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Indianapolis-Grand-Prix: Überzeugender Sieg von Will Power

Will Power (Penske-Chevrolet) lässt auf dem Rundkurs in Indianapolis nichts anbrennen: Triumph vor Rahal und Montoya - Fünfter Sieger im fünften Saisonrennen

(Motorsport-Total.com) - Will Power hat seinen ersten Sieg in der IndyCar-Saison 2015 in der Tasche. Der amtierende Champion gewann am Samstag am Steuer seines Penske-Chevrolet in überzeugender Manier die zweite Auflage des Grand Prix von Indianapolis, die auf dem Infield-Kurs des legendären Indianapolis Motor Speedway ausgetragen wurde. Graham Rahal (Rahal-Honda) und Juan Pablo Montoya (Penske-Chevrolet) komplettierten das Podium. "Ein reibungsloses Rennen. Das war genau das, was ich gebraucht habe", kommentierte Power, der im fünften Rennen der IndyCar-Saison 2015 der fünfte unterschiedliche Sieger ist.

Will Power, Scott Dixon

Will Power (Penske-Chevrolet) hatte das Geschehen vom Start bis ins Ziel im Griff Zoom

Beim fliegenden Start übernahm Power von der Pole-Position sofort das Kommando vor Scott Dixon, doch schon in der ersten Kurve krachte es - mehrfach. Penske-Pilot Helio Castroneves, der sein 300. IndyCar-Rennen bestritt, drehte den Zweitplatzierten Dixon um. Diverse Fahrer, darunter Dixons Ganassi-Teamkollege Tony Kanaan, mussten einen Umweg durch das Gras nehmen, während Dixon selbst die Box aufsuchen musste, um sich einen neuen Front- und Heckflügel abzuholen. Doch damit nicht genug des Chaos in Kurve 1.

Im selben Moment, als Castroneves das Heck von Long-Beach-Sieger Dixon erwischte, krachte es weiter hinten im Feld separat. Jack Hawksworth (Foyt-Honda) erwischte das Heck von Luca Filippi (CFH-Chevrolet). Als direkte Folge wurden New-Orleans-Sieger James Hinchcliffe (Schmidt-Honda), Birmingham-Sieger Josef Newgarden (CFH-Chevrolet) sowie die anderen beiden Ganassi-Piloten Charlie Kimball und Sebastian Saavedra zurückgeworfen. Newgardens Auto wies Beschädigungen auf, weshalb für ihn genau wie für Dixon ein früher Boxenstopp fällig war. Es sollte die einzige Gelbphase im Rennen bleiben.


Startcrash beim Grand Prix von Indianapolis

Beim Restart war es Power, der vor Simon Pagenaud (Penske-Chevrolet), Sebastien Bourdais (KV-Chevrolet) und Juan Pablo Montoya in die erste Kurve einbog. Diesmal ging anders als wenige Runden zuvor alles glatt. Diese Reihenfolge bestand bis Runde 20. Dann eröffnete Montoya von Platz vier den Reigen der ersten Boxenstopps unter Grün.

Zwei Runden später fuhren die Top 3 - Power, Pagenaud, Bourdais - gemeinsam zum Service. Power behielt die Oberhand, während sich Pagenaud beim Beschleunigungsduell gegen Bourdais aus der Boxengasse heraus den rechten Vorderreifen eckig bremste. Montoya, der zwei Runden zuvor an der Box war, lag auch nach den Stopps der Führenden direkt hinter diesen.

Größter Profiteur der ersten Runde der Boxenstopps war Graham Rahal. Er zögerte seinen ersten Stopp noch ein paar Runden länger hinaus als Power und Co. Nachdem auch er an der Box gewesen war, fand er sich als erster Verfolger von Spitzenreiter Power auf Platz zwei wieder. Dahinter folgten Pagenaud, Bourdais und Montoya.

Ruhiges Rennen nach dem Chaos in Kurve 1

Graham Rahal

Graham Rahal (Rahal-Honda): Zum zweiten Mal in zwei Wochen Platz zwei Zoom

Im Zuge der zweiten Runde der Boxenstopps unter Grün blieb Rahal erneut am längsten draußen. Während sich Power, Pagenaud und Co. in Runde 41 neue Reifen und eine volle Tankladung holten, kam Rahal erst im 43. Umlauf an die Box. Nach dem Stopp reihte sich der Rahal-Pilot wieder hinter Power ein. Dahinter aber waren Montoya und Bourdais an Pagenaud vorbeigekommen.

