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Ezpeleta: MotoGP-Kalendergestaltung "eine der schwierigsten Entscheidungen"

Dorna-CEO Carmelo Ezpeleta erklärt, welche wichtigen Faktoren es bei der Aufstellung des MotoGP-Kalenders 2024 mit 22 Grands Prix zu berücksichtigen galt

(Motorsport-Total.com) - Vor wenigen Wochen wurde vom vom Motorrad-Weltverband (FIM) und vom MotoGP-Promoter (Dorna Sports) der MotoGP-Kalender 2024 mit 22 Rennwochenenden veröffentlicht. Welche komplizierte Aufgabe es alljährlich ist, den Kalender aufzusetzen, das erklärt Dorna-CEO Carmelo Ezpeleta anhand der Faktoren, die es dabei zu berücksichtigen gilt.

Titel-Bild zur News: Carmelo Ezpeleta

Carmelo Ezpeleta: Erstellung des MotoGP-Kalenders ist Abwägen vieler Faktoren Zoom

"Die Kalendergestaltung ist Jahr für Jahr eine der schwierigsten Entscheidungen, weil wir so viele Dinge bedenken müssen", sagt Ezpeleta im offiziellen MotoGP-Podcast und erklärt: "Einerseits wollen wir so viel Zeit des Jahres wie möglich mit MotoGP-Rennen abdecken, um den Leuten zu Hause so viel wie möglich bieten zu können. Andererseits braucht es natürlich zwischen den Saisons auch eine gewisse Zeit, um die neuen Motorräder vorbereiten zu können."

Wie also gehen Dorna und FIM bei der Gestaltung des MotoGP-Kalenders für die jeweils nächste Saison vor? "Der erste Schritt ist immer, dass wir das erste Datum im März und das letzte Datum im November festlegen", sagt Ezpeleta. Für die Saison 2024 hat man sich diesbezüglich auf den 10. März und den 17. November geeinigt.

Im Vergleich zu 2023 geht die MotoGP-Saison 2024 somit zwei Wochen früher los und eine Woche früher zu Ende. Allerdings sind es 22 Rennwochenenden. 2023 waren 21 geplant, woraus aufgrund der Absage des Kasachstan-Grand-Prix letztlich 20 geworden sind. Bei den 22 MotoGP-Wochenenden 2024 halten sich europäische Austragungsorte (zwölf) und außereuropäische (zehn) fast die Waage.

Zehn Überschneidungen mit der Formel 1, aber ...

Nachdem die Eckpunkte des Rennkalenders stehen, wird laut Ezpeleta "im zweiten Schritt darauf geschaut, für alle Austragungsorte den besten Platz im Kalender zu finden. Da geht es um Dinge wie das Wetter und anderes. Und dann schauen wir darauf, dass wir mit der Formel 1 so wenige Überschneidungen wie möglich haben."

Die Startphase beim Grand Prix von Monaco der Formel 1 2023

Start zum Formel-1-Grand-Prix von Monaco 2023 in Monte Carlo Zoom

Das freilich ist leichter gesagt als getan. Die Formel 1 hat für die Saison 2024 von Anfang März bis Anfang Dezember sogar 24 Rennwochenenden angesetzt (Formel-1-Kalender 2024).

Da bleibt es nicht aus, dass sich einige der 24 Formel-1-Termine mit den 22 MotoGP-Terminen überschneiden. Konkret gibt es im Jahr 2024 gleich elf Überschneidungen der beiden Grand-Prix-Rennserien. Es betrifft also die Hälfte aller MotoGP-Termine. Die meisten der Überschneidungen liegen aber so, dass in unterschiedlichen Zeitzonen gefahren wird.

Direkte Überschneidungen, also nicht nur terminlich, sondern auch zeitlich am Tag, gibt es 2024 deren vier: Ende Mai (MotoGP Barcelona und F1 Monte Carlo), Ende Juni (MotoGP Assen und F1 Spielberg), Anfang Juli (MotoGP Sachsenring und F1 Silverstone) und Anfang September (MotoGP Aragon und F1 Monza). In der Regel wird das MotoGP-Rennen in solchen Fällen eine Stunde später gestartet als üblich, sodass sich zumindest die Rennstarts beider Serien nicht auch noch überschneiden.

Im ersten Dorna-Jahr waren es 13 Rennen ...

Und als letzter Schritt bei der Gestaltung des MotoGP-Kalenders kommt laut Ezpeleta noch hinzu, dass "wir versuchen, nicht mit großen Sportereignissen wie Olympia oder Fußball-Weltmeisterschaft zu kollidieren". Die Olympische Spiele 2024 in Paris finden vom 26. Juli bis 11. August statt. In diesem Zeitraum gibt es ein MotoGP-Wochenende (Silverstone). Abgesehen davon aber hat man die Sommerpause so gelegt, um Olympia aus dem Weg zu gehen.

Dass der MotoGP-Kalender im Vergleich zur Vergangenheit deutlich umfangreicher geworden ist, das lässt sich nicht von der Hand weisen. "Als wir 1992 angefangen haben", denkt Ezpeleta an das erste Jahr der Dorna in der Motorrad-WM zurück, " hatten wir 13 Rennen. Jetzt haben wir 22. Das ist das Ergebnis unserer fortwährenden Bemühungen, weiter zu wachsen, um neue Zuschauer zu gewinnen und neue Märkte zu erschließen".

Start zum 500er-Rennen beim GP Japan 1992 in Suzuka: Kevin Schwantz führt

Der Japan-Grand-Prix 1992 in Suzuka war das erste Rennen der Dorna-Ära Zoom

"Bevor wir übernommen haben, fand ja die Weltmeisterschaft im Grunde nur in Europa statt", erinnert der Dorna-CEO an die ersten vier Jahrzehnte der WM. "Die ersten Schritte waren es, dass auch in Japan, Australien und den Vereinigten Staaten gefahren wurde. Dann kamen Malaysia in Asien sowie Südamerika hinzu. Und heute fahren wir rund um den Globus, mit Ausnahme von Afrika."

Worauf beim MotoGP-Kalender 2024 noch geachtet wurde

In Kyalami (Südafrika) war die Motorrad-WM in den 80er- und 90er-Jahren schon viermal zu Gast. Dass der Grand Prix irgendwann in den Kalender zurückkehrt und somit auch Brad Binder sein Heimrennen bekommt, ist nicht auszuschließen. 2024 wird das aber nicht passieren.

Sokol International Racetrack bei Almaty in Kasachstan

Der 2023 abgesagte Kasachstan-Grand-Prix steht für 2024 wieder im Kalender Zoom

Bei der Gestaltung des MotoGP-Kalenders 2024 hat man nicht nur eine fast ausgewogene Verteilung zwischen Europa und Übersee und möglichst wenigen direkten Überschneidungen mit der Formel 1 und Olympia geachtet. Man war auch bemüht, "sowohl im Sinne der Kosten als auch im Sinne der Nachhaltigkeit so wenige Reisekilometer wie möglich zu haben", sagt Ezpeleta.

Was er damit meint, wenn es doch satte 22 Rennwochenenden weltweit sind? Dass beispielsweise sechs der acht asiatischen Grands Prix hintereinander stattfinden, nämlich Indien (Ende September) bis Malaysia (Anfang November). Gleichzeitig gibt es solche Blöcke auch bei den europäischen Grands Prix, und zwar einen Viererblock mit Spanien (Ende April) bis Italien (Anfang Juni) sowie einen Sechserblock mit Niederlande (Ende Juni) bis San Marino (Mitte September).

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