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Von der Couch zum Sieg: Conway gewinnt für Dale Coyne

Mike Conway fährt bei seinem ersten Start für Dale Coyne Racing auf Anhieb zum Sieg - Teamkollege Justin Wilson als Dritter ebenfalls stark

(Motorsport-Total.com) - Riesenjubel im Lager von Dale Coyne: Dank Mike Conway gelang der kleinen IndyCar-Mannschaft im Samstagsrennen in Detroit der dritte Sieg. Für den Briten war es ein perfekter Einstand, sitzt er doch an diesem Wochenende erstmals im Coyne-Honda. Teamkollege Justin Wilson machte mit Platz drei hinter Ryan Hunter-Reay (Andretti-Chevrolet) den Jubeltag für das Team endgültig perfekt.

Mike Conway

Mike Conway fuhr beim ersten Start als Dale-Coyne-Pilot auf Anhieb zum Sieg Zoom

"Ein großer Dank an das Team. Das Auto war großartig und die Strategie perfekt", lobte Sieger Conway in seiner ersten Stellungnahme die gesamte Mannschaftsleistung. Der 29-jährige Brite hatte Ende der vergangenen Saison für Aufsehen gesorgt, als er seinen Rücktritt vom Oval-Rennsport verkündete. Seither bestritt Conway nur das Stadtrennen im April in Long Beach (für das Team von Bobby Rahal) und war daraufhin nicht sicher, wann er das nächste Mal zum Einsatz kommen würde. Da Ana Beatriz bei Dale Coyne nur für die ersten fünf Saisonrennen unter Vertrag stand, tat sich eine unverhoffte Chance auf. Erst am Mittwoch wurde Conways Detroit-Einsatz offiziell.

Doch der Sieger dachte im Moment des Jubels bereits an die nächste Aufgabe. "Wir haben morgen noch etwas zu erledigen. Ich freue mich darauf", so Conways Vorausschau auf das zweite Rennen im Rahmen des Detroit-Double-Headers, für das er sich wenige Stunden vor seinem Sieg die Pole-Position gesichert hatte. Nach seinem Sieg in Long Beach 2011 für Andretti Autosport ist der Detroit-Triumph der zweite in der IndyCar-Karriere von Conway. Am Sonntag startet er erstmals von der Pole.

Früher Crash von Allmendinger

Beim Start zum Samstagsrennen übernahm der Neuzugang im Team von Dale Coyne sofort die Führung von Andretti-Pilot Ernesto Viso, der Startplatz eins aufgrund der Rückversetzung von Polesetter Dario Franchitti (Ganassi-Honda) geerbt hatte. Vor Turn 3 schob sich auch Ryan Hunter-Reay an seinem Andretti-Teamkollegen Viso vorbei. Kurz darauf krachte es dahinter zum ersten Mal so richtig.

AJ Allmendinger

A.J. Allmendinger flog in Turn 4 der ersten Runde spektakulär ab Zoom

A.J. Allmendinger wurde bei der Anfahrt zu Turn 4 zwischen Scott Dixon und Justin Wilson eingeklemmt. Der Penske-Schützling und der Neuseeländer in Ganassi-Diensten verhakten sich mit ihren Rädern, woraufhin Allmendinger in Richtung der Streckenbegrenzung segelte. Der wild aussehende Crash ging glücklicherweise glimpflich aus und "Captain" Roger Penske diktierte bereits wenige Minuten später ins Mikrofon der US-Kollegen von 'ABC': "Schade. Jetzt hoffen wir, dass es morgen besser läuft." Allmendinger fügte nach der Routine-Untersuchung im Medical-Center hinzu: "Es ging eng zu. Ich fuhr ins Heck von Dixon und flog ab. Das war mein Fehler."

Der erste Restart war eine glatte Kopie des Starts, nur dass diesmal alle heil durch die ersten Kurven kamen. Conway führte zunächst vor Viso, der in der Anbremszone von Turn 3 erneut von Hunter-Reay überholt wurde. Bei dieser Gelegenheit zog auch Alex Tagliani (Herta-Honda) vorbei. Dahinter hatte sich Will Power mit einem beherzten Restart schon in Turn 1 drei Positionen geholt und beendete die erste Runde unter Grün hinter Conway, Hunter-Reay und Tagliani auf Platz vier.

Auch der von Platz elf gestartete Dario Franchitti kam schnell nach vorn und lag in Runde sieben bereits auf Platz fünf. Gleichzeitig fiel der vom besten Startplatz losgefahrene Ernesto Viso aufgrund von Leistungsverlust sukzessive zurück und fand sich schnell außerhalb der Top 10 wieder. Kurz vor Halbzeit der Distanz fing sich der Venezolaner eine Durchfahrtsstrafe ein und kam letztlich nur auf Position 17 ins Ziel.