Die aufgrund ihrer frühen Probleme "Off Sequence" fahrenden Scott Dixon, James Hinchcliffe und James Jakes wurden für wenige Umläufe auf den Plätzen eins bis drei geführt. Nachdem auch sie beim Service gewesen waren, hieß die Reihenfolge an der Spitze Power, Rahal, Montoya, Bourdais, Pagenaud. Mittlerweile war die zweite Hälfte der 82-Runden-Distanz erreicht. Abgesehen von der Gelbphase für das Chaos in Kurve 1 lief das Rennen komplett unter Grün und daran sollte sich bis ins Ziel nichts ändern. Nach 50 Runden trennten die Top 5 weniger als sieben Sekunden.

23 Runden vor Schluss tauchte die Spitzengruppe zum letzten Boxenstopp unter Grün ab. Bei diesem behielt Power die Oberhand gegenüber Montoya, während Rahal erneut zwei Runden länger auf der Strecke blieb. Bourdais kam zeitgleich mit dem Rahal-Piloten an die Box. Nachdem alle ihren finalen Stopp erledigt hatten, führte Power mit fünf Sekunden Vorsprung auf Rahal. Montoya und Bourdais folgten direkt dahinter auf den Rängen drei und vier.


IndyCar: Grand Prix von Indianapolis

Zu diesem Zeitpunkt hatte sich Pagenaud bereits aus der Spitzengruppe verabschiedet. Drei Runden vor dem letzten Durchgang der Boxenstopps war der Franzose langsam an die Box gerollt. Gangwechsel waren nicht mehr möglich, da es am Penske-Chevy mit der Startnummer 22 Probleme im Bereich der Elektronik gab: Ausfall für den Sieger des Grand Prix von Indianapolis 2014. Der einzige weitere Ausfall betraf Justin Wilson. Der Brite konnte sein erstes Rennen in Diensten von Andretti Autosport aufgrund von technischen Problemen nicht beenden.

Unterdessen ließ Power nichts mehr anbrennen. Rahal konnte den Rückstand zwar verkürzen, doch nach 82 Runden sah der Australier mit 1,5 Sekunden Vorsprung auf den US-Amerikaner die Karierte Flagge. Der erste Saisonsieg für den amtierenden IndyCar-Champion war unter Dach und Fach und die Serie der unterschiedlichen Saisonsieger 2015 auf fünf ausgebaut.

Rahal kam zum zweiten Mal innerhalb von zwei Wochen als Zweiter ins Ziel und betrieb damit einmal mehr Schadensbegrenzung für die Honda-Fraktion. Montoya und Bourdais kreuzten sieben Sekunden hinter Sieger Power auf den Plätzen drei und vier die Linie. Charlie Kimball machte die Top 5 des zweiten Grand Prix von Indianapolis komplett.

Juan Pablo Montoya als Tabellenführer zum Indy 500

Juan Pablo Montoya

Montoya: Mit fünf Punkten Vorsprung auf Power zum Saison-Highlight in Indy Zoom

Kimball war damit der erfolgreichste Fahrer derjenigen, die in der ersten Kurve nach dem Start einen Umweg hatten fahren müssen. Jubilar Helio Castroneves beendete sein 300. IndyCar-Rennen auf Platz sechs. IndyCar-Rookie Stefano Coletti (KV-Chevrolet) lieferte sich über weite Strecken des Rennens ein packendes Duell mit Tony Kanaan, das der Routinier schließlich für sich entschied: Platz sieben für Kanaan, Platz acht für Coletti. Takuma Sato (Foyt-Honda) und der früh zurückgeworfene Scott Dixon machten die Top 10 komplett.

Die Aufholjagd von Josef Newgarden war weniger von Erfolg gekrönt: Platz 20 direkt vor Teamkollege J.R. Hildebrand, der im dritten CFH-Chevy sein Saisondebüt gab, In der Gesamtwertung hat Juan Pablo Montoya dank Platz drei seinen Vorsprung ausgebaut. Erster Verfolger ist nun Will Power, der an Helio Castroneves vorbeigezogen ist.

Die IndyCar-Szene stellt die Straßenkurs-Version der Aero-Kits nun in die Ecke und macht sich bereit für den absoluten Saisonhöhepunkt, die 500 Meilen von Indianapolis am 24. Mai. Das erste Freie Training mit den Speedway-Kits von Chevrolet und Honda geht bereits am Montag über die Bühne.

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