! Das ärgert mich sehr. Ich möchte im Nassen fahren, das ist kein Problem, aber nicht bei diesen Temperaturen."

Reifen funktionieren bei kühlem Asphalt nicht richtig

Bei den Slick-Vorderreifen hatte Michelin drei Optionen im Gepäck. Das waren Soft (P), Medium (K) und Hart (H). "Michelin hat keine weichere Option", sagt der Aprilia-Fahrer. "Der K-Vorderreifen ist sehr weich. Es ist der Standardreifen, den wir überall verwenden, aber hier konnte ihn niemand fahren."

Michelin Reifentechniker Temperatur

Unter 20 Grad Celsius wird es selbst mit den weichsten Slicks schwierig Zoom

"Alle verwenden den P-Reifen, den wir normalerweise als Transportreifen verwenden. Dieser Reifen ist super, super weich. Trotzdem stürzen wir." Der Vorderreifen war schwierig auf Temperatur zu bringen. Manche Fahrer sind bei sehr niedriger Geschwindigkeit plötzlich gestürzt.

"Wenn wir mit Michelin sprechen", erklärt Valentino Rossi, "dann brauchen wir 20 Grad Asphalttemperatur, um sicher zu sein. Das ganze Wochenende war zu gefährlich. Die Strecke war immer kühler als 15 Grad Celsius."

Im Nassen war es laut dem erfahrenen Italiener nicht besser: "Dann hängt es auch von der Regenmenge ab. Die Kombination zwischen viel Wasser und kühlen Temperaturen ist die schlimmste Situation."

Kalendertausch mit Mugello?

Deswegen wurde darüber diskutiert, ob man das Rennen in den Sommer verschieben sollte, damit die Chancen auf ein sonniges Wochenende höher sind als im Mai. "Je später wir in Le Mans fahren würden, desto besser wäre es", findet Fabio Quartararo. "Dann wäre das Wetter besser."

Der Lokalmatador hat auch einen Vorschlag: "Ich glaube, es wäre am besten, wenn man in Le Mans direkt vor der Sommerpause fahren würde. Bei heißen Verhältnissen wäre es sicher viel besser." Eine diskutierte Variante wäre der Tausch mit Mugello, wo Ende Mai gefahren wird.

Flag-to-Flag

Die Fahrer beim Motorradwechsel in der Boxengasse Zoom

"Ich weiß nicht, ob zwei Wochen viel ändern würden", meint Rossi. "Ein Monat später wäre wohl noch besser. Diese Entscheidung liegt nicht in unseren Händen. Le Mans muss auch das 24 Stunden Rennen für die Autos organisieren. Sie finden normalerweise im Juni statt."

Differenzierter sieht das Thema Jack Miller: "Ich stimme zu, aber Le Mans erinnert mich an Phillip Island. Ich weiß nicht, ob ein anderer Termin viel ändern würde, weil es einer dieser Orte ist, wo sich das Wetter rasch ändern kann."

"Jeder denkt, dass im Februar besseres Wetter in Phillip Island herrscht, aber es ist immer noch Phillip Island. Im Vorjahr sind wir zu einem anderen Zeitpunkt im Jahr in Le Mans gefahren und das Wetter war gleich."

Sollte man keinen anderen Termin für Le Mans finden, dann müssten laut Aleix Espargaro die Reifenhersteller handeln: "Sie müssten einen eigenen Reifen für Le Mans entwickeln. Das ist wahrscheinlich nicht möglich. Aber man muss sich nur ansehen, wie viele Stürze wir gesehen haben."

Eventuell könnte es im Jahr 2021 noch ein zweites MotoGP-Rennen in Le Mans geben. Promoter Claude Michy hat diese Option angeboten, falls sich abzeichnen sollte, dass die Überseerennen im Herbst wegen der Coronavirus-Pandemie nicht stattfinden könnten und MotoGP-Promoter Dorna Ersatzrennen in Europa suchen müsste.

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