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Aero-Krieg in der MotoGP: Aprilia-Rennchef ärgert sich

Sollte Ducatis Aero-Revolution tatsächlich legal sein, will Aprilia-Rennleiter Romano Albesiano nachrüsten, auch wenn er sagt: "Unsere Lösung ist die fairste"

(Motorsport-Total.com) - Am kommenden Donnerstag werden die 2017er-Verkleidungen der MotoGP-Bikes homologiert. Bis dahin können die Hersteller noch Veränderungen vornehmen. Im Zuge des Winglet-Verbots präsentierten die meisten von ihnen bereits während der diesjährigen Wintertests ihre aerodynamischen Alternativen. In Katar sorgte vor allem Ducati mit seinem radikalen Ansatz für Aufsehen.

Romano Albesiano

Romano Albesiano prophezeit im Aero-Wettstreit eine Kostenexplosion Zoom

Nachdem MotoGP-Technikdirektor Danny Aldridge andeutete, dass die Ducati-Lösung wohl legal sei, könnten nun auch andere Teams mit dem Gedanken spielen, in diese Richtung nachzurüsten. Aprilias Renndirektor Romano Albesiano jedenfalls gibt zu, dass sein Team genau das tun werde, wenn es darum geht, im Laufe der Saison an einem Aero-Update zu arbeiten. Mit Ausnahme von KTM ist jedem Hersteller ein Update erlaubt.

Diese Begrenzung betrifft jedoch nicht das Innenleben der Verkleidung, sondern nur deren äußere Form. Und über die war Albesiano im Falle von Ducati einigermaßen erstaunt, denn er glaubte nicht, dass ein solcher Ansatz regelkonform sei. "Jetzt wissen wir, dass wir so weit gehen können oder vielleicht sogar noch weiter", so Albesiano im Gespräch mit 'crash.net'. Unzufrieden ist er mit Aprilias Lösung aber nicht - im Gegenteil.

Aprilia wird in Richtung Ducati-Verkleidung arbeiten

"Unsere Interpretation der Regeln war die fairste, die exakteste in Bezug auf die Vorschriften und ihren Sinn", ist der Aprilia-Rennchef überzeugt. Dieser Sinn habe darin bestanden, zu einer konventionelleren Motorrad-Verkleidung zurückzukehren. Seine Antwort darauf hatte Aprilia erstmals auf Phillip Island gezeigt - und mit tiefliegenden Luftschächten überrascht. In Katar wurde die Verkleidung erneut getestet.

Sie sei einer serienmäßigen Verkleidung "sehr, sehr ähnlich". Der durch das Winglet-Verbot eingebüßte Anpressdruck werde vor allem durch die innere Konstruktion kompensiert, erklärt Albesiano weiter. Da die Testergebnisse recht zufriedenstellend gewesen seien, geht er davon aus, dass die auf Phillip Island und in Katar gezeigte Verkleidung auch jene sein wird, die Aprilia vor dem Saisonauftakt homologieren lässt.


Fotos: MotoGP-Test in Katar


Ob dort auch Ducati eine Freigabe erhalten wird? Albesiano hat seine Zweifel: "Ducati hat etwas gemacht, das sich sehr weit weg von unserem Verständnis der Regeln bewegt. Es ist schwierig, die Regeln genau zu erfassen. Das letzte Wort hat der Technikdirektor der Weltmeisterschaft. Seine Interpretation ist es, die wir verstehen müssen. Und wenn er sagt, die Ducati-Verkleidung ist legal, dann wissen wir Bescheid."

Romano Albesiano kritisiert Winglet-Verbot

Ducati

Mit dieser Verkleidung hatte Ducati die Konkurrenz beim Katar-Test geschockt Zoom

Dass Winglets überhaupt verboten wurden, bedauert der Aprilia-Rennchef bis heute. Er hatte sich von Anfang an für einen moderateren Ansatz eingesetzt. "Sie haben gesagt, die Winglets hätten gefährliche Ecken und Kanten und seien ein zu großes Sicherheitsrisiko", erinnert er sich, "und ja, man könnte sagen, sie waren gefährlich. Aber man hätte statt eines Verbots neue Regeln bezüglich ihrer Form einführen können."

Albesiano glaubt, das wäre der einfachere Weg gewesen. Nun aber stecke man in dieser "komischen Situation", in der es zwar keine hervorstehenden Teile mehr gebe, die den Fahrer selbst oder andere Piloten stören könnten, die aber dennoch hohe Kosten verursache. Denn der Aerodynamik-Wettstreit, der mit dem Winglet-Verbot eigentlich reglementiert werden sollte, tobt weiter - nur diesmal vor allem unter der Verkleidung.

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