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Ganassi-Doppelsieg im Indy 500 - Drama um Sato!

Dario Franchitti und Scott Dixon sorgen beim Indy 500 für einen Ganassi-Doppelsieg - Takuma Sato crasht auf dem Weg zum Sieg in der letzten Runde

(Motorsport-Total.com) - Was für ein spektakuläres Indy 500! Rund 300.000 Zuschauer, Rekordtemperaturen jenseits der 30 Grad Celsius und jede Menge Überholmanöver machten aus dem diesjährigen 500-Meilen-Klassiker eine echte Motorsport-Show. Am Ende gewann Dario Franchitti sein drittes Indy 500 vor seinem Ganassi-Teamkollegen Scott Dixon und Tony Kanaan (KV-Chevrolet).

Dario Franchitti, Takuma Sato

Die Entscheidung: Takuma Sato crasht, Dario Franchitti schlüpft durch Zoom

Der große Pechvogel von Indianapolis war jedoch ein entfesselt fahrender Takuma Sato, der eingangs der letzten Runde innen an Leader Franchitti vorbeigehen wollte - und dabei seinen Rahal-Honda in die Mauer setzte. Nach diesem Unfall ging das 96. Indy 500 unter Gelber Flagge zu Ende, die Reihenfolge war eingefroren.


Fotos: Indy 500, Indy 500


Es war das letzte von unzähligen Überholmanövern, das die vorangegangenen 199 Runden geboten hatten. Die Führung im Indy-Finale wechselte dementsprechend fast in jeder Runde, auch Franchitti und Sato waren erst einen Umlauf zuvor an dem zu diesem Zeitpunkt führenden Dixon vorbeigezogen. Sato nahm nun aus Turn 4 heraus im Franchitti-Windschatten Anlauf und zog in Turn 1 innen neben den Schotten.

Ein enges und beinhartes Manöver im Kampf um den Indy-Sieg. Der Rahal-Honda und der Ganassi-Honda stachen Rad an Rad in Kurve 1 hinein. Sato kam dabei mit seinem linken Vorderrad unter die weiße Linie und verlor daraufhin das Heck seines Dallara DW12, was zuvor schon Ed Carpenter (Carpenter-Chevy; 21.) und Mitfavorit Marco Andretti (Andretti-Chevrolet; 24.) in ganz ähnlicher Art und Weise unterlaufen war.


Die Höhepunkte vom Indy 500

"Er hat mir keinen Platz gelassen", schimpfte ein enttäuschter Sato, während sich Franchitti natürlich keiner Schuld bewusst war. "Klar habe ich ihn kommen sehen", so der nunmehr dreifache Indy-500-Gewinner, der übrigens in allen drei Fällen (2007, 2010 und jetzt 2012) unter Gelber Flagge siegte. "Wir waren nebeneinander und ich blieb auf dem Gas. Vermutlich hat er sein Auto verloren."

Die Folge: Weil das Rennen nach dem Sato-Unfall natürlich neutralisiert wurde, bekamen weder Dixon noch Kanaan eine allerletzte Chance zu einem Angriff auf Franchitti. Angesichts des vorigen Rennverlaufs ein Riesenglück, denn aus dem mächtigen Windschatten heraus, den das neue Dallara-Chassis produziert, konnte auf dem 2,5 Meilen-Oval von Beginn an munter überholt werden.

Beide Lotus früh draußen

Dario Franchitti

Dario Franchitti: Der Siegerschluck Milch einmal anders... Zoom

Schon in der Anfangsphase deuteten dies Polesitter Ryan Briscoe (Penske-Chevrolet; 5.) und sein härtester Verfolger James Hinchcliffe (Andretti-Chverolet; 6.) an, die sich rundenlang an der Spitze beharkten. Ganz hinten im Feld wurden die beiden chancenlosen Lotus von Simona de Silvestro (HVM; 32.) und Jean Alesi (Fan Force; 33.) schon frühzeitig aus dem Rennen genommen. Diese Maßnahme der Rennleitung war erwartet worden, beide schafften es nicht, die 105-Prozent-Regel einzuhalten.

