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Indy 500: Takuma Sato P1 am ersten Trainingstag - Fuchs auf der Strecke!

Im Pulk der letzten Minuten fährt Takuma Sato Bestzeit zu Beginn der Indy-500-Trainingswoche - Stefan Wilson mit erfolgreichem Refresher-Programm

(Motorsport-Total.com) - Der Fahrbetrieb im Rahmen der 2022er-Ausgabe der berühmten 500 Meilen von Indianapolis ist offiziell eröffnet. Am Dienstag standen auf dem 2,5-Meilen-Oval die ersten Trainingssitzungen in Vorbereitung auf das Rennen (29. Mai) auf dem Programm.

Takuma Sato

Last-Minute-Bestzeit für Takuma Sato am ersten Trainingstag zum 106. Indy 500 Zoom

Strahlender Sonnenschein, weitestgehend wolkenloser Himmel und eine Lufttemperatur im Bereich von 25 Grad Celsius bildeten perfekte Bedingungen für den Trainingsauftakt. Der Dienstag war der erste von vier im Plan stehenden Trainingstagen vor dem zweitägigen Qualifying am Wochenende (21./22. Mai). (TV-Zeiten, Teilnehmer, Historie & Co.: Alle Infos rund um das 106. Indy 500)

Den meisten Fahrbetrieb gab es am Dienstag in den letzten drei Stunden geöffneter Strecke (15:00 Uhr bis 18:00 Uhr Ortszeit). Diese insgesamt dritte Session des Tages stand allen 33 gemeldeten Teilnehmern offen. Von der Gelegenheit, das Handling in der sogenannten "Dirty Air" zu eruieren - also hinter einem oder mehreren Autos - wurde rege Gebrauch gemacht. Denn für Mittwoch ist die Wettervorhersage derzeit alles andere als gut.

Last-Minute-Bestzeit für Takuma Sato - Jimmie Johnson auf P3

Die Tagesbestzeit wurde erwartungsgemäß im Pulk mit Unterstützung eines Windschattens erzielt, und zwar in den letzten fünf Minuten von Takuma Sato (Coyne-Honda). Mit einer Rundenzeit von 39,312 Sekunden (228,939 Meilen pro Stunde) war Sato rund 0,1 Sekunden langsamer als es Penske-Pilot Josef Newgarden vor vier Wochen beim zweitägigen Vortest war. (Fotos: Freie Trainings zum 106. Indy 500)

Alles in allem ist das Ergebnis des ersten Trainingstags noch mit großer Vorsicht zu genießen, weil die Teams mit unterschiedlichen Programmen unterwegs waren. Manche fuhren mit einer Abstimmung in Vorbereitung auf das Qualifying am Wochenende, andere probierten schon diverse Einstellungen für das Rennen am darauffolgenden Wochenende. Und wieder andere hatten es ganz gezielt auf einen Windschatten abgesehen, um im Klassement möglichst weit oben aufzutauchen.

Daher nur zur groben Orientierung: Hinter dem Tagesschnellsten Takuma Sato wurden die Top 10 im Klassement der Nachmittagssession gebildet von Scott Dixon (Ganassi-Honda), Jimmie Johnson (Ganassi-Honda), Marcus Ericsson (Ganassi-Honda), Rinus VeeKay (Carpenter-Chevrolet), Alex Palou (Ganassi-Honda), David Malukas (Coyne-Honda), Josef Newgarden (Penske-Chevrolet), Tony Kanaan (Ganassi-Honda) und Marco Andretti (Andretti-Honda). (Ergebnis: 2. Freies Training zum 106. Indy 500)

Jimmie Johnson

Grund zum Strahlen für Indy-500-Neuling Jimmie Johnson: P3 im Tagesklassement Zoom

Somit lagen unterm Strich alle fünf Ganassi-Piloten in den Top 10, aber keiner ganz vorn. Scott Dixon, der sich letztlich auf P2 einreihte, hatte das Klassement vor Takuma Satos Last-Minute-Attacke stundenlang angeführt. Jimmie Johnson war als Drittschnellster des Tages nur knapp langsamer als Dixon.

Johnson und auch Romain Grosjean (Andretti-Honda; 31.) sind zwar keine IndyCar-Rookies mehr, da sich beide inmitten ihrer zweiten Saison befinden. Beim Indy 500 aber zählen auch sie als Rookies, da 2021 der Saisonhöhepunkt von beiden noch ausgelassen wurde.

