Indy 500: Alex Palou mit Pole-Rekord - Graham Rahal nicht im Rennen dabei!

Ganassi-Pilot Alex Palou ist der Polesetter beim 107. Indy 500 - 33-köpfiges Starterfeld nach Drama um den letzten Startplatz komplett

(Motorsport-Total.com) - Der Sonntag als zweiter Qualifying-Tag zum Indy 500 der IndyCar-Saison 2023 hat die Entscheidung im Kampf um die ersten vier Startreihen inklusive der prestigeträchtigen Pole und auch die Entscheidung im Kampf um die letzte der elf Startreihen inklusive des einen Nicht-Qualifikanten gebracht. (Fotos: Trainings und Qualifying zum 107. Indy 500)

Titel-Bild zur News: Alex Palou

Alex Palou (Ganassi-Honda) ist der Polesetter beim 107. Indy 500 Zoom

Die Pole für den IndyCar-Saisonhöhepunkt 2023, die insgesamt 107. Auflage des Indianapolis 500, hat Alex Palou (Ganassi-Honda) errungen. Derjenige in Reihen der 34 gemeldeten Piloten, der den Sprung ins 33-köpfige Starterfeld für kommenden Sonntag (28. Mai) verpasst hat, ist nach einem teaminternen Drama bei Rahal Letterman Lanigan Racing ausgerechnet Graham Rahal, der Sohn von Teammitbesitzer Bobby Rahal.

Der Sonntag war der wärmste Tag der gesamten Woche in Indianapolis. Die Entscheidungen um die Pole und um die Nicht-Qualifikation wurden bei strahlendem Sonnenschein und einer Lufttemperatur von 25 Grad Celsius ausgetragen. Dabei war es nahezu windstill.

Bevor es die beiden erwähnten Entscheidungen gab, wurde zunächst die Gruppe der Top 12 aus Qualifying 1 vom Samstag von zwölf auf sechs Anwärter verringert. Als Höhepunkt machten die sechs Schnellsten aus dem Top-12-Shootout im abschließenden Top-6-Shootout die Pole und die weiteren Plätze in den ersten beiden Startreihen unter sich aus.

Alex Palou verbessert Scott Dixons Pole-Rekord von 2022

Im abschließenden Top-6-Shootout war es dann ein Vier-Runden-Schnitt von 234,217 Meilen pro Stunde (376,855 km/h), der Ganassi-Pilot Alex Palou die Pole für das 107. Indy 500 beschert. Für Palou ist es die erste Indy-500-Pole seiner Karriere - und die hat er mit einem Rekordschnitt eingefahren.

Der von Palou gefahrene Vier-Runden-Schnitt ist bezogen auf eine Pole beim Indy 500 der schnellste Vier-Runden-Schnitt überhaupt. Die erst im vergangenen Jahr von Ganassi-Pilot Scott Dixon aufgestellte Marke von 234,048 Meilen pro Stunde (376,580 km/h) wurde von Palou nur ein Jahr später übertroffen. "Das bedeutet mir alles", strahlt Palou, um mit Verweis auf das Ganassi-Team anzufügen: "Wir hatten heute das schnellste Auto. Ich könnte nicht stolzer sein."

Den absolut schnellste Vier-Runden-Schnitt in der Geschichte des Indy 500 hat Palou aber nicht inne. Denn der gehört mit 236,986 Meilen pro Stunde (381,310 km/h) noch immer Arie Luyendyk aus dem Jahr 1996. Allerdings fuhr der Niederländer den famosen Wert am "falschen" Qualifying-Tag, weshalb ihm das zwar den bis heute bestehenden Eintrag in die Rekordbücher gebracht hat, nicht aber die Pole für das damalige Rennen.

Rinus VeeKay denkbar knapp geschlagen

Ganz knapp geschlagener Zweitschnellster im Top-6-Shootout und damit am kommenden Sonntag auf dem Startplatz in der Mitte der ersten Reihe: Rinus VeeKay (Carpenter-Chevrolet). Der finale Zeitunterschied zwischen Palou und VeeKay auf vier zusammenhängende Runden (zehn Meilen) betrug 0,004 Sekunden!

