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Espargaro-Bike? KTM versichert: "Nehmen jedes Feedback ernst"

Im dritten MotoGP-Jahr von KTM hat sich Pol Espargaro zum größten Zugpferd entwickelt - Teammanager Mike Leitner erklärt Gründe und reagiert auf Kritik

(Motorsport-Total.com) - KTM ist in der MotoGP-Saison 2019 erstmals seit seinem Einstieg in die Königsklasse mit einem eigenen Kundenteam am Start. Wirklich konkurrenzfähig ist man derzeit aber nur mit einem Fahrer, nämlich Pol Espargaro. Er rangiert nach neun Rennen auf dem zehnten WM-Platz weit vor Teamkollege Johann Zarco (17.) und den beiden Satellitenfahrern von Tech 3.

Pol Espargaro

Pol Espargaro hat die KTM maßgeblich mitentwickelt und ist entsprechend schnell Zoom

Miguel Oliveira, der in diesem Jahr seine Debütsaison in der MotoGP bestreitet und nur einen Punkt hinter Zarco liegt, erklärt: "Pol ist ein recht spezieller Fahrer. Er zeigt in eine Richtung und der Rest zeigt in eine andere Richtung. Seine Kommentare in Bezug auf das Motorrad sind sehr spezifisch und er kommt mit dem, was er momentan hat, gut zurecht. Wir haben da im Vergleich etwas mehr Probleme."

Gegen die Behauptung, er würde die Entwicklung der KTM in eine bestimmte Richtung lenken, wehrte sich Espargaro bereits. Sein Teammanager Mike Leitner unterstreicht im Gespräch mit 'Motorsport-total.com' wiederum, dass es nur logisch sei, wenn von der KTM RC16 als "Espargaro-Bike" gesprochen wird. "Ich glaube, das kann man so sagen", gibt der Österreicher zu.

Leitner weiß: "Umsetzung geht nicht über Nacht"

"Wenn ein Fahrer drei Jahre bei einem Projekt arbeitet und man hat drei Fahrer, die das erste Jahr dabei sind, da kann man schwer sagen, das ist jetzt ein Oliveira-Bike oder ein Zarco-Bike. Das ist ganz klar. Die Entwicklung ist natürlich über Pol gegangen und man muss sagen, auch Pol ist mit diesem Projekt unglaublich gewachsen, als Person und als Fahrer", lobt Leitner die Fortschritte seines Topfahrers.

Pol Espargaro

Mike Leitner weiß Espargaro zu schätzen, will aber auch die anderen Fahrer pushen Zoom

Und er schwärmt weiter: "So wie wir mit dem Motorrad gewachsen sind, ist er mit uns gewachsen. Es ist schön zu sehen, dass man einiges bewegen kann. Wir hoffen, dass wir diesen Weg weiter marschieren und natürlich alle anderen drei Fahrer dann auch mitnehmen können. Da sind wir dran. Wir nehmen den Kommentar jedes einzelnen Fahrers sehr ernst, aber das Umsetzen geht nicht über Nacht."

Das sei auch bei Espargaro nicht der Fall gewesen, weiß Leitner. "Ihm konnten wir im ersten Jahr auch nicht gleich alle Wünsche erfüllen", betont er und versichert zugleich: "Aber wir hören zu und haben mit Dani (Pedrosa) einen sehr starken Testfahrer, Mika (Kallio; Anm. d. R.) hat die letzten Jahre auch schon sehr gut für uns gearbeitet. Sie zusammen testen weiter."

KTM-Kundenteam noch mit anderen Voraussetzungen

Am Ende dieses laufenden Prozesses soll ein Motorrad stehen, "wo wir hoffentlich vier Fahrer im Paddock sehen werden, die zufrieden sind", so Leitner. Bis dahin versucht man, das jeweils Beste herauszuholen und voneinander zu lernen. Bei vier Piloten, die jeweils ihren ganz eigenen Fahrstil haben, ist das natürlich kein leichtes Unterfangen. Messlatte ist und bleibt aber Espargaro.


Fotos: KTM, MotoGP auf dem Sachsenring


"Wenn ein Pilot so schnell ist und wir anderen nicht, ist natürlich die Tendenz groß, sich genau anzuschauen, was er macht, und dem vielleicht zu folgen", bestätigt Kundenpilot Oliveira. "Das haben wir in jüngsten Rennen auch getan. Allerdings hat er andere Voraussetzungen, anderes Material. Ich weiß nicht, inwiefern man das vergleichen kann." Doch auch daran will KTM weiter arbeiten.

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