Enges Duell Power vs. Franchitti

Will Power, Dario Franchitti

Will Power und Dario Franchitti: 70 Runden lang auf Tuchfühlung und darüber hinaus Zoom

An der Spitze fuhren Conway und Hunter-Reay in der Anfangsphase schnell ein Polster von mehr als zehn Sekunden heraus. Ab Tagliani auf Platz drei waren die Abstände deutlich knapper. In Runde 25 war Leader Conway dann der erste Fahrer aus der Spitzengruppe, der die Boxengasse zum Stopp unter Grün aufsuchte. Nur Sekunden später verbremste sich Tagliani in Turn 3 und musste in den Notausgang.

Zeitgleich rollte Takuma Sato mit seinem Foyt-Honda vor Turn 4 aus. Die zweite Caution war die logische Folge. So konnten Hunter-Reay, Power, Franchitti und Co. unter Gelb tanken. Kurios: Tagliani kam in der Gelbphase exakt an der Stelle seines vorherigen Ausrutschers noch einmal vom rechten Weg ab. Diesmal traf der Kanadier die Reifenstapel und musste aufgeben.

Hunter-Reay wurde nach Komplettierung der ersten Runde der Routinestopps als Spitzenreiter notiert und verteidigte die Führung beim folgenden Restart gegenüber Conway, der sich nun in der Verfolgerrolle wiederfand. Dahinter kamen sich Power und Franchitti gefährlich nahe: In der ersten Kurve berührten sich die beiden mit den Rädern, doch es ging gut. Der Ganassi-Pilot setzte sich durch und übernahm Platz drei. Power hatte nun seinen Penske-Teamkollegen Helio Castroneves im Nacken.

Saavedra sauer auf Marco Andretti

Sebastian Saavedra

Sebastian Saavedra entlud seinen Frust über Marco Andretti gleich zweimal Zoom

Kurz darauf machte sich der als Tabellenführer nach Detroit gekommene Marco Andretti unbeliebt. In Turn 5 drückte er den Dragon-Chevrolet von Sebastian Saavedra im Zweikampf in die Streckenbegrenzung. Der Kolumbianer musste aufgeben und warf dem Andretti-Spross bei dessen nächster Vorbeifahrt eindeutige Gesten zu. "Es ist einfach enttäuschend, dass er diese dreckigen Manöver nicht lassen kann", schäumte Saavedra im Interview.

Die Rennleitung hakte den Zwischenfall als normalen Rennunfall ab und verhängte keine Sanktionen gegen Andretti. Dies war auch gar nicht nötig, denn wenig später musste dieser nach einer Zusammenkunft mit Charlie Kimball (Ganassi-Honda; 14.) mit verbogener Radaufhängung die Box aufsuchen und verlor zwei Runden. Mit Platz 19 war die Tabellenführung für Andretti nach dem ersten Rennen des Detroit-Wochenendes futsch.

Unterdessen verteidte Andrettis Teamkollege Hunter-Reay beim Restart erneut Platz eins gegenüber Conway. Dahinter holte sich Power in der Anbremszone von Turn 3 den dritten Platz von Franchitti zurück. In den darauffolgenden Kurven bahnten sich auch Indy-500-Sieger Tony Kanaan (KV-Chevrolet) und Justin Wilson im zweiten Coyne-Honda ihren Weg am diesmal schwarz lackierten Ganassi-Honda von Franchitti vorbei und schnappten sich wenig später auch den Penske-Chevy von Power.

Conway ringt Hunter-Reay nieder

In Runde 44 dann der entscheidende Wechsel auf Platz eins: Der stark aufgelegte Conway bremste sich in Turn 3 innen an Hunter-Reay vorbei und holte sich damit seine anfängliche Führung zurück. "Mit den Reds hatte ich schwer zu kämpfen", gab der amtierende IndyCar-Champion nach Platz zwei im Ziel zu Protokoll und unterstrich nachhaltig, wann er das Rennen verlor: "Mit den Blacks war es okay, doch der mittlere Stint mit den Reds hat mich um die Chancen gebracht. Ich hätte gerade hier in Detroit gerne für Chevrolet gewonnen."


Fotos: IndyCars in Detroit


Die letzte Runde der Boxenstopps wurde in Runde 49 von den inzwischen um Platz fünf raufenden Power und Franchitti eröffnet. Hunter-Reay kam eine Runde später zum Service, während Spitzenreiter Conway seine Tankfüllung bis Runde 53 ausreizte. Das Duell zwischen Power und Franchitti ging unmittelbar nach ihrem jeweiligen Stopp weiter, wobei der Australier in Penske-Diensten zunächst die Oberhand behielt. Der schottische Ganassi-Pilot saß ihm aber während der folgenden Runden dicht im Nacken und sollte sich letztlich durchsetzen.

