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Milwaukee: Hunter-Reay wiederholt Vorjahressieg

Ryan Hunter-Reay beschert Teambesitzer Michael Andretti auch in diesem Jahr einen Triumph beim von ihm organisierten Oval-Klassiker - Penske-Duell um Platz zwei

(Motorsport-Total.com) - Spannende Rad-an-Rad-Duelle und in der zweiten Rennhälfte ein überzeugender Ryan Hunter-Reay (Andretti-Chevrolet) bestimmten auf der legendären Milwaukee Mile das Bild beim neunten IndyCar-Saisonlauf. Der amtierende Champion und frischgebackene Vater setzte sich schließlich durch und wiederholte damit am amerikanischen Vatertags-Wochenende seinen Milwaukee-Sieg aus dem Juni 2012.

Ryan Hunter-Reay

Zweiter Saisonsieg für Ryan Hunter-Reay, den Champion des Vorjahres Zoom

"Dieser Sieg ist für meinen sechs Monate alten Sohn. Mit ihm zusammen in der Victory Lane zu feiern, ist einfach das Größte", freute sich Hunter-Reay nach erfolgreich erledigter Arbeit über 250 Runden auf dem altehrwürdigen Ein-Meilen-Oval im US-Bundesstaat Wisconsin. Mit seinem zweiten Saisonsieg zog der amtierende IndyCar-Champion in der Tabelle an Teamkollege Marco Andretti vorbei und ist nun Zweiter hinter Penske-Pilot Helio Castroneves, der in Milwaukee auf Platz zwei ins Ziel kam.

Als das vom letztlich siegreichen Teambesitzer Michael Andretti organisierte Milwaukee IndyFest mit der Grünen Flagge eröffnet wurde, stürmten drei seiner Piloten Seite an Seite auf die erste Kurve zu. Polesetter Marco Andretti setzte sich auf der Innenseite gegen seine Teamkollegen Hunter-Reay und James Hinchcliffe durch und holte sich die erste Führungsrunde. Auch Will Power (Penske-Chevrolet) erwischte einen guten Start und kassierte bereits in Runde zwei den zweifachen Saisonsieger Hinchcliffe im Kampf um Platz drei.

Andretti-Piloten von Beginn an stark

Etwas weiter vorn machte Hunter-Reay von Beginn an deutlich, dass er seinen Vorjahressieg zu wiederholen gedachte. Ein erster Angriff auf Teamkollege Marco Andretti in Runde zehn scheiterte knapp und der Sohn des fünffachen Milwaukee-Siegers Michael Andretti konnte an der Spitze zunächst noch einmal durchatmen. Hinter drei Andretti-Chevys und dem Penske-Chevy von Power belegte Indy-500-Sieger Tony Kanaan in der Frühphase Platz fünf.

Unterdessen begann das Rennen für Kanaans KV-Teamkollegin Simona de Silvestro denkbar schlecht. Bereits nach 22 der 250 Runden setzte die Schweizerin ihren Boliden an die Mauer von Turn 4, musste die Boxengasse aufsuchen und nach einigen langsamen Runden schließlich ganz aufgeben. Die Spitze ließ die durch den De-Silvestro-Abflug notwendig gewordene Gelbphase ohne Boxenstopp verstreichen, im Hinterfeld allerdings nutzten einige Piloten, darunter Justin Wilson (Coyne-Honda), die Gelegenheit für einen frühen Service.

Beim Restart war es dann Alex Tagliani der für Aufsehen sorgte: Der Kanadier trat im Hinterfeld zu heftig aufs Gaspedal, legte einen wilden Dreher hin, konnte eine Beschädigung seines Herta-Honda aber vermeiden und das Rennen zunächst fortsetzen. Aufgrund eines später eingetretenen Getriebeschadens sah aber auch Tagliani genau wie de Silvestro die Zielflagge nicht.


Fotos: IndyCars in Milwaukee


Der folgende Restart verlief dann ohne Zwischenfall: Marco Andretti machte an der Spitze das Tempo, gefolgt von Hunter-Reay, Power, Hinchcliffe und Ernesto Viso im vierten Andretti-Chevy. In Runde 62 war Hunter-Reays Angriff auf Teamkollege Andretti schließlich erfolgreich: Der amtierende IndyCar-Champion setzte sich an die Spitze, während Viso zeitgleich den Reigen der Green-Flag-Stops eröffnete. Die übrigen Piloten folgten wenige Runden später, doch bei Marco Andretti dauerte der Stopp aufgrund eines Problems beim Tanken viel zu lange. Der Polesetter fiel ans Ende der Top 20 zurück.

