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Hunter-Reay gewinnt Loudon-Chaos!

Ryan Hunter-Reay hat ein chaotisches Abbruch-Rennen in Loudon gewonnen: Regen, Unfälle der Favoriten, Überschlag von Tony Kanaan, Zoff um Restart

(Motorsport-Total.com) - Das IndyCar-Comeback nach 13 Jahren auf dem New Hampshire Motor Speedway verlief ausgesprochen kurzweilig. Nach 215 von ursprünglich geplanten 225 Runden musste das Rennen aufgrund von Regenschauern zunächst gestoppt und anschließend für beendet erklärt werden. Zu diesem Zeitpunkt befanden sich sowohl Tabellenführer Dario Franchitti als auch Will Power - sein schärfster Verfolger im Kampf um den IndyCar-Titel - nicht mehr im Rennen.

Ryan Hunter-Reay

Ryan Hunter-Reay fuhr in Loudon zu seinem ersten Saisonsieg Zoom

Beide drehten sich bei separaten Restarts in die Mauer. Im Falle von Power war es der letzte Restart im Rennen, der zum Unverständnis aller Piloten auf feuchter Strecke vollzogen wurde. Nach heftigen Protesten seitens der IndyCar-Fahrer und Teamchefs entschied die Rennleitung rückwirkend, die Freigabe des Rennens zu annulieren und zog für das Endergebnis die Reihenfolge aus der Runde zuvor heran. So wurde Power, der nach 56 Umläufen bereits vom führenden Franchitti überrundet wurde, letztlich als Fünfter gewertet und konnte seinen Punkterückstand auf den Schotten auf 47 Zähler reduzieren.


Fotos: IndyCars in Loudon


Andretti-Pilot Ryan Hunter-Reay durfte sich nach dem vorzeitigen Abbruch als Sieger des MoveThatBlock.com Indy 225 feiern lassen. Für den US-Amerikaner war es der erste Saisonsieg. "Das war heute ein seltsamer Tag, aber manchmal ist der Rennsport einfach seltsam", formulierte der Sieger im Hinblick auf die schwierigen Streckenbedingungen und das Chaos in der Schlussphase und fügte an: "Ich hätte lieber unter normalen Bedingungen im Renntempo gewonnen, aber ein Sieg ist ein Sieg." Unter dem Strich war es der dritte Sieg für Andretti Autosport in der laufenden Saison nach den Triumphen von Mike Conway in Long Beach und Marco Andretti auf dem Iowa Speedway.

Franchitti-Crash hält Meisterschaft offen

Dario Franchitti

Dario Franchitti hatte das Rennen bis zu seinem Ausfall sicher im Griff Zoom

Polesetter Dario Franchitti hatte das Rennen über weite Strecken im Griff und schien schon auf dem Weg zum fünften Saisonsieg zu sein, bis ihm ein Restart kurz nach der Halbzeitmarke einen Strich durch die Rechnung machte. Der zu diesem Zeitpunkt führende Ganassi-Pilot geriet im Moment des Fallens der Grünen Flagge mit dem neben ihm platzierten KV/Lotus-Piloten Takuma Sato aneinander. Franchitti drehte sich von der Außenbahn über die Fahrzeugnase von Satos Dallara in Richtung Innenseite der Start/Ziel-Geraden und schlug mit der rechten Seite seines Wagens in die Boxenmauer ein.

Ein zuvor klar dominantes Rennen fand damit für den Schotten ein jähes Ende. "Ich weiß nicht, warum Takuma beim Restart plötzlich nach oben zog. Das war nicht das erste Mal, dass er mir sehr nahe gekommen ist und wird wohl auch nicht das letzte Mal gewesen sein", so die erste Reaktion des enttäuschten Tabellenführers Franchitti, der aus seinem überlegenen Fahrzeug in Loudon keinen Profit ziehen konnte und den ersten Ausfall seit dem Rennen in Kansas 2009 verkraften musste.