Rinus VeeKay

Rinus VeeKay war auf vier Runden 0,004 Sekunden langsamer als Alex Palou Zoom

Im morgendlichen Freien Trainings, das den zweiten Qualifying-Tag eröffnete, hatte es am Auto des Niederländers ein technisches Problem gegeben. Der Motor qualmte und gab ungesunde Geräusche von sich. Ein Wechsel des Motors war aber nicht notwendig.

Laut Teambesitzer Ed Carpenter mussten auf Anweisung von Chevrolet nur "ein paar Komponenten" ausgetauscht werden. Im Qualifying bewies VeeKay mit dem drittbesten Vier-Runden-Schnitt im Top-12-Shootout und schließlich noch mit dem zweitschnellsten Vier-Runden-Schnitt im Top-6-Shootout, dass der Motor keinen Schaden genommen hat. Damit startet VeeKay beim Indy 500 nun zum dritten Mal hintereinander aus der ersten Reihe.

Den Platz auf der Außenseite der ersten Startreihe nimmt Felix Rosenqvist (McLaren-Chevrolet) ein. Der Schwede war am ersten Qualifying-Tag der Schnellste gewesen und hatte auch im Top-12-Shootout den Bestwert hingelegt. Im entscheidenden Top-6-Shootout aber waren Palou und VeeKay schneller.


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Aus der zweiten Startreihe nehmen Santino Ferrucci (Foyt-Chevrolet), Patricio O'Ward (McLaren-Chevrolet) und Scott Dixon (Ganassi-Honda) das Indy 500 in Angriff.

Ferrucci hatte am Samstag P9 belegt. Im Top-12-Shootout am Sonntag aber fuhr er sich mit dem zweitbesten Vier-Runden-Schnitt locker ins Top-6-Shootout. Und dort hat er als Vierter den besten Startplatz seiner bisherigen Laufbahn beim Indy 500 an Land gezogen. (Ergebnis: Top-6-Shootout zum 107. Indy 500)

Tony Kanaan beim Abschied in der dritten Startreihe

Den Sprung in die Top 6 der Startaufstellung verpasst haben Alexander Rossi (McLaren-Chevrolet), Takuma Sato (Ganassi-Honda), Tony Kanaan (McLaren-Chevrolet), Marcus Ericsson (Ganassi-Honda), Benjamin Pedersen (Foyt-Chevrolet) und Will Power (Penske-Chevrolet).

Tony Kanaan

Tony Kanaan (McLaren-Chevrolet) startet sein letztes Rennen von P9 Zoom

Alexander Rossi, am Samstag noch Zweitschnellster hinter McLaren-Teamkollege Rosenqvist gewesen rutschte im Top-12-Shootout ab, verpasste knapp den Einzug ins Top-6-Shootout und startet kommenden Sonntag vom siebten Startplatz. Takuma Sato, der in diesem Jahr nur auf Ovalen zum Einsatz kommt und der in den Freien Trainings meistens ganz vorne zu finden war, startet als Achter von der Mitte der dritten Startreihe.

Der nach dem Rennen am kommenden Sonntag abtretende Tony Kanaan nimmt sein 22. und letztes Indy 500 vom neunten Startplatz und damit ebenfalls aus der dritten Reihe in Angriff. Für Kanaan wird es nicht nur das letzte Indy 500, sondern auch das letzte Rennen seiner seit 1998 laufenden IndyCar-Karriere.

Vorjahressieger Marcus Ericsson, der aus Dänemark stammende IndyCar-Rookie Benjamin Pedersen und der aktuelle IndyCar-Champion Will Power bilden am kommenden Sonntag die vierte Startreihe. Power, mit 68 Poles der in dieser Hinsicht erfolgreichste Fahrer der IndyCar-Geschichte, wartet weiterhin auf eine Pole beim wichtigsten Rennen.