Derweil hatte sich Takuma Sato (Foyt-Honda) einige Führungsrunden abgeholt. In Runde 91 musste schließlich auch der Japaner tanken. Im bereinigten Klassement lag dann Viso dank seines frühen Stopps und entsprechend schneller Runden auf den frischen Reifen in Führung. Hunter-Reay und Power folgten dem Venezolaner. Dahinter war dank eines perfekten Stopps der Foyt-Crew schon wieder der Bolide mit der legendären Startnummer 14 und Sato am Steuer zu finden.

Herber Rückschlag für Marco Andretti

Marco Andretti

Marco Andretti musste mit ansehen wie Helio Castroneves in der Tabelle davonzieht Zoom

Gerade als das Rennen einen Rhythmus gefunden zu haben schien, brachte Marco Andretti in Runde 98 die zweite Gelbphase heraus: Dem blauen Boliden mit der Startnummer 25 ging auf der Gegengeraden der Saft aus. "Es war wohl die Lichtmaschine oder irgendwas im Bereich der Elektronik", kommentierte der bis zu diesem Zeitpunkt absolut dominante Fahrer des Milwaukee-Wochenendes in einer ersten Stellungnahme frustriert. Nach einer längeren Reparatur ging Andretti zwar noch einmal ins Rennen, musste letztlich aber doch aufgeben und wurde nur als 20. gewertet.

Beim Restart nach der Andretti-Caution führte Sato das Feld an. Dahinter machte sich Penske-Pilot Helio Castroneves als Erster auf die Verfolgung. Das Andretti-Trio Hunter-Reay, Viso und Hinchcliffe rundete die Top 5 bei Halbzeit des Milwaukee IndyFest ab. Es folgten Power, Scott Dixon (Ganassi-Honda), Josef Newgarden (Fisher-Honda), Kanaan und Sebastian Saavedra (Dragon-Chevrolet).

In Umlauf 155 begann die zweite Runde der Green-Flag-Stops. Der Zweitplatzierte Castroneves kam zuerst herein. Spitzenreiter Sato folgte nur einen Umlauf später und schaffte es beim Wiedereinreihen in den Verkehr gerade so, vor Castroneves zu bleiben. Derweil lagen die drei Andretti-Piloten Hunter-Reay, Viso und Hinchcliffe geschlossen an der Spitze, gefolgt von Power und Dixon. Diese fünf Piloten zögerten ihren zweiten Routinestopp in den Bereich von Runde 163 (Hinchcliffe) bis Runde 167 (Power) hinaus.

Probleme bei Sato nach langer Führung

Takuma Sato

Takuma Sato: 109 Führungsrunden, doch am Ende "nur" Platz sieben Zoom

Das nach den Stopps bereinigte Klassement der Top 5 lautete wie schon zuvor Sato, Castroneves, Hunter-Reay, Viso und Hinchcliffe. Gut 50 Runden vor der Karierten Flagge drehte Hunter-Reay dann so richtig auf. Innerhalb von nur zwei Runden griff sich der Milwaukee-Sieger von 2012 den Penske-Chevy von Castroneves und den Foyt-Honda von Sato, der mit stumpfen Waffen kämpfte.

Der Japaner war mit seinen Reifen am Ende und bog in der 200. von 250 Runden noch einmal unter Grün in die Boxengasse ab. Bei Spitzenreiter Hunter-Reay hingegen lief auch nach mehr als 50 Runden auf einem Satz Firestone-Gummis alles prächtig und der Andretti-Pilot baute seine Führung kontinuierlich aus. Pech für Sato: In Umlauf 212 kam dann doch einmal Gelb: Ana Beatriz hatte ihren Coyne-Honda an die Mauer gesetzt und läutete damit die letzte Runde der Boxenstopps ein. Probleme gab es bei Hinchcliffe. Der Wechsel des rechten Hinterrads dauerte länger als geplant und der Kanadier verlor wertvollen Boden.

Den letzten Restart 30 Runden vor Schluss nahm Hunter-Reay als Spitzenreiter unter die Räder. Im Nacken hatte der Andretti-Pilot das Penske-Duo Castroneves/Power, seinen eigenen Teamkollegen Viso sowie Ganassi-Speerspitze Dixon. Hinchcliffe und Sato folgten auf den Plätzen sechs und sieben. Dahinter trat erstmals im Rennen Dario Franchitti im zweiten Ganassi-Honda in Erscheinung. Diese acht Piloten waren die einzigen in der Führungsrunde verbliebenen und machten den Milwaukee-Sieg unter sich aus.

