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Ezpeleta kündigt umfassende Änderungen an

2015 drohen der MotoGP umfassende Regeländerungen - Dorna-Chef Carmelo Ezpeleta erklärt, wie wahrscheinlich ein Drehzahllimit und ein Einheitssteuergerät sind

(Motorsport-Total.com) - Das in diesem Jahr auf 21 Motorräder angewachsene Starterfed der MotoGP ist offensichtlich ein Fortschritt. Die Wahrheit sieht aber anders aus: Im Vergleich zum Vorjahr hat sich die Anzahl der Prototypen auf deren zwölf verringert, Suzuki ist ausgestiegen und auch die anderen Hersteller scheinen nicht besonders zufrieden zu sein. Bei den Verantwortlichen läuten bereits seit Monaten die Alarmglocken.

Carmelo Ezpeleta Dorna

Dorna-Chef Carmelo Ezpeleta möchte weitere Hersteller in die MotoGP locken

Dorna-Chef Carmelo Ezpeleta drohte in der Vergangenheit mehrfach an, die Kosten drastisch zu senken. Der Spanier möchte neue Hersteller in die Serie locken. Suzuki entwickelt bereits ein Motorrad für die Rückkehr, die für 2014 angekündigt wurde. BMW, Kawasaki und andere potenzielle Hersteller lehnen einen MotoGP-Einstieg im Moment aber noch ab.

Regeländerungen: Ruhe bis 2015?

Eine Verringerung der Kosten verspricht sich Ezpeleta durch technische Limitierungen, wie eine Einführung eines Drehzahllimits oder eines Einheitssteuergeräts. Bisher wehren sich die momentan vertretenen Hersteller gegen diese Vorschläge. Gegenüber 'Autosport' hat der Dorna-Chef nun erklärt, dass Änderungen in diesen Bereichen wohl erst ab 2015 zu erwarten sind.

Filippo Preziosi

Filippo Preziosi und Ducati möchten ein Drehzahllimit umgehen Zoom

"Die momentan vertretenen Hersteller haben ihre Motoren für die aktuell geltenden Vorschriften - ohne ein Drehzahllimit - entwickelt. Die aktuelle Vereinbarung gilt für 2012, 2013 und 2014", schildert Ezpeleta. "In der Zukunft gibt es eventuell eine Ein-Motorrad-Regel, weniger Mechaniker, fünf anstatt sechs Motoren oder etwas anderes. Doch das reicht noch nicht, um weitere Hersteller anzulocken."

"Für 2015 wird es umfassende Änderungen geben. In diesem Jahr besprechen wir diese Dinge und werden vor Ende des Jahres bekanntgeben, wie die Regeln aussehen werden. Natürlich sprechen wir auch über ein Drehzahllimit", so Ezpeleta. Er erkennt aber auch, dass die Einschränkungen im gleichen Moment auch eine Gefahr darstellen: "Selbst die neuen Hersteller sind nicht vollkommen zufrieden, eine einheitliche ECU zu haben. Es gibt Diskussionen, doch ich denke, ein Einheitssteuergerät wäre für alle die beste Lösung."

Ezpeleta mit CRT-Entwicklung zufrieden

Die 2012 eingeführten CRT-Bikes stehen immer wieder in der Kritik. Casey Stoner sparte bei seiner Rücktrittsverkündung nicht an kritischen Bemerkungen. Ezpeleta hingegen freut sich, dass der Abstand zu den Prototypen nicht so groß ist, wie die Wintertests vermuten ließen: "Sie sind nicht so weit weg. Es sind noch keine Motoren kaputt gegangen. Man hat gesehen, dass diese Motorräder an einigen Stellen schneller sind als die Prototypen."

Aleix Espargaro

Das Aspar-Duo duellierte sich bereits mit einigen MotoGP-Prototypen Zoom

"Sicher sind die Prototypen auf den Geraden schneller und bei der Beschleunigung und dem Topspeed überlegen", bemerkt er. Welche Rolle die CRT-Maschinen in Zukunft spielen werden, ist noch ungewiss. Dem Gerücht, alle Motorräder müssten in Zukunft auf einen Serienmotor zurückgreifen, nimmt er aber den Wind aus den Segeln: "Eines ist sicher: Wir werden nie sagen: 'Ihr müsst Serienmotoren verwenden.'"

"Wir werden bestimmte Vorschriften machen", fügt er hinzu, stellt aber klar: "Die Motoren können speziell für ihren Einsatz entwickelt werden, wie es bei den Prototypen der Fall ist. Bei der Elektronik und anderen Sachen wird es aber bestimmte Einschränkungen geben. Dann werden die Kosten für die Zukunft feststehen."

Superbike-WM stellt eine Gefahr dar

Eine nicht zu unterschätzende Gefahr sieht Ezpeleta in der aufstrebenden Superbike-WM. Hier gibt es deutlich mehr Hersteller als in der MotoGP, die Rennen sind zweifellos spannender und die Zuschauer können sich recht einfach mit den Motorrädern auf der Strecke identifizieren. "Es ist wichtig, zu verhindern, dass die Superbike-WM nicht weiter wächst. Wir müssen zudem die Performance begrenzen. Es gibt einige Ideen. Wir reden sehr viel miteinander", berichtet der Dorna-Chef.


Fotos: Superbike-WM in Donington


"Die FIM hat seit 1992 eine sehr gute Vereinbarung mit uns. Wir teilen alles. FIM-Präsident Vito Ippolito hat sehr viel Sachverstand. Deshalb ist es sehr einfach, über die Regeln oder etwas anderes zu reden", erläutert Ezpeleta zuversichtlich. "Er teilt natürlich meine Meinung."

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