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Power siegt im Sonoma-Chaos - Drama um Dixon

Will Power gewinnt im turbulenten Sonoma sein erstes IndyCar-Rennen seit April 2012 - Scott Dixon erhält kontroverse Strafe und verliert viel Boden

(Motorsport-Total.com) - Will Power kann doch noch gewinnen. Seit April 2012 blieb der dreifache IndyCar-Vizechampion sieglos und setzte dieser Pechsträhne am Sonntagabend im Go Pro Grand Prix of Sonoma ein Ende. Allerdings benötigte der Penske-Pilot dabei eine größere Portion Glück, denn die Rennleitung bestrafte den zu diesem Zeitpunkt führenden Scott Dixon (Ganassi-Honda), nachdem dieser beim Losfahren nach seinem letzten Boxenstopp zwei Power-Mechaniker getroffen hatte.

Will Power

Sonoma-Chaos: Will Power kann wieder gewinnen Zoom

Ein hartes Urteil. Dixon und Power hatten sich bis dato ein enges Duell um den Sonoma-Sieg geliefert. Die Durchfahrtsstrafe warf den Neuseeländer am Ende auf Rang 15 zurück. So gingen die weiteren Podiumsplätze an Justin Wilson (Coyne-Honda; 2.) und Dario Franchitti (Ganassi-Honda; 3.). IndyCar-Tabellenführer Helio Castroneves (Penske-Chevrolet) kam in Sonoma nicht wie gewohnt zurecht und wurde nur Siebter.

Dies machte die Dixon-Strafe aus Ganassi-Sicht noch ärgerlicher, denn in der virtuellen Gesamtwertung war Dixon Castroneves bereits sehr nahe ans Leder gerückt. Dessen Vorsprung war zu diesem Zeitpunkt auf acht Punkte zusammengeschrumpft, nun sind es wieder deren 39. Diese in den kommenden Tagen und Wochen vermutlich kontrovers diskutierte Strafe war der Höhepunkt eines auch ansonsten sehr turbulenten Sonoma-Rennens.


Fotos: IndyCars in Sonoma


Los ging es bereits kurz nach dem Start. Schon in Kurve zwei stand plötzlich Mid-Ohio-Sieger Charlie Kimball (20.) quer und würgte dabei seinen Ganassi-Honda ab. Am Ende der ersten Runde kam Josef Newgarden (24.) mit Getriebeproblemen an seinem Fisher-Honda an die Box. Beim Restart in Runde vier rasierte sich Sebastien Bourdais (Dragon-Chevrolet; 10.) seinen Frontflügel ab und nach einem Schubser von Ernesto Viso (Andretti-Chevrolet; 14.) stand in Kurve sieben Wilson quer. Viso bekam dafür eine Durchfahrtsstrafe, war damit aber bei weitem nicht der einzige.

Jede Menge Zwischenfälle zu Beginn

Dario Franchitti, Scott Dixon

Start in Sonoma mit Polesitter Dario Franchitti und Scott Dixon Zoom

James Hinchcliffe (Andretti-Chevrolet; 8.) hatte zunächst viel Boden verloren und fuhr wie Lucas Luhr (Fisher-Honda) früh an die Box. Auf der anderen Seite machte das KV-Duo Tony Kanaan (13.) und Simona de Silvestro (9.) in der Anfangsphase viel Boden gut. Vorne hatte das Ganassi-Duo Franchitti und Dixon alles im Griff. Drittter war Ryan Hunter-Reay (Andretti-Chevrolet) vor dem Penske-Duo Power und Tabellenführer Castroneves.

Hinter Graham Rahal (Rahal-Honda; 11.) war Kanaan bereits Siebter vor Simon Pagenaud (Schmidt-Honda), Marco Andretti (Andretti-Chevrolet), Takuma Sato (Foyt-Honda; 23.) und Ryan Briscoe (Panther-Chevrolet; 17.). Allerdings war der Brasilianer als einziger der Top-Leute auf den härteren Blacks unterwegs und büßte in der Folge wieder einige Positionen ein. Vorne unternahm das knallrote Target-Duo Franchitti und Dixon eine sonntägliche Spazierfahrt.