Fuchs auf der Strecke mitten im Training!

Den einzigen nennenswerten Zwischenfall des Tages gab es zwei Stunden vor Schluss. Während das Training in vollem Gange war und die IndyCars mit über 350 km/h über die Strecke jagten, rannte plötzlich ein Fuchs entgegen der Fahrtrichtung auf der Strecke! Mit einem Sprung über die Mauer schaffte es das Tier, sich gerade rechtzeitig in Sicherheit zu bringen, bevor eine von Ganassi-Pilot Alex Palou angeführte Gruppe heranraste.

Es war großes Glück für alle Beteiligten. Die sicherheitshalber ausgerufene Gelbphase dauerte nicht lang. Es war die erste von drei Gelbphasen des Tages. Die anderen beiden gab es in den letzten zwei Stunden, als zweimal Kleinteile auf der Strecke lagen und entfernt werden mussten.

Session 1: Scott Dixon zum Auftakt vorn

Vom Programm her war erste Trainingstag unterteilt in drei Sessions. In den ersten gut zwei Stunden von 9:00 Uhr bis 11:15 Uhr Ortszeit war die Strecke für die Routiniers reserviert. De facto nahmen aber bereits 32 der 33 Piloten an dieser ersten Session teil.

Scott Dixon

Scott Dixon führte den Vormittag an und lag auch nachmittags lange auf P1 Zoom

Die FT1-Bestzeit nach 2:15 Stunden markierte dabei Ganassi-Pilot Scott Dixon mit einer ebenfalls im Windschatten gefahrenen Rundenzeit von 39,629 Sekunden (227,119 Meilen pro Stunde). (Ergebnis: 1. Freies Training zum 106. Indy 500)

Der Grund dafür, dass in der für Routiniers reservierten Session schon 32 Piloten auf die Strecke durften? Die meisten der Rookies und Refresher im jetzt 33-köpfigen Feld hatten ihr diesbezügliches Programm bereits im April beim zweitägigen Indy-500-Vortest mit Erfolg absolviert.

Session 2: Zwei Stunden Stefan-Wilson-Show

Der einzige, der das Refresher-Programm im April noch nicht durchlaufen konnte, weil sein Auto damals noch gar nicht gemeldet war: Stefan Wilson im Dallara-Chevrolet mit der Startnummer 25. Die in Kooperation von DragonSpeed Racing und Cusick Motorsports eingegangene Meldung ging als 33. erst vor wenigen Tagen ein.

Kurios: Gemeldet ist das Team als DragonSpeed/Cusick Motorsports. Das Chassis aber stammt von A.J. Foyt Enterprises und wurde kürzlich noch von Tatiana Calderon auf Rundkursen verwendet.

Die späte Indy-500-Meldung von DragonSpeed/Cusick hatte zur Folge, dass Stefan Wilson am Dienstagnachmittag der einzige Teilnehmer in der für Rookies und Refresher reservierten zweiten Session des Tages war.

Der jüngere Bruder des vor sieben Jahren auf dem Pocono Raceway tödlich verunglückten Justin Wilson bestritt das obligatorische Refresher-Programm zwangsläufig als Letzter, hat es aber ebenso erfolgreich absolviert wie es die anderen bereits vor vier Wochen taten.

"Das war die zweistündige Stefan-Wilson-Show. Ich habe jede Sekunde genossen", so der junge Wilson. Als Refresher wurde der 32-jährige Brite gezählt, weil er seit dem Monat Mai 2021 keinen IndyCar-Boliden mehr bewegt hatte. Das diesjährige Indy 500 wird für ihn der insgesamt fünfte IndyCar-Einsatz und der vierte bei einem Indy 500.

Am Mittwoch ist auf dem Indianapolis-Oval eine sechsstündige Trainingssitzung (FT3) für alle 33 Teilnehmer geplant. Allerdings wirft die aktuelle Wettervorhersage Fragen auf, ob wirklich sechs Stunden lang gefahren werden kann.

Derzeit ist eher davon auszugehen, dass es - wenn überhaupt - nur ein kurzer zweiter Trainingstag wird. Ab Donnerstag, dem dritten Trainingstag, soll das Wetter dann wieder deutlich besser sein.

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