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Fenati triumphiert beim Chaosrennen in Jerez

Romano Fenati feiert bei seinem erst zweiten Grand-Prix-Start seinen ersten Sieg - Sandro Cortese wird beim chaotischen Moto3-Rennen in Jerez Dritter

(Motorsport-Total.com) - Das Moto3-Rennen in Jerez fand auf trockener Strecke statt, doch der Asphalt war teilweise noch feucht. Die nassen Stellen wurden vielen Fahrern zum Verhängnis und es kamen lediglich 17 Fahrer ins Ziel. Reihenweise gingen die Nachwuchsfahrer zu Boden. Romano Fenati (FTR-Honda) machte dagegen alles richtig. Der 16-Jährige blieb fehlerlos und feierte bei seinem zweiten WM-Start seinen ersten Grand-Prix-Sieg. Nach Platz zwei in Katar übernahm der Youngster nun auch die WM-Führung. In der kleinsten Klasse war es der erste italienische Sieg seit Andrea Iannone in Barcelona 2009 triumphiert hat. Um die letzten Podestplätze wurde bis zur Ziellinie gekämpft. Luis Salom (Kalex-KTM) wurde Zweiter und KTM-Werksfahrer Sandro Cortese Dritter.

Romano Fenati

Romano Fenati hat eine kräftige Talentprobe abgegeben und gewonnen

Alex Rins (Suter-Honda) kam von der Pole-Position perfekt weg und bog als Führender in die erste Kurve ein, doch wenige Meter später schnappte sich Jakub Kornfeil (FTR-Honda) den ersten Platz. Cortese ging es vorsichtig an und verlor einige Positionen. Im Verlaufe der ersten Runde rutschten drei Fahrer auf einem nassen Fleck in der Nieto-Kurve aus und produzierten identische Stürze: Für Jack Miller (Honda), Danny Kent (KTM) und Simone Grotzkyi (Oral) war das Rennen bereits vorbei. Am Ende der ersten Runde lautete die Reihenfolge Kornfeil, Rins, Fenati, Arthur Sissis (KTM) und Maverick Vinales (FTR-Honda). Cortese war Neunter.

Die rutschigen Verhältnisse wurden auch Vinales zum Verhängnis. Der Sieger des Auftaktrennens kam im zweiten Umlauf von der Strecke ab und fiel weit zurück. Marcel Schrötter (Mahindra) war ebenfalls ans Ende des Feldes gefallen. An der Spitze entwickelte sich in der Anfangsphase ein Duell zwischen Miguel Oliveira (Suter-Honda) und Kornfeil um die Führung. Ende der zweiten Runde kam Kornfeil in der letzten Kurve von der Strecke ab, fing das Motorrad im Kiesbett ab und stürzte erst im letzten Moment. Das Motorrad rutschte auf die Randsteine am Kurvenausgang.


Fotos: Moto3 in Jerez


Brad Binder (Kalex-KTM) berührte die gestrandete FTR und stürzte auf der Zielgeraden. Oliveria konnte sich aber nur wenige Kurven über die Führung freuen, denn auch ihn erwischte es und er lag ihm Kiesbett. In der Anfangsphase flogen die Piloten reihenweise von der Strecke. Sissis erwischte es an der gleichen Stelle wie davor seinen Teamkollegen Kent. Auch Niklas Ajo (KTM) ging zu Boden.

Nach sechs Runden hatte Rins die Führung vor Fenati übernommen. Die beiden Youngster fuhren erst ihren zweiten Grand Prix. Rossi, Salom und Cortese folgten auf den Plätzen drei bis fünf. Der Deutsche hatte zu diesem Zeitpunkt allerdings schon zehn Sekunden Rückstand. Nach sieben Runden waren von den 34 Startern lediglich 22 Fahrer noch im Rennen.

Die Spitze schob sich wieder zusammen. Rins wäre beinahe ausgerutscht und rodelte durch das Kiesbett und über die Wiese. Der 16-Jährige blieb aber sitzen und behielt die Führung. Louis Rossi (FTR-Honda) und Fenati konnten dadurch aufschließen. Der Franzose schnappte sich kurz darauf die Führung und es führte der Fahrer vom Racing-Team-Germany. Cortese lag nach acht Umläufen acht Sekunden hinter diesem Spitzentrio auf Platz vier.

Wenig später verabschiedete sich Rossi. In der ersten Kurve rutschte er in Kurve eins aus und musste aufgeben. Somit duellierten sich Rins und Fenati um die Führung. Cortese war Dritter und hatte Salom und Alexis Masbou (Honda) an seinem Hinterrad kleben. Im Mittelfeld startete Vinales nach seinem Ausrutscher eine Aufholjagd und pflügte durch das Feld. Elf Runden vor Schluss war der Spanier bereits auf Rang sechs nach vor gestoßen.

Fenati alleine auf weiter Flur

Das Duell um den Sieg löste sich zehn Runden vor dem Ziel auf. Rins stürzte, konnte das Motorrad aber wieder aufstellen und weiterfahren. Der Spanier behielt sogar seinen zweiten Platz, fiel aber in die Verfolgergruppe rund um Cortese zurück. Fenati genoss einen Vorsprung von 20 Sekunden auf dieses Quartett. Die Sturzorgie ging weiter. Jasper Iwema (Honda), Adrian Martin (FTR-Honda), Kenta Fujii (TSR-Honda) und Danny Webb (Mahindra) rutschten unter anderem aus.

Sechs Runden vor Schluss begann Fenati bereits mit Überrundungsmanövern. Der Youngster fuhr bei seinem zweiten Grand Prix ein einer eigenen Liga, blieb fehlerfrei, behielt die Konzentration und fuhr seinen ersten Sieg nach Hause. Im Ziel hatte der Italiener 36 Sekunden Vorsprung auf die Verfolger. Lediglich die ersten zehn Fahrer waren in der gleichen Runde. Platz zwei in Katar und Sieg in Jerez: Besser kann man seine WM-Karriere nicht starten. Fenati hat dadurch auch die WM-Führung übernommen.

Sandro Cortese

KTM-Werksfahrer Sandro Cortese kletterte als Dritter auf das Podium Zoom

Bis zum Zielstrich wurde um die letzten Podestplätze gekämpft. In der vorletzten Runde fiel Cortese bei Überrundungsmanövern zweier langsamer Fahrer auf Position vier zurück. Im letzten Umlauf kämpfte Cortese noch Rins nieder, doch Salom hatte sich die entscheidenden Meter Vorsprung herausgearbeitet. Somit wurde Salom Zweiter und Cortese Dritter. Nach Katar war es der nächste dritte Platz für den KTM-Werksfahrer.

Der Franzose Masbou kam als Fünfter über die Linie, gefolgt von Vinales, der seine WM-Führung einbüßte. Alberto Moncayo (Kalex-KTM), Niccolo Antonelli (FTR-Honda), Hector Faubel (Kalex-KTM) und Zulfahmi Khairuddin (KTM) komplettierten die Top 10. Lediglich 17 Fahrer schafften es über die Distanz. Die letzten WM-Punkte staubten Alessandro Tonucci (FTR-Honda), Alex Marquez (Suter-Honda), Ivan Moreno (FTR-Honda), Alan Techer (TSR-Honda) und Giulian Pedone (Oral) ab.

Schrötter hatte im Ziel eine Runde Rückstand und ging als 16. leer aus. MZ-Pilot Toni Finsterbusch kam nicht ins Ziel. Jonas Folger war krankheitsbedingt nicht am Start. Das nächste Rennen findet bereits am kommenden Wochenende in Estoril statt.

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