Doch es dauerte nicht lange, bis es erneut Action gab: Bourdais drehte in Runde 16 de Silvestro in Kurve sieben um. Während die Spitze Gelbphase Nummer drei zum ersten Stopp nutzte, blieb Hunter-Reay als Einziger draußen und war damit der neue Spitzenreiter vor Wilson. Dieser strategische Fehler sollte sich später rächen. Beim folgenden Restart tummelte sich der überrundete Kimball direkt neben Hunter-Reay und fuhr sich aus eigener Kraft zurück in die Führungsrunde.

Auch im Mittelfeld wurde es eng, als Pagenaud, Rahal und Andretti zu dritt nebeneinander durch Kurve drei fahren wollten. Das logische Opfer hieß Rahal. Wenige Sekunden später stand J.R. Hildebrand (Herta-Honda; 16.) nach einem Kanaan-Schubser quer in Kurve sieben, was Gelbphase Nummer vier auslöste. Dixon war in dem ganzen Kuddelmuddel an Franchitti vorbeigezogen, während Hunter-Reay nun verspätet an die Box kam. Dort stand bereits Sato mit technischen Problemen.

Hunter-Reay fällt weit zurück

Graham Rahal

Jede Menge Action in Sonoma: Hier Graham Rahal und Takuma Sato Zoom

Es folgte Restart Nummer vier und wieder krachte es: Dieses Mal rodelte Hinchcliffe mit freundlicher Unterstützung von Sebastian Saavedra (Dragon-Chevrolet; 21.) durch den Sand von Nord-Kalifornien, während sich auch Power an Franchitti vorbei mogelte. James Jakes (25.) stellte seinen Rahal-Honda in Runde 29 mit Motorschaden ab und die Rennleitung beschloss angesichts der vielen Auseinandersetzungen eine Debris-Caution auszurufen. Fünf Gelbphasen binnen 30 Runden - neuer Sonoma-Rekord!

Die Reihung lautete: Wilson vor Dixon, Power, Franchitti, Carpenter, Castroneves, Pagenaud, Andretti und Briscoe, wobei Wilson und Carpenter früher als alle anderen an der Box, und damit Off-Sequence waren. Und trotz aller Turbulenzen lagen noch 22 Piloten in der Führungsrunde. Nur Jakes, Newgarden und Sato waren weit zurück, beziehnungsweise ausgefallen. IndyCar-Rookie Luhr fuhr munter auf Rang 16 mit, einen Platz vor Hunter-Reay. Luhr (22.) stellte sein Auto vier Runden vor dem Ende mit Defekt ab.

Beim Restart war Wilson auf seinen alten Reifen ein gefundenes Fressen für Dixon und Power, bevor er und Carpenter in Runde 38 zum überfälligen Tankstopp abbogen. Auch Franchitti und Castroneves hatten nun Ruhe und begaben sich auf die Verfolgung des neuseeländisch/australischen Spitzenduos. Hinter Andretti, Pagenaud und Briscoe rundeten kurz vor Rennhalbzeit James Davison (Coyne-Honda; 18.), Tristan Vautier (Schmidt-Honda; 12.) und de Silvestro die Top 10 ab.

Hunter-Reay hatte unterdessen im engen Mittelfeld genug gesehen und fuhr nach einem superkurzen Stint auf den härteren Blacks in Runde 41 zu seinem zweiten Stopp. Dies spülte den amtierenden IndyCar-Champion bis auf Platz 21 zurück. Zu Halbzeit lagen Dixon und Power innerhalb einer Sekunde, wobei sich Power Zehntel für Zehntel an Dixon heran robbte. Hinter Franchitti hatte ein aggressiver Andretti unterdessen Castroneves überholt.

Chaos in den Boxen

Dann folgte die Runde der zweiten Stopps auch für die Spitze. Dixon blieb eine Runde länger draußen als Power und kam um Haaresbreite vor dem Penske-Piloten auf die Strecke zurück. Direkt dahinter lag Wilson, der Power nach einem Verbremser prompt kassierte. An der Spitze befanden sich nun - ebenfalls Off-Sequence - Kanaan und Hinchcliffe. Castroneves war unterdessen unzufrieden mit dem Handling seines Penske-Chevys und ließ bei seinem zweiten Stopp den Frontflügel verändern.

