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Castroneves holt chaotische Barber-Pole

Helio Castroneves steht im Barber Motorsports Park auf der Pole-Position - chaotisches Qualifying eliminiert viele der Favoriten

(Motorsport-Total.com) - Für den "Spiderman" beginnt die IndyCar-Saison 2012 wie aus dem Bilderbuch: Dem Auftakterfolg in St. Petersburg ließ Helio Castroneves nun die Pole-Position im Barber Motorsports Park folgen. In einem teilweise chaotischen Qualifying behielt der Penske-Chevrolet mit der Startnummer 3 am Ende in 1:10.417 Minuten die Oberhand über den bärenstarken Andretti-Chevrolet von Danica-Patrick-Nachfolger James Hinchcliffe (1:10.522; 2.).

Helio Castroneves

Helio Castroneves fuhr in Alabama auf die Pole-Position Zoom

"In der Qualifikation von St. Pete hatten wir mit den weicheren Reds plötzlich starkes Untersteuern", freute sich Castroneves. "Das haben wir uns in dieser Woche genau angesehen und ein paar Änderungen vorgenommen. Das hat sich ausbezahlt und nun sieht alles recht gut aus." Allerdings hatte der 36-jährige Brasilianer auch eine Menge Glück.


Fotos: IndyCars in Birmingham


Im zweiten von drei Qualifikationssegmenten drehte Ryan Hunter-Reay seinen Andretti-Chevrolet im Bereich der Kurven 8 und 9, und schlug rücklings in die Streckenbegrenzung. Die IndyCar-Offiziellen holten sofort die Rote Flagge hervor, um den gelben Andretti-Chevy zu bergen, als Will Power (Penske-Chevrolet) und Scott Dixon (Ganassi-Honda) gerade ihre schnellste Runde drehten.

Power kam dabei auf eine Zeit von 1:09.755 Minuten, Dixon drehte eine Runde von 1:10.188. Beide Zeiten wurden gestrichen, in die Wertung kam die jeweils zweitschnellste Runde aus Q2. Diese lag im Fall Power nur bei 1:12.010 Minuten, was den Australier auf Rang neun zurückspulte. Dixon hingegen hatte Riesenglück, denn sein frühere Runde von 1:11.271 reichte gerade noch für Platz sechs und damit den Einzug in Q3.

Dixon glücklich in Q3

Scott Dixon

Scott Dixon rettete sich mit viel Glück auf Startplatz drei Zoom

Damit war der große Favorit auf die Barber-Pole aus dem Rennen, denn Power war in Q1 bereits aus dem Stand eine Zeit von 1:09.925 Minuten gefahren. "Das war großes Pech", urteilte Powers Rennstratege und Penske-Präsident Tim Cindric, der natürlich an der Entscheidung der Rennleitung Kritik äußerte: "Das fragliche Auto war ja weit weg und hat niemanden behindert." Es half nichts: Power war draußen.

Glückspilz Dixon hingegen machte sich in Q3 auf die Jagd nach der früh aufgestellten Castroneves-Marke und übertrieb es dabei auf seiner allerletzten Runde: Nach einem Dreher in Kurve 5 blieb ihm in 1:10.529 Minuten nur Startplatz drei. "Das ist okay, denn unser Auto war nicht optimal", so der Neuseeländer. "Am Ende war es mein eigener Fehler." Hinchcliffe steht damit zum ersten Mal in Reihe eins.

Weil mit dem verunfallten Hunter-Reay (11.) und Ryan Briscoe (12.) im dritten Penske-Chevy nach einem Kupplungsproblem zwei der Top-12-Piloten in Q2 überhaupt keine Zeit fahren konnten, kamen etwas überraschend Mike Conway (Foyt-Honda; 4.) und J.R. Hildebrand (Panther-Chevy) in Q3. Gleiches gilt für Tony Kanaan (6.) im besten KV-Chevrolet, der Q3 jedoch abschenkte und sich damit einen frischen Satz der weicheren Reds für das Rennen aufsparte.

Ernesto Viso scheiterte im zweiten KV-Chevy als Siebter knapp an den Top 6, dahinter klassierte sich Graham Rahal (8.) aus dem Ganassi-Farmteam. Simon Pagenaud (10.) im Schmidt-Honda rundete die Top 10 vom Barber Motorsports Park ab. Und wo bleiben die anderen Big-Names der IndyCars? Sie waren allesamt in Q1 hängengeblieben...

Gruppe 2 zu stark

James Hinchcliffe

James Hinchcliffe startet in Alabama zum ersten Mal aus Reihe eins Zoom

Aufgrund der chaotischen Trainingsbedingungen samt Freitagszeiten kam es in Q1 zu zwei unterschiedlich stark besetzten Gruppen. Vor allem die zweite Gruppe hatte es in sich, denn dort trafen Power, Dixon, Briscoe, Hinchcliffe, Hunter-Reay und Kanaan auch auf Rubens Barrichello (KV-Chevrolet; 14.), Takuma Sato (Rahal-Honda; 16.) und Dario Franchitti (Ganassi-Honda; 18.). Alle drei scheiterten in Q1.

Im Fall Barrichello ging es dabei extrem knapp zu: Wenige Sekunden vor Toresschluss lag der Ex-Formel-1-Pilot mit seiner Zeit von 1:10.566 Minuten noch auf Rang fünf. Das hätte für Q2 gereicht. Dann kamen Kanaan (1:10.523) und im allerletzten Moment noch Briscoe mit einer Zeit von 1:10.486. Barrichello scheiterte letztlich an der Kanaan-Zeit um 0.043 Sekunden.


Die Firestone Fast Six von Barber

"Was mir am meisten fehlt, ist Streckenzeit", argumentierte der KV-Pilot. "Das Setup war in Ordnung und ich habe eine starke Gruppe erwischt. Aber das soll keine Entschuldigung sein, ich muss mich noch verbessern." Auch Franchitti war unzufrieden: "Scott (Dixon; Anm. d. Red.) schlug in Sachen Setup einen anderen Weg ein, der war offenbar besser." Sato ging in Q1 früh auf die Strecke und hatte sein Pulver damit bereits verschossen, als die Konkurrenz nachlegte.

Damit liegt für den Sonntagabend ab 20:30 Uhr MESZ eine Menge Zündstoff parat: Ein beflügelter Castroneves in Top-Form ganz vorne, Power nur auf Platz neun, Barrichello, Sato und vor allem Franchitti kommen aus dem hinteren Mittelfeld. Der Honda Indy Grand Prix of Alabama verspricht über 90 lange Runden jede Menge IndyCar-Unterhaltung!

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