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Andretti-Festival in Milwaukee: Hunter-Reay siegt

Ryan Hunter-Reay holt auf der Milwaukee Mile den ersten Saisonsieg für sich und Andretti Autosport - Starke Teamleistung von KV Racing - Frust bei Ganassi

(Motorsport-Total.com) - Nach anfänglichem Regen wurde das Milwaukee IndyFest mit 90 Minuten Verspätung gestartet. Als die Grüne Flagge einmal draußen war, gerieten die Gedanken an das Wetter schnell in den Hintergrund. Dafür boten die 25 IndyCar-Asse auf dem Ein-Meilen-Oval reichlich Action. Nach 225 Runden in dem von Michael Andretti organisierten Rennen setzte sich schließlich dessen Fahrer Ryan Hunter-Reay durch. "Wir hätten es nicht besser planen können", freute sich der Andretti-Pilot über den ersten Saisonsieg für sich und das Team.

Ryan Hunter-Reay

Ryan Hunter-Reay holte sich in Milwaukee seinen ersten Saisonsieg Zoom

Der fünffache Milwaukee-Sieger Michael Andretti fungierte beim IndyFest als Promoter, schwenkte am Start die Grüne Flagge und verkündete zudem, dass die IndyCars auch in der kommenden Saison auf dem Ein-Meilen-Oval im US-Bundesstaat Wisconsin Station machen werden. James Hinchcliffe machte als Dritter hinter Tony Kanaan (KV-Chevrolet; 2.) das Andretti-Festival in Milwaukee perfekt.

Hunter Reay hatte in Runde 140 die Spitze vom bis dahin führenden Helio Castroneves (Penske-Chevy; 6.) übernommen und gab sie bis ins Ziel nicht mehr ab. "Auf dieser Strecke hatte ich vor Jahren eines meiner besten Rennen überhaupt und auch heute war das Auto einfach fantastisch", so der Sieger mit Blick auf seinen Start-Ziel-Sieg in Milwaukee im Jahr 2004 - damals noch unter ChampCar-Regularien im Herdez-Team von Keith Wiggins.

KV Racing mit starker Mannschaftsleistung

Tony Kanaan

Tony Kanaan sorgte als Zweiter für die beste Saisonplatzierung für KV Racing Zoom

Doch nicht nur im Andretti-Lager herrschte Freude. KV-Pilot Tony Kanaan untermauerte mit Platz zwei eine starke Mannschaftsleistung des Teams von Jimmy Vasser und Kevin Kalkhoven. Der Brasilianer schnappte sich 48 Runden vor Schluss seinen Landsmann Castroneves, hatte gegen Sieger Hunter-Reay aber kein Mittel. "Aus irgendeinem Grund verloren wir in der Schlussphase an Tempo. Mit Platz zwei bin ich dennoch zufrieden", so Kanaan. KV-Teamkollege Ernesto Viso fuhr als Fünfter hinter Oriol Servia (Dreyer & Reinbold-Chevy) ebenfalls in die Top 5.

In diesen Regionen hielt sich auch IndyCar-Rookie Rubens Barrichello im dritten KV-Chevy über weite Strecken der Renndistanz auf. Der Brasilianer war nach diversen Rückversetzungen anderer Piloten aus der zweiten Startreihe losgefahren und zeigte sich in der ersten Rennhälfte mit dem Handling seines dunkelblauen Boliden mehr als zufrieden. In der Schlussphase geriet ihm dieses aber zunehmend abhanden und für "Rubinho" sprang nach einem starken Oval-Auftritt ein letztlich enttäuschender zehnter Platz heraus.

In Runde 66 hatten Barrichello und Viso Glück, dass sie genau in dem Moment ihren Routine-Stopp einlegten als erstmals die Gelbe Flagge geschwenkt wurde. Castroneves, Hinchcliffe sowie die von weit hinten im Feld kommenden Scott Dixon (Ganassi-Honda; 11.) und Will Power (Penske-Chevy; 12.) befanden sich zu diesem Zeitpunkt noch auf der Strecke und fanden sich nach ihrem Stopp unter Gelb hinter dem führenden KV-Duo Viso/Barrichello wieder.

Castroneves als Sechster bester Penske-Pilot

Helio Castroneves

Helio Castroneves lag dank abweichender Strategie lange Zeit in Führung Zoom

Als in Runde 94 die zweite Gelbe Flagge kam, blieb Castroneves als Einziger auf der Bahn und setzte sich damit in Führung vor Hunter-Reay und Viso. 60 Umläufe später bog der Penske-Pilot unter Grün zum Service ab und fiel zwischenzeitlich aus der Führungsrunde. Der "Spiderman" musste anschließend mit seinen Spritvorräten haushalten und hatte Glück, dass es in der Folge noch zwei weitere Unterbrechungen gab.

Inzwischen waren jedoch auch die übrigen Piloten aus der Spitzengruppe unter Renntempo an der Box gewesen und hatten entsprechend frischere Reifen drauf. In der Schlussphase fiel Castroneves noch bis auf Rang sechs ab. Für seine beiden Penske-Teamkollegen sprang mit den Rängen zwölf (Will Power) und 14 (Ryan Briscoe) sogar noch weniger heraus.