Als Kanaan (Runde 50) und Hinchcliffe (55) ihre Stopps erledigt hatten, war klar, dass das gesamte Feld nur noch einmal zum Tanken kommen müsste. Die Reihung lautete: Dixon, Wilson, Power, Franchitti, Andretti, Castroneves, Pagenaud, de Silvestro und Briscoe. Immer noch lagen 22 Piloten in der Führungsrunde. Hunter-Reay war nur 14., Rookie Luhr fuhr auf Rang 21. Dem IndyCar-Champion drohte also ein großer Rückschlag im Titelkampf.


In der Box: Power versus Dixon

Hinchcliffe arbeitete sich auf seinen neuen Reifen in Runde 60 an Castroneves und Andretti vorbei auf Rang fünf, während zur gleichen Zeit Wilson, de Silvestro und Hunter-Reay ihren letzten und langen Benzin-Stopp unternahmen. Dann wurde es erst so richtig turbulent: Newgarden war nach seinen frühen Getriebeproblemen wieder unterwegs und strandete in Runde 63 endgültig. Es kam zu Gelbphase Nummer sechs und die Ereignisse sollten sich überschlagen.

Natürlich nutzte das Feld diese Gelbphase, um seinerseits den letzten Tankstopp zu unternehmen. Dixon parkte dabei direkt hinter Power und nahm beim Losfahren gleich zwei Power-Mechaniker mit. Grund: Powers hinterer Reifenträger war offenbar eine Sekunde lang unaufmerksam und nahm bei seinem Sturz noch einen Kollegen mit. Passiert ist glücklicherweise nichts ernsthaftes, beide Mechaniker konnten aus eigener Kraft zurück über die Boxenmauer klettern.

Kontroverse Strafe für Dixon

Will Power

Zieleinlauf: Will Power gewinnt am Ende sicher vor Justin Wilson Zoom

Dixon führte nun vor Power, Franchitti, Wilson, Hinchcliffe, Castroneves, Pagenaud, Andretti, Kanaan und Hunter-Reay. Dann folgte der Eklat: Parallel mit dem Restart belegte die Rennleitung Leader Dixon mit einer Durchfahrtsstrafe, was den Ganassi-Piloten von Platz eins auf 21 zurückwarf. Eine knallharte Strafe, die auch Auswirkungen auf den Titelkampf hatte, denn in einer virtuellen Wertung hatte Dixon zuvor nur noch acht Punkte Rückstand auf Castroneves gehabt. Nach der Strafe waren es 43 virtuelle Zähler.

Der große Profiteur hieß natürlich Power, der nun vor Wilson und Franchitti in Front lag. Neuer Vierter war nach einem starken Restart Pagenaud vor Hinchliffe, Andretti und Castroneves. Doch damit war das Sonoma-Chaos noch lange nicht beendet, denn in Runde 78 gerieten Briscoe und Kimball in Kurve sieben aneinander. Beim Losfahren krachte Kimball zu allem Überfluß in Sato und Carpenter, während Briscoe weiter fahren konnte. Nach der logischen siebten Gelbphase blieben den Piloten noch vier Runden unter Grüner Flagge.

Wilson attackierte Leader Power beim Restart auf der Außenbahn, doch der konterte den Angriff erfolgreich. Hinter Franchitti, Andretti und Pagenaud setzte Hunter-Reay alles auf eine Karte und zog an Castroneves und Hinchcliffe vorbei. Pechvogel Dixon kämpfte sich im Mittelfeld immerhin noch auf Rang 15 nach vorne und nutzte dabei sogar das kalifornische Gras neben der Strecke. Der letzte Crash des Tages kam dann in der vorletzten Runde, als Saavedra plötzlich geradeaus in die enge Schikane vor Start und Ziel hineinschoss und dabei seinen Dragon-Chevrolet kräftig ondulierte. Passiert ist glücklicherweise nichts.

Am Ende fuhr Power nach den 85 hochturbulenten Sonoma-Runden als Sieger durchs Ziel, Wilson und Pole-Mann Franchitti holten sich die Podiumsplätze. Hunter-Reay konnte als Sechster hinter Andretti und Pagenaud nach seinem Strategiefehler wenigstens Schadensbegrenzung betreiben. Durch die Dixon-Strafe baute Castroneves seinen Vorsprung in der Gesamtwertung von 31 auf nun 39 Punkte aus. Bereits am kommenden Wochenende gastiert der IndyCar-Tross in Baltimore - Gesprächsstoff wird es dann genug geben ...

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