Penske-Duell im Kampf um Platz zwei

Helio Castroneves

Helio Castroneves hat bis dato eine makellose IndyCar-Bilanz 2013 Zoom

Schnell jedoch kristallisierte sich der Andretti-Chevy von Hunter-Reay als das heißeste Eisen in diesem Kampf heraus. Mit einem Vorsprung von 4,8 Sekunden auf Castroneves brachte der amtierende IndyCar-Champion seinen zweiten Milwaukee-Sieg innerhalb von zwölf Monaten sicher unter Dach und Fach. Texas-Sieger Castroneves musste sich in den Schlussrunden der Angriffe seines Teamkollegen Power erwehren, konnte diese aber knapp parieren und mit Platz zwei seine Tabellenführung verteidigen.

"Das Auto lief heute wesentlich besser als gestern. Es ist zwar kein Sieg, aber dennoch ein tolles Ergebnis. Ich bin richtig glücklich", so Castroenves, der nur von Startplatz 18 ins Rennen gegangen war und nach neun Rennen der einzige Fahrer ist, der jede einzelne Runde in dieser Saison gefahren hat. Den abschließenden Zweikampf mit Teamkollege Power genoss er. "Es war eng, aber alles ging gut. Will hat sich sehr fair verhalten."

Der angesprochene Power hatte auf dem Weg zu seiner ersten Top-3-Platzierung in dieser Saison ebenfalls seinen Spaß. "Ich habe gegen Helio alles versucht, aber es hat nicht ganz gereicht. Dieses Ergebnis ist jetzt mal ein Anfang", freute sich der seit Saisonbeginn vom Pech verfolgte Australier und schickte sofort eine Drohung für die kommenden Wochen hinterher: "Wenn ich in der Tabelle weiter vorn liegen würde, hätte ich schon heute noch aggressiver angegriffen. Doch ich habe diese Platzierung unbedingt gebraucht."

Einmal mehr nichts zu holen für Bourdais

Sebastien Bourdais

Für Bourdais bleibt eine Top-10-Platzierung auch nach neun Rennen Fehlanzeige Zoom

Die Andretti-Piloten Viso und Hinchcliffe beendeten das Rennen auf den Plätzen vier und fünf und sorgten somit für fünf Chevy-Triebwerke in den Top 5. Ganassi-Pilot Dixon blieb als bestem Vertreter des Honda-Lagers nur Rang sechs. Markenkollege Sato wurde nach 109 Führungsrunden als Siebter abgewinkt und rätselte: "Leider haben wir das Rennen in der Schlussphase aus der Hand gegeben. Wir müssen uns das noch einmal genau ansehen. Auf einmal war der Grip weg und ich wäre fast in die Mauer gefahren." Franchitti, Wilson und Kanaan machten die Top 10 komplett.

Ryan Briscoe (Panther-Chevrolet) beendete sein nach dem Detroit-Double-Header drittes Rennen im neuen Team mit zwei Runden Rückstand auf Platz 15. Von Milwaukee bricht der Australier direkt in Richtung Le Mans auf, wo er am kommenden Wochenende für Level 5 in der LMP2-Klasse das legendäre 24-Stunden-Rennen bestreitet. Während Briscoe an der Sarthe weilt, übernimmt Oriol Servia wieder den Panther-Chevy.

Sebastien Bourdais (Dragon-Chevrolet) kam bei seinem ersten Milwaukee-Start seit 2006 nicht ins Ziel. Beim ersten Boxenstopp in Runde 55 überfuhr der Franzose einen Druckluftschlauch seiner Crew und fing sich dabei eine Drive-Through-Penalty ein. In Runde 152 war für Bourdais, der das Rennen beherzt begonnen hatte, endgültig Feierabend. "Es ist enttäuschend. Irgendetwas stimmte mit der Benzinpumpe nicht", gab der Franzose frustriert zu Protokoll.

Am kommenden Wochenende steht mit dem Iowa Speedway bereits das nächste kurze Oval auf dem Programm. Im Vorjahr setzte sich Ryan Hunter-Reay auf seinem Weg zum späteren Titelgewinn auch auf diesem Oval durch.

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