Unterdessen setzte Alex Tagliani im Herta-Honda seinen Aufwärtstrend der vergangenen Wochen fort und kam hinter Castroneves auf Rang sieben ins Ziel. Ed Carpenter (Carpenter-Chevy; 8.), Graham Rahal (Ganassi-Honda; 9.) und der unglückliche Rubens Barrichello machten die Top 10 komplett.

Ganassi-Frust: Franchitti in der Mauer - Strafe für Dixon

Während Andretti Autosport und KV Racing jeweils zwei Fahrzeuge in die Top 5 brachten und Helio Castroneves als Sechster die Ehre des Penske-Teams noch einigermaßen retten konnte, gab es für die Meistermannschaft von Chip Ganassi wie schon vor Wochenfrist in Fort Worth auch in Milwaukee nichts zu holen.

Dario Franchitti

Der Schein trügt: Dario Franchittis Ergebniskurve zeigt nach unten Zoom

Polesetter Dario Franchitti (19.) führte nur in der Anfangsphase, fiel mit zunehmender Renndauer aber sukzessive zurück. In Runde 85 wurde es erstmals hitzig, als sich der Schotte und Teamkollege Scott Dixon im Kampf um Platz fünf auf der Start-Ziel-Geraden leicht berührten. Während diese Begegnung noch ohne Folgen blieb, erwischte es Franchitti in der Schlussphase nach einer Berührung mit dem Penske-Chevy von Ryan Briscoe: Der amtierende IndyCar-Champion und Indy-500-Sieger musste im Infight mit dem Australier aufs Gras von Turn 3 ausweichen.

Eine Runde später schlug der Ganassi-Honda des Schotten an gleicher Stelle vehement in die Mauer ein. "Ich lag innen neben Ryan, dessen Spotter ihn vermutlich nicht informierte, dass ich da war. Wir berührten uns und bei dieser Gelegenheit muss an meinem Auto wohl etwas gebrochen sein. Es fühlte sich an, als wäre die Aufhängung kollabiert", so Franchitti, nachdem er seinem Wrack unverletzt entstiegen war.


Die Highlights aus Milwaukee

Franchittis Ganassi-Teamkollege Scott Dixon sah als Elfter zwar die Zielflagge, hätte aber deutlich weiter vorn einlaufen können. Aufgrund eines Frühstarts nach Gelbphase zwei kassierte der Neuseeländer eine Durchfahrtsstrafe und fiel aus der Führungsrunde. Im Team herrschte ob dieses Vorfalls große Verwirrung, da der Restart seitens der Rennleitung erst eine Runde nach dem Frühstart Dixons freigegeben wurde. "Wir zahlten den Preis für die Jungs ganz vorn, die es sehr langsam angehen ließen", zeigte sich Ganassi-Teammanager Mike Hull verärgert.

Ausfälle für Wilson, Sato & de Silvestro

Für die Ganassi-Truppe gab es also die zweite große Enttäuschung binnen sieben Tagen und anders als vor einer Woche hatte diesmal auch Texas-Sieger Justin Wilson kein Glück. Der Brite musste seinen Coyne-Honda kurz vor der 100-Runden-Marke mit einem kapitalen Motorschaden auf der Start-Ziel-Geraden abstellen.

Takuma Sato

Takuma Sato sah zum vierten Mal in Folge die Zielflagge nicht Zoom

Unmittelbar darauf sorgte Takuma Sato (Rahal-Honda; 20.) für die nächste Unterbrechung. Der Japaner verlor seinen Boliden in Turn 2 mitten im Feld aus der Kontrolle und erwischte dabei Wilsons Coyne-Teamkollegen James Jakes, woraufhin beide Fahrzeuge rücklings in die Mauer krachten. "Seine Banzai-Manöver sind vielleicht manchmal ein wenig zu viel des Guten", kritisierte Jakes, der seinem Wrack genau wie Sato unverletzt entstieg. Der Japaner sah den Zwischenfall freilich anders: "Wir kamen nebeneinander aus Turn 4 heraus und gingen auch nebeneinander in Turn 1 hinein. Ich war auf der unteren Spur eingeklemmt als wir uns berührten."

Für Simona de Silvestro (HVM-Lotus; 24.) war das Rennen ebenfalls früh gelaufen. In Runde 66 sorgte die Schweizerin mit einem Dreher in Turn 4 für die erste von fünf Gelbphasen und musste Feierabend machen. Katherine Legge (Dragon-Chevy; 18.) lief mit fünf Runden Rückstand als letzter fahrender Teilnehmer ein.


Fotos: IndyCars in Milwaukee


In der Gesamtwertung hält Penske-Pilot Will Power nach acht Saisonrennen die Spitze. Schärfster Verfolger ist der überaus konstante Andretti-Pilot James Hinchcliffe mit 31 Punkten Rückstand. Scott Dixon im besten Ganassi-Honda ist Dritter, während es für seinen Teamkollegen Dario Franchitti nach dem Ausfall düster aussieht: Der Titelverteidiger liegt bei Halbzeit der Saison nur auf Rang sieben. Auf Tabellenführer Power fehlen bereits 69 Zähler.

Schon am kommenden Samstag steht auf dem Iowa Speedway das nächste Oval-Rennen auf dem IndyCar-Terminplan 2012. Anders als in Milwaukee wird im "Corn State" unter Flutlicht gefahren.

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