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Entwicklung am MotoGP-Gewichtslimit: "Irgendwann redet man von Sicherheit"

Das Gesamtgewicht und die Gewichtsverteilung spielen in der MotoGP eine wichtige Rolle für das Handling - KTM arbeitet hart, um sich dem Mindestgewicht zu nähern

(Motorsport-Total.com) - Das Mindestgewicht eines MotoGP-Motorrads beträgt laut FIM-Reglement 157 Kilogramm. Hauptsächlich wird das Gewicht nach den Trainings oder nach dem Rennen kontrolliert. Gewogen wird das Motorrad in der Form, wie es auf der Strecke unterwegs war inklusive Kraftstoff, Öl, weiteren Flüssigkeiten und zusätzlichem Equipment wie dem Transponder für die Zeitnahme und die Kameras für die Fernsehübertragungen.

Pol Espargaro

Drei Hersteller auf einem Foto: KTM, Honda und Yamaha Zoom

Das Gewicht und die Gewichtsverteilung spielt eine wesentliche Rolle bei der Performance, denn das Motorrad muss beschleunigt und gebremst werden, der Fahrer muss es in Kurven legen und wieder aufstellen oder muss in engen Kurvenkombinationen rasch die Richtung wechseln können. Die Fitness der Fahrer wird auf die Probe gestellt. Und je leichter das Motorrad zu fahren ist, desto einfacher ist es für den Fahrer vor allem über die Renndistanz am Limit zu bleiben.

"Es ist schon eine brutale Entwicklung, auch am Gewichtslimit zu arbeiten, denn irgendwann redet man vom Thema Sicherheit", sagt KTM-Motorsportchef Pit Beirer gegenüber 'Motorsport-Total.com'. Der Deutsche betont: "Wir sind für die Gesundheit der Fahrer verantwortlich. Man kann nicht sagen, dass man viel Geld dafür ausgibt, ein leichteres Teil zu bauen, und dann fliegt es dir bei 350 km/h um die Ohren."

KTM mittlerweile nahe am Mindestgewicht

Mit einer Ausnahme sollen alle Hersteller etwas über dem Mindestgewicht liegen. Genaue Zahlen werden nicht verraten. "Ich kann die Gemüter beruhigen", sagt Beirer aus KTM-Sicht zu diesem Thema. "Ich habe die neuesten Gewichtsangaben und wir sind nicht mehr so weit vom Gewichtslimit entfernt. Man darf ohnehin nicht ganz ans Limit gehen, denn durch den Reifenabbau verliert man im Rennen schon ein Kilogramm."

Pol Espargaro

Pol Espargaro bringt bei 171 Zentimetern 62 Kilogramm auf die Waage Zoom

In der Moto2-Klasse gibt es ein kombiniertes Mindestgewicht aus Fahrer und Motorrad. Das beträgt 217 Kilogramm. Durch die Einheitsmotoren sollen vor allem größere und schwerere Fahrer kein Handicap haben. Das gilt auch für die Moto3-Klasse, wo Fahrer und Motorrad zusammen mindestens 152 Kilogramm auf die Waage bringen müssen. Das sorgt in beiden Klassen, wo die Performance der Motorräder ähnlich ist, für ein ausgeglichenes Feld.

Carbon-Schwinge leichter, aber nur ein Puzzleteil

In der MotoGP-Klasse gibt es ein kombinierte Mindestgewicht nicht, obwohl sich die Fahrer sehr wohl mit dem Gewicht auseinandersetzen. Danilo Petrucci (181 cm/78 kg) hatte im Vergleich zu seinem kleineren und leichteren Ducati-Kollegen Andrea Dovizioso (167 cm/67 kg) vor allem im Vorjahr mit höherem Reifenverschleiß zu kämpfen. Macht man das Motorrad leichter, dann kann man die Gewichtsverteilung optimieren, was wiederum der Performance hilft.

KTM Carbon-Schwinge

Seit einigen Rennen setzt auch KTM auf eine Hinterradschwinge aus Carbon Zoom

Ein Beispiel für ein leichteres Bauteil ist der Trend zur Carbon-Schwinge. "Wir geben viel Geld aus, um bei der Schwinge ein Kilogramm zu finden", sagt KTM-Fahrer Pol Espargaro und ergänzt: "Wenn ich um ein Kilogramm leichter werde, würde das auch etwas bringen. Wenn man sich ansieht wie eng es im Klassement zugeht, dann sind 0,05 Sekunden viel." Der Spanier wiegt 62 Kilogramm. "Deswegen verwenden wir auch die Carbon-Schwinge. Sie ist nicht nur besser, sondern auch leichter."

Trotzdem ist die Schwinge nur ein Puzzleteil beim komplexen MotoGP-Bike, wie Beirer sagt: "Alle glauben, wir haben jetzt eine Carbon-Schwinge eingesteckt und alle Probleme sind gelöst. Da waren natürlich viele, viele andere Teile, die da mitwirken. Da das Motorrad jetzt insgesamt leichter ist, tun sich die Fahrer auch leichter. Wir haben am Scheitelpunkt der Kurve immer Schwierigkeiten gehabt. Da werden wir jetzt besser, vom Chassis, vom Grip, vom Ansprechverhalten. Ein paar Kilo weniger Gewicht helfen natürlich auch, dass man im Scheitelpunkt die Linie hält. Es sind immer Details. Aber das Thema Gewicht können wir schon langsam beiseite schieben."

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