Indy-Rookie Bryan Clauson (Fisher-Honda; 30.) sorgte in Runde 14 mit einem Dreher für Gelbphase Nummer eins, im Rahmen derer Franchitti in der Boxengasse von Ernesto Viso (KV-Chevy; 18.) umgedreht wurde. Da beide Ganassi-Honda aus dem Mittelfeld heraus gestartet waren, wurde das Duo Dixon/Franchitti nun gesprengt: Dixon arbeitete sich schnell in die Top 10 hinein, während Franchitti beim Restart nur auf Platz 28 lag.

Der neue Leader hieß in der Folge Marco Andretti, der insgesamt 59 Führungsrunden abspulte. Oriol Servia ging in Runde 24 mit einem Reifenschaden unter Grün an die Box und verlor eine Runde. Der Spanier in Diensten von Dreyer and Reinbold Racing blieb jedoch geduldig, schaffte es im Rahmen seines letzten Tankstopps wieder in die Führungsrunde zurück und fuhr am Ende sogar noch auf Rang vier!

Nach den ersten Green-Flag-Stopps hatte Andretti in Dixon plötzlich einen neuen Verfolger. Dabei war es augenscheinlich, dass die Honda-Asse über einen besseren Spritverbrauch verfügten, was die Chevy-Piloten im Rennverlauf zunehmend nervös machte. Vor allem Marco Andretti fiel in der zweiten Rennhalbzeit sukzessive ins Mittelfeld zurück und verabschiedete sich in Runde 187 mit einem Crash.

Honda im Spritverbrauch besser

Charlie Kimball, Rubens Barrichello, James Hinchcliffe, Marco Andretti, Justin Wilson, Scott Dixon, Takuma Sato, Ryan Briscoe, Dario Franchitti, Tony Kanaan

Restart: Tony Kanaan schlüpft ganz innen durch und in Front Zoom

Auch Tony Kanaan suchte in Runde 66 mit einem Extrastopp aus Handlingsgründen die Box auf und fiel zwischenzeitlich fast aus der Führungsrunde, während sich vorne Sato und der schnell wieder aufholende Franchitti in Szene setzen konnten. Bei den zweiten Green-Flag-Stopps verfestigte sich der Eindruck von Runde eins: Die Hondas waren im Spritverbrauch besser.

Dieser zweite Tankstopp unter Grün löste auch den ersten heftigen Crash des Indianapolis-Abends aus, als sich Foyt-Pilot Mike Conway (29.) den Frontflügel zerstörte, weil er zu rasant in seine Box fuhr und dabei einige seiner Crewmitglieder über den Haufen fuhr. Weil Conway zudem eine Drive-Through-Penalty bekam, konnte er sich den Flügel nicht wechseln lassen. Als er wieder auf die Strecke fuhr, drehte er sich und nahm dabei IndyCar-Tabellenführer Will Power (Penske-Chevrolet; 28.) mit.

Conways Honda wurde dabei so unglücklich getroffen, dass die Startnummer 14 im 90-Grad-Winkel an der Mauer entlang streifte. Ein Rad löste sich und verfehlte den nachfolgenden Helio Castroneves (Penske-Chevrolet; 10.) nur um Haaresbreite. Riesenglück für den am Sonntag ansonsten farblosen "Spiderman". Kurz nach dem Restart löste Ana Beatriz (Andretti-Chevy; 23.) nach einem Dreher die dritte Gelbphase aus.

Im Rahmen dieser Caution-Periode wurden die Strategien nun geteilt. Unter anderem Dixon und Franchitti blieben auf der Strecke, während Andretti zum Auftoppen abbog. Das warf den Andretti-Spross von Rang eins auf elf zurück. Auch Sato war an der Box gewesen und zeigte einen Bomben-Restart, der ihn mit einem Schlag von Platz zwölf auf fünf nach vorne katapultierte.