Fotostrecke: Die Startaufstellung zum Indy 500

Im letzten Versuch: Jack Harvey "bumpt" Graham Rahal aus Starterfeld

Die andere gewichtige Entscheidung des Tages fiel im Last-Row-Shootout zwischen drei Piloten von Rahal Letterman Lanigan Racing - Graham Rahal, Jack Harvey, Christian Lundgaard - und dem IndyCar-Rookie in Diensten von Dale Coyne Racing: Sting Ray Robb.

Christian Lundgaard, Jack Harvey, Graham Rahal

Chrsitian Lundgaard (li.) und Jack Harvey (Mi.) im Rennen dabei, Graham Rahal (re.) nicht Zoom

Im Unterschied zum Kampf um die vorderen Startplätze durfte im Kampf um die letzte Startreihe mehr als nur ein einziger Vier-Runden-Versuch unternommen werden. Als letztlich Langsamster in der genannten Vierergruppe hat Graham Rahal die Qualifikation für das Rennen verpasst. Im Gegenzug haben sich Lundgaard, Robb und Harvey in dieser Reihenfolge die Startplätze 31, 32 und 33 in der letzten Reihe für kommenden Sonntag gesichert.

Harvey war nach dem ersten Vier-Runden-Versuch alle vier Anwärter der Langsamste. Der Brite aber unternahm als einziger mit einer veränderten Abstimmung einen zweiten und sogar noch einen dritten Vier-Runden-Versuch. Und der dritte Versuch war tatsächlich einen Wimpernschlag schneller als der erste und einzige von Graham Rahal. Der Unterschied in Rundenzeit über vier zusammenhänge Runden: 0,0044 Sekunden. (Ergebnis: Last-Row-Shootout zum 107. Indy 500)

Weil Graham Rahal vorübergehend im Feld stand, bevor er von Harvey mit dessen letztem Versuch doch noch auf P34 verdrängt wurde, war es das klassische "Bumping". Harvey rang nach seinem Erfolg in letzter Sekunde um Worte, Rahal war der Verzweiflung nahe.

Graham Rahal

Graham Rahal: Wie Vater Bobby vor 30 Jahren an Indy-500-Quali gescheitert Zoom

Somit haben zwar zwei der drei Stammpiloten des Rahal-Teams den Sprung ins Starterfeld geschafft. Aber ausgerechnet der Sohn von Teammitbesitzer Bobby Rahal ist derjenige, der in die Röhre schaut. Damit wiederholt sich für die Familie ein sportliches Drama.

Vor genau 30 Jahren, beim Indy 500 des Jahres 1993, war Bobby Rahal als Fahrer selber an der Qualifikation zum Rennen gescheitert. Das war damals eine Sensation, schließlich war er zu dieser Zeit der amtierende IndyCar-Champion (CART-Serie).


Fotostrecke: Große Namen, die an Indy-500-Quali gescheitert sind

Übrigens: Im Freien Training am Morgen legte Marcus Ericsson die schnellste Rundenzeit der gesamten Woche hin. Seine Durchschnittsgeschwindigkeit auf eine fliegende Runde betrug 235,692 Meilen pro Stunde (379,228 km/h). Der Wert kam aber nicht in Alleinfahrt, sondern mit Unterstützung eines Windschattens zustande. Im Freien Training dürfen - anders als in den Qualifying-Segmenten - mehrere Autos gleichzeitig auf die Strecke.

Bis zum 500-Meilen-Rennen am kommenden Sonntag (28. Mai) stehen den 33 qualifizierten IndyCar-Piloten jetzt noch zwei Freie Trainings über jeweils zwei Stunden bevor. Die erste der beiden Sessions findet am Montag statt. Die zweite ist das traditionelle Abschlusstraining am Freitag, dem "Carb Day". (Übersicht: Zeitplan, TV-Zeiten, Teilnehmer, Historie zum Indy 500 der IndyCar-Saison 2023)

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