Unfallgegner Sato leistete nach Ablauf des Rennens, welches er letztlich als Siebter beenden konnte, Aufklärungsarbeit: "Die Kollision mit Dario war mein Fehler. Ich bin ihm einfach zu nahe gekommen, da ich aufgrund eines Fremdpartikels im Auge nicht richtig sehen konnte. Ich hätte ihm mehr Platz lassen sollen. Es tut mir leid für ihn." Als Folge der Kollision Franchitti/Sato fuhren weiter hinten im Feld Satos KV/Lotus-Teamkollege Ernesto Viso und Panther-Pilot J.R. Hildebrand ineinander. Während das Rennen für Hildebrand an Ort und Stelle beendet war, kam Viso letztlich noch als Zwölfter ins Ziel.

Wilder Beginn des Rennens

Graham Rahal, Mike Conway

Für Mike Conway (27) und Graham Rahal (38) kam das Aus bereits in Runde eins Zoom

Zuvor hatte es auf dem Ein-Meilen-Oval bereits in der Anfangsphase mehrfach gescheppert. Unmittelbar nach Fallen der Grünen Flagge, welche von den IndyCar-Offiziellen aufgrund des drohenden Regens um eine halbe Stunde nach vorn gezogen wurde, war das Rennen für den ersten Favoriten bereits gelaufen: Ganassi-Pilot Graham Rahal, der am gesamten Wochenende einen extrem starken Eindruck hinterlassen hatte, wurde ausgangs Turn 2 unschuldiges Opfer einer Kollision zwischen den beiden Andretti-Teamkollegen Mike Conway und Marco Andretti.

Conway drehte sich nach der Berührung mit Andretti mitten im Feld und riss auf seiner Rutschpartie in Richtung Leitplanke den Ganassi-Dallara von Rahal mit ins Verderben. Dem Pechvogel blieb nur die Erkenntnis: "Mein Spotter hat mir noch aufs Ohr geschrien, ich solle ganz unten bleiben, aber da war es schon zu spät. Es ist extrem enttäuschend, da wir meiner Meinung nach eines der besten Autos im Feld hatten."

Beim darauffolgenden Restart erwischte es sofort den nächsten großen Namen: Penske-Jubilar Helio Castroneves verlor seinen Boliden ebenfalls ausgangs Turn 2 aus der Kontrolle und drehte sich seinerseits in Richtung der Leitplanke auf der Innenseite der Gegengeraden. Im Unterschied zu Rahal und Conway konnte der Brasilianer seine Fahrt nach längerer Reparaturpause zwar fortsetzen, kam bei seinem 200. Start für das Team von Roger Penske mit 13 Runden Rückstand aber nur auf Platz 17 ins Ziel.

Überschlag von Tony Kanaan

Tony Kanaan

KV/Lotus-Pilot Tony Kanaan überschlug sich nach Kollision mit Tomas Scheckter Zoom

Nach einer längeren Gelbphase aufgrund der ersten Regentropfen sahen die Zuschauer auf den Tribünen des New Hampshire Motor Speedway den spektakulärsten Crash des Tages: Tomas Scheckter, Marco Andretti und Tony Kanaan versuchten zu dritt nebeneinander die Gegengerade hinter sich zu bringen. Der in der Mitte platzierte Andretti verlor die Übersicht und kollidierte mit dem rechts neben ihm befindlichen Dreyer & Reinbold-Dallara von Scheckter.

Daraufhin ging der Bolide des Südafrikaners quer und traf auf der Innenspur den KV/Lotus-Dallara von Kanaan. Nach einer heftigen Berührung schlidderten beide Fahrzeuge in Richtung Reifenstapel, wobei sich der Wagen von Kanaan beim Einschlag überschlug und auf dem Überrollbügel liegen blieb. Der Brasilianer gab sofort Entwarnung und konnte sich aus eigener Kraft aus dem Wrack befreien. "Ich weiß nicht was passiert ist, plötzlich kam Tomas heruntergeschossen und ich lag auf dem Dach. Zum Glück bin ich okay."