Carpenter und Andretti crashen

Takuma Sato, Dario Franchitti

Gleich kracht es: Takuma Sato greift innen nach Dario Franchitti Zoom

Als das Ganassi-Duo in den Runden 117 und 118 schließlich seinerseits tankte, hieß der neue Führende von Indianapolis Takuma Sato. Wieder kam es zu einer kompletten Runde von Green-Flag-Stopps, im Rahmen derer sich auch Rubens Barrichello (KV-Chevy) zwei Führungsrunden abholen konnte. Am Ende wurde der grundsolide auftretende Brasilianer guter Elfter und damit bester Indy-500-Rookie.

Vorne setzte sich nun eine Vierergruppe mit Dixon, Franchitti, Sato und dem über Vibrationen berichtenden Andretti ab. Wieder musste die Startnummer 26 sehr früh an die Box und als sein gestrandeter Andretti-Teamkollege Sebastian Saavedra (26.) in Runde 145 Gelbphase Nummer vier auslöste, war Mitfavorit Andretti aufgrund seines frühen Tankstopps endgültig aus den Top 10 heraus gefallen.

Damit entwickelte sich ein munterer Dreikampf Dixon/Franchitti/Sato. Dahinter lauerten Kanaan, Hinchcliffe und Justin Wilson (Coyne-Honda; 7). Auch Ed Carpenter, der beim Beatriz-Dreher leichten Kontakt mit der Indy-Mauer hatte, drehte nun massiv auf. Abwechselnd Dixon und Franchitti kontrollierten vorne den Beginn der Schlussphase, während sich dahinter Sato, Wilson und Carpenter gegenseitig überholten.

In Runde 180 übertrieb es Carpenter, was den Owner/Driver aus der Entscheidung nahm. Beim Restart zeigte plötzlich Kanaan, dass er gewillt war, endlich sein erstes Indy 500 zu gewinnen und stürmte von Fünf auf Eins. Plötzlich war ein neuer Chevy-Spieler im vermeintlichen Honda-Finale auf der Bildfläche erschienen. Kanaan ging auch als Führender in den Restart nach dem Andretti-Unfall.

Tribut an Dan Wheldon

Takuma Sato, Tony Kanaan, Scott Dixon, Dario Franchitti

Der Zieleinlauf: Dario Franchitti vor Scott Dixon und Tony Kanaan Zoom

Sechs Runden sollte dieser letzte Shootout dauern, den zunächst wieder Dixon und Franchitti bestimmten. Sato und Kanaan hatten sich auf den Plätzen drei und vier eingenistet. Das alte Spiel begann: Franchitti überholte Dixon, der Neuseeländer konterte eine Runde später, dann gingen zwei Umläufe vor dem Ende sogar Franchitti und Sato innen an Dixon vorbei.

Das Drama um den kleinen Japaner beendete das Indy 500 schließlich vorzeitig. Am Ende hatte Sato 31 Führungsrunden und ein bärenstarkes Indy 500 gezeigt, das jedoch unbelohnt blieb. Franchitti hingegen feierte tränenüberströmt seinen dritten Indy-Sieg und widmete diesen seinem im Oktober 2011 verunglückten Kumpel und Vorjahressieger Dan Wheldon.

Dixon und Kanaan, beides langjährige Wheldon-Teamkollegen, überquerten mit Franchitti Seite an Seite die Ziellinie, was den Zieleinlauf anno 2012 am Ende fast zu einer Tributfahrt für den Briten machte. Servia, Briscoe, Hinchcliffe und Wilson hatten letztlich nichts mehr mit der Entscheidung zu tun. Charlie Kimball (Ganassi-Honda), Townsend Bell (Schmidt/Hamilton-Honda) und Castroneves rundeten die Top 10 von Indianapolis ab.

In der Gesamtwertung hat weiterhin Will Power die Nase vorne, während Dario Franchitti natürlich einen großen Sprung nach vorne machte, und nach seinem mageren Saisonstart jetzt bereits wieder Sechster ist. Kommende Woche geht es bei den IndyCars schon weiter, wenn die wunderschöne Belle Isle von Detroit ihr Comeback-Rennen gibt.

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