Im Kampf um die Führung verschaffte sich Conway durch seinen späteren und entsprechend kürzeren Stopp den letzten entscheidenden Vorteil. Dixon und Castroneves konnten ihren letzten Halt allerdings noch eine weitere Runde hinauszögern und kamen erst in Runde 54 an die Box. Der neue Spitzenreiter hieß zu diesem Zeitpunkt Justin Wilson. Der Teamkollege von Mike Conway war in Umlauf 55 der letzte, der zum Stopp abbog. Dieser klappte allerdings nicht ganz reibungslos und der großgewachsene Brite reihte sich auf Platz drei hinter Conway und Hunter-Reay wieder ein.

Dixon verpasst das Podium nach Aufholjagd knapp

Scott Dixon

Scott Dixons Aufholjagd vom Ende des Feldes endete auf Platz vier Zoom

In der absoluten Schlussphase des Rennens versuchte Dixon alles, Wilson noch vom Podium zu stoßen, doch vergebens: Dem Neuseeländer, der die Startrunde nach dem Zwischenfall mit Allmendinger nur auf Platz 24 beendete hatte, ging letztlich das Push-to-Pass-Kontingent aus. "Das Überholen ist auf dieser Strecke wirklich nicht einfach", bekannte auch Wilson und freute sich im Ziel über den totalen Erfolg seines Teams: "Dass Dale Coyne Racing hier zwei Autos auf das Podium bringt, ist einfach fantastisch."

Für Vorjahressieger Dixon reichte es immerhin noch, Platz vier vor Castroneves und Franchitti ins Ziel zu retten. Der "Spiderman" übernahm mit Platz fünf die Tabellenführung, dachte im Ziel aber zuerst an Sieger Mike Conway. "Von der Couch direkt in die Victory Lane zu springen, das ist schon ein starkes Stück", so Castroneves' Kommentar. Hinter Franchitti (6.) kam Josef Newgarden (Fisher-Honda) auf Platz sieben ins Ziel und holte sich damit die dritte Top-10-Platzierung seiner noch kurzen IndyCar-Karriere. Penske-Pilot Will Power lief zwei Positionen hinter seinem Langzeitgegner Franchitti als Achter ein. Das Rahal-Duo Graham Rahal und James Jakes komplettierte die Top 10.

Für Indy-500-Sieger Tony Kanaan kehrte sechs Tage nach seinem Triumph im Brickyard wieder der Alltag ein: Platz 13 und damit drei Positionen vor KV-Teamkollegin Simona de Silvestro. Diese kam direkt hinter James Hinchcliffe ins Ziel. Der zweifache Saisonsieger in Diensten von Andretti Autosport hatte sich in Runde 41 beim Cutten in Turn 3 eine Pylone unter dem Auto eingeklemmt, musste zur Beseitigung des Störfaktors an die Box und kurz vor Schluss noch einmal rein, weil die Spritvorräte zur Neige gingen.

Kein Glück für Briscoe und Bourdais

Sebastien Bourdais

Frust bei Sebastien Bourdais: Früher Ausfall beim 100. IndyCar-Start Zoom

Während Mike Conway bei seinem ersten Start für Dale Coyne Racing auf Anhieb zum Sieg fuhr, sah Panther-Neuzugang Ryan Briscoe die Zielflagge bei seinem ersten Rennen im neuen Team nicht. Der Australier lag vier Runden vor Schluss auf Kurs zu einer Top-10-Platzierung, stopfte den Panther-Chevy dann aber in Turn 6 rücklings in die Reifenstapel und ärgerte sich maßlos über den eigenen Fehler. Die Rennleitung beließ es bei einer lokalen Gelbphase und Spitzenreiter Conway brachte den Sieg mit einem Vorsprung von 12,9 Sekunden auf Hunter-Reay sicher nach Hause.

Für Sebastien Bourdais war das Jubiläum in Form des 100. IndyCar-Starts zumindest auf das Ergebnis bezogen kein Anlass zur Freude. Schon nach 15 Runden bog der Franzose mit seinem Dragon-Chevrolet in die Boxengasse ab. Der Stopp war alles andere als Routine, denn es gab Probleme mit einem steckenbleibenden Gaspedal. Während Bourdais wieder einmal ein Rennen vorzeitig aufgeben musste, konnte der Foyt-Honda von Sato nach dessen Ausrollen in Runde 25 noch einmal flottgemacht werden. Mehr als Platz 19 mit zwei Runden Rückstand war für den Japaner allerdings nicht zu holen.

Das zweite Rennen im Rahmen des ersten Doubler-Header-Wochenendes der IndyCar-Saison 2013 wird am Sonntag wiederum um 21:50 Uhr MESZ gestartet.

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