Gleiches galt für Scheckter, dessen Einschlag deutlich dezenter ablief. Unterdessen musste Andretti, der Auslöser des Zwischenfalls, seinen Wagen mit gebrochener rechter Vorderradaufhängung an der Box parken und lieferte die Erklärung: "Ich hatte nach der Kollision mit Conway eine krumme rechte Hinterradaufhängung. Im Infight mit Tony und Tomas habe ich das Auto dann einfach nicht mehr halten können."

Verwirrung um letzten Restart - Power außer sich

Rote Flagge in Loudon

Das Rennen wurde nach 215 Runden mit der Roten Flagge gestoppt Zoom

Neun Umläufe vor Erreichen der geplanten Renndistanz folgte der finale Restart auf feuchter Strecke, welcher letztlich keinen Einfluss auf das Endergebnis haben sollte. Die auf Platz sechs liegende Andretti-Pilotin Danica Patrick verlor auf dem feuchten Untergrund als Erste ihren Wagen aus der Kontrolle. Gleichzeitig erwischte es aus demselben Grund auch Penske-Pilot Will Power und Takuma Sato im KV/Lotus sowie Ana Beatriz im Dreyer & Reinbold-Fahrzeug.

Der Wagen von Power krachte mit dem Heck voran in die Boxenmauer und der Australier schälte sich exakt an gleicher Stelle wie einige Runden zuvor Titelkonkurrent Franchitti aus dem Cockpit. Die Rennleitung stoppte das Rennen mit der Roten Flagge. Aus Unverständnis über die trotz feuchter Strecke gezeigte Grüne Flagge zeigte Power den Stinkefinger in Richtung des IndyCar-Rennchefs Brian Barnhart und ließ auch im folgenden Interview kein gutes Wort an ihm.

"Wir alle haben gebettelt, dass es keinen Restart geben solle, weil es einfach zu nass war. Es kann nicht sein, dass jemand wie er diese Show führt", schimpfte Power. Mit Blick auf seine eindeutige Geste in Richtung Barnhart ruderte der Australier umgehend ein wenig zurück: "Da habe ich die Fassung verloren. Das war nicht okay, aber seine Entscheidung war auch nicht okay. Wir alle waren uns einig, dass es keinen Restart geben dürfte."

Rennleitung gesteht Fehler ein

Der angesprochene Barnhart gestand nach einigen Minuten der Beratung seine Fehlentscheidung ein und ließ die Reihenfolge der Runde zuvor als Endergebnis des Rennens werten. "Das war ein Fehler von der Race-Control. Wir hatten die Infos von den Fahrern zum Zeitpunkt des Restarts nicht vorliegen. Die Entscheidung für die Grüne Flagge war nicht korrekt", so der IndyCar-Rennchef.

Auf die finalen zehn Umläufe wurde verzichtet. So kam Newman/Haas-Pilot Oriol Servia hinter Sieger Hunter-Reay auf Platz zwei ins Ziel. Scott Dixon rettete als Dritter immerhin eine Podiumsplatzierung für das Ganassi-Team und schob sich in der Gesamtwertung bis auf 26 Zähler an den zweitplatzierten Power heran.

Rang vier in Loudon ging an Servias Newman/Haas-Teamkollegen James Hinchcliffe, der damit die bisher beste Platzierung seiner Rookie-Saison einfahren konnte. Danica Patrick landete hinter Power auf Rang sechs vor Sato (7.), Ryan Briscoe im zweiten Penske (8.) sowie Charlie Kimball (Ganassi; 9.) und Vitor Meira (Foyt; 10.). HVM-Pilotin Simona de Silvestro beendete das Rennen auf